Wie werden wir im Jahr 2030 wohnen und leben? Eine Frage, deren Beantwortung visionäres Denken und Kreativität erfordert. Kern des interdisziplinären Forschungsprojekts ist die Analyse und wissenschaftliche Begleitung von baulichen und sozialen Umgestaltungsprozessen in Zeilensiedlungen der 50er und 60er Jahre. Dies erfordert mit Blick auf sozial-ökologische Fragestellungen die Vernetzung von Erkenntnissen aus Ökonomie, Umwelt- und Sozialpsychologie, Architektur und Stadtplanung, um eine nachhaltige Siedlungsentwicklung zu gewährleisten.
Zeilenbau der 50er Jahre in unsaniertem ZustandWie werden wir im Jahr 2030 wohnen und leben? Eine Frage, deren Beantwortung visionäres Denken und Kreativität erfordert. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt will einen Beitrag dazu leisten, gesellschaftliche Transformationsprozesse im Anwendungsfeld "Bauen und Wohnen" wissenschaftlich zu begleiten und in nachhaltige Bahnen zu lenken. Das Projekt konzentriert sich dabei auf Zeilensiedlungen der unmittelbaren Nachkriegszeit. Es gilt, Potenziale zur nachhaltigen Gestaltung bei der Sanierung der Siedlungen herauszuarbeiten und zu ihrer Umsetzung beizutragen.
Eine nachhaltige Entwicklung kann dabei eine Bandbreite vom Leitbild der "Stadt kurzer Wege", der Reduktion des Heizenergiebedarfs, über gendersensible Planung, Partizipationsprozesse bis hin zur Nutzung regenerativer Energien bedeuten. Eine ähnliche Vielfalt spiegelt sich auch in der stadtökologischen Forschung wider. Deren auf Spezialgebiete aufgeteilte Herangehensweise führt jedoch mangels Einbettung in den Gesamtkontext nicht zu einer praxisnahen Umsetzung der gewonnenen Handlungsempfehlungen. Methodisches Ziel ist daher, die Erfahrungen einzelner Disziplinen zu einem Gesamtkonzept des nachhaltigen Umbaus des Nachkriegsgebäudebestandes zusammenzuführen.
Ein Schwerpunkt des Projekts ist dabei auch das Wohlbefinden der Menschen in ihrer Wohnumgebung. Dies hängt von vielen Faktoren ab: dem baulichen Umfeld, der Nachbarschaft, den umgebenden Grünflächen, Gemeinschaftseinrichtungen und deren institutionellen Arrangements, wie auch von der Gestaltung der eigenen Wohnung.
Mit dem vielerorts stattfindenden Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt rücken diesbezügliche Veränderungspotenziale auch in das Bewusstsein von Wohnungsunternehmen. Ihre Umsetzung ist dennoch durch vielfältige Handlungsbarrieren gebremst.
Visionen für die Zukunft erarbeiten bedeutet daher, Strukturen und Zusammenhänge aufzudecken und Lösungswege aufzuzeigen. Über diese transdisziplinäre Aufgabe hinaus gilt es jedoch auch das Spektrum disziplinären Wissens und disziplinärer Methoden zur interdisziplinären Theorieentwicklung zu nutzen.
Luftbild einer typischen ZeilensiedlungDie Umgestaltung von Nachkriegssiedlungen stellt Planer und die Wohnungswirtschaft vor neue Aufgaben, da nicht für eine abstrakte, sondern für eine bereits vorhandene Nachbarschaft gestaltet wird. Dies birgt neue Chancen für eine sozial nachhaltige Entwicklung, bspw. durch Partizipation der BewohnerInnen. Soziale und ökologische Potenziale unterliegen jedoch gleichzeitig physischen, finanziellen und rechtlichen Restriktionen. Und letztlich hängt ihre Umsetzung auch von der Kreativität und dem Umsetzungswillen der Akteure ab.
Diesen komplexen Rahmenbedingungen gilt es mit interdisziplinären Methoden gerecht zu werden. Räumliche Analysen, qualitative Interviews mit BewohnerInnen, Expertengespräche und die Entwicklung neuer Darstellungsformen für Partizipationszwecke gehören ebenso zum Methodenspektrum, wie die Aneignung neuesten Wissens über den Einsatz erneuerbarer Energien oder Informations- und Kommunikationstechnologien sowie deren rechtliche und förderrechtliche Rahmenbedingungen.
Um das Erfahrungswissen verschiedener Beteiligter in den Forschungsprozess einfließen zu lassen, startete das Projekt mit einer mehrsprachig durchgeführten Interviewstudie. Die Studie ermöglicht es, Qualitäten unsanierter und bereits sanierter Siedlungen aus der Sicht der Betroffenen zu erfassen und Planungsprozessen zugänglich zu machen.
Weitere Informationen bekommen Sie bei:
Dr. Gabriele Wendorf
Technische Universität Berlin
Sekretariat EB 3
Straße des 17. Juni 145
10623 Berlin
Tel: +49 (0)30-3142 4969
Tel: +49 (0)30-3142 3247
Email: Kontakt
Homepage des Projektes: http://www.zeilen-umbruch.de
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