Themen SÖF-Intern 05/2006: SÖF-Projekt zu Risiken ubiquitärer Informations- und Kommunikationstechnologien - BMBF Förderung "Vom Wissen zum Handeln - Neue Wege zum nachhaltigen Konsum" - Neue Wege bei der Verbreitung der SÖF-Forschungsergebnisse - Neuerscheinung "Transformation netzgebundener Infrastruktur. Strategien für Kommunen am Beispiel Wasser" und "OSSENA - Das Unternehmen nachhaltige Ernährungskultur" - Neuer Fernstudiengang "Sustainability Management" - aktuelle Veranstaltungen - Literatur-Neuerscheinungen
Sehr geehrte Damen und Herren,
an Informationen über umwelt- und sozialverträgliche Produkte mangelt es den deutschen Konsumenten nicht. Nur an der Umsetzung dieses Wissens hapert es. Woran liegt das? Und was muss sich ändern? Um das zu erforschen, fördert das Bundesminsterium für Bildung und Forschung den neuen Themenschwerpunkt "Vom Wissen zum Handeln - Neue Wege zu nachhaltigem Konsum". Nach fünf Jahren SÖF liegen aber auch bereits Forschungsergebnisse aus beendeten Projekten vor. Neben der bewährten Methode, diese in Form von Publikationen zu verbreiten, werden zur Zeit auch andere Instrumente erprobt, um eine Umsetzung in der Praxis und einen möglichst hohen Bekanntheitsgrad zu bewirken. Über all das und einiges mehr erfahren Sie in dieser Ausgabe des SÖF-Intern.
Jutta Zimmermann
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Themen:
Im Oktober 2005 startete das SÖF Projekt "Kooperative Bewertung und Kommunikation der systemischen Risiken ubiquitärer Informations- und Kommunikationstechnologien". Neben Mobilfunknetzen und WLAN-Hot Spots rufen vor allem neueste RFID-Technologien Ängste bei den Verbrauchern hervor, durch die Daten auf kleinsten Objekten mittels eines Transponders berührungslos und ohne Sichtkontakt gelesen und gespeichert und somit u.a. zur Warenkennzeichnung und zur Personenidentifizierung verwendet werden können. Das Anliegen dieses Projektes ist es, mögliche ökologische, soziale, kulturelle und ökonomische Risiken, die durch diese Technologien entstehen können, zu identifizieren und zu bewerten sowie den gesellschaftlichen Diskurs darüber zu unterstützen. Um diese Aufgabe zu bewältigen, werden Experten und unterschiedliche gesellschaftliche Akteure in den Forschungsprozess einbezogen (kooperative Bewertung von Risiken) und ein gleichberechtigter Dialog von Experten und Betroffenen sowie zielgruppengerechte Kommunikation (symmetrische Kommunikation von Risiken) ermöglicht.
Die Komplexität der Fragestellungen erfordert zudem die Integration von naturwissenschaftlichem und technischem Wissen als auch sozial- und kommunikationswissenschaftlicher sowie psychologischer Kompetenzen. Mehr...
Trotz vorhandenem Wissen über nachhaltig hergestellte Produkte kann selbst bei umweltbewusst und sozial denkenden Verbraucher nur in geringem Maße ein Wandel des individuellen Konsumentenverhaltens in Richtung Nachhaltigkeit beobachtet werden. Warum gibt es diese Lücke zwischen Wissen und Handeln? Wie kann diese Lücke geschlossen werden? Genau an dieser Schnittstelle setzt die Förderbekanntmachung "Vom Wissen zum Handeln - Neue Wege zum nachhaltigen Konsum" im Rahmen der Sozial-ökologischen Forschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) an. Das Ministerium stellt dafür sechs Millionen Euro zur Verfügung.
Aus der Verbraucherperspektive sollen Blockaden, die einer Umsetzung vom Wissen zum Handeln entgegenstehen, identifiziert und analysiert werden. Wie können individuelle Lebensqualität und nachhaltiges Verhalten miteinander in Einklang gebracht werden?
Unter Einbindung von Praxispartnern wie Handel, produzierende Unternehmen, Verbraucherorganisationen, Bildungsinstitutionen und Medien sollen konkrete Handlungsmöglichkeiten gefunden werden, um diese Blockaden zu überwinden. Ebenfalls in den Blick genommen werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die das individuelle Handeln der Verbraucher beeinflussen. Projektskizzen können bis spätestens 31.10.2006 eingereicht werden. Mehr...
Ein zentrales Charakteristikum des BMBF-Förderschwerpunktes SÖF ist es, anwendungsorientiertes Wissen zu produzieren. Und damit die Forschungsergebnisse wirklich umgesetzt werden und auch die breite Öffentlichkeit davon erfährt, bedarf es der gezielten Verbreitung der wissenschaftlichen Ergebnisse. Dabei kommen neue Instrumente der SÖF-Öffentlichkeitsarbeit zum Einsatz, die im Erfolgsfall bei weiteren Projekten durchgeführt werden, bei denen eine möglichst rasche Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse als äußerst wichtig erscheint. Das Koordinationssekretariat veranstaltet in diesem Rahmen einen Pressetag mit dem Projekt "Zeilen-Umbruch", bei dem interessierte Journalisten vor Ort einen Einblick in die vom demographischen Wandel stark betroffenen Nachkriegssiedlungen in Berlin erhalten und dabei über die Realisierung des Forschungskonzeptes informiert werden, bei dem die Bewohner mit ihren Wünschen und Ideen an den Planungsprozessen der Bauunternehmen beteiligt werden. Außerdem unterstützt das Koordinationssekretariat finanziell Workshops mit verschiedenen Akteuren wie Verbraucherzentralen, Krankenkassen, den Kommunen oder dem Handel, um die Ergebnisse des Projektes "Ernährungswende" den unterschiedlichen Stakeholdern näher zu bringen und in der Diskussion untereinander einen direkten Einblick auf die Sicht und Bedürfnisse der anderen Branchen zu geben.
Das SÖF-Verbundprojekt netWORKS stellt in seinem soeben erschienenen Handbuch "Transformation netzgebundener Infrastruktur. Strategien für Kommunen am Beispiel Wasser" den auf Basis von Forschungsergebnissen entwickelten Ansatz zur integrierten Strategiebildung vor, der es kommunalen Entscheidungsträgern in der Wasserver- und Abwasserentsorgung erleichtern soll, mit der zunehmenden Komplexität und den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen in diesem Bereich umzugehen. Das Buch bietet Unterstützung bei der strategischen Entscheidungsfindung im Hinblick auf die Wahl der Organisationsform, welche die Leistungserbringung beeinflusst und wie dabei die Nachhaltigkeit des Versorgungssystems gewährleistet werden kann. Das Buch ist seit August über das Deutsche Institut für Urbanistik erhältlich. Mehr...
Das ebenfalls neu erschienene Buch "OSSENA - Das Unternehmen nachhaltige Ernährungskultur" stellt die Ergebnisse aus einem weiteren SÖF-Projekt vor, das Möglichkeiten und Perspektiven einer nachhaltigen Ernährungskultur am Beispiel der Region Ostfriesland erforscht hat. Ernährungskulturelle Praktiken vom Produzenten bis zum Konsumenten standen dabei im Mittelpunkt. In diesem Rahmen wurde auch mit Aktionen im öffentlichen Raum, in Handel und Gastronomie, mit handlungsorientiertem Unterricht in Schulen und mit speziellen Angeboten für die landwirtschaftlichen Erzeuger Impulse für den ernährungskulturellen Wandel in der Region gegeben. Netzwerke, die für eine Stärkung der regionalen Wertschöpfungskette sorgen und die unterschiedlichen Akteure miteinander in Kontakt bringen, sind inzwischen zu festen Einrichtungen geworden. Das Buch kann ab September über den Metropolis Verlag Marburg bezogen werden. Mehr...
Ergebnis-Ausstellung "Wohlstand hat viele Gesichter", Anfang Sept. 2006 - Mitte 2007, landesweit auf verschiedenen Veranstaltungen
Das Projekt "Regionaler Wohlstand neu betrachtet" präsentiert anhand vieler Beispiele aus der Praxis die gewonnenen Forschungsergebnisse auf leicht verständliche und ansprechende Weise. Damit führt das Projekt den Wissenstransfer über die Fachwelt hinaus an ein breiteres Publikum - an Praxisakteure der Biobranche, Verbände, Verantwortliche in Politik und Verwaltung, Akteure der Regionalentwicklung etc. Erste Eindrücke der Ausstellung erhalten Sie auf der Projekt-Homepage. Bei Interesse an der Ausstellung wenden Sie sich an: Frau Hilbermann, Tel. 030-314-21016 (hilbermann(at)ztg.tu-berlin.de) oder Martina Schäfer, Tel. 030-314-26854 (schaefer(at)ztg.tu-berlin.de).
"Formalised and Non-Formalised Methods in Resource Management. Knowledge and Learning in Participatory Processes", 21./22.09.2006, Osnabrück
Topics which will be discussed at this workshop are the opportunities and challenges of formalised and non-formalised methods in participatory resource management and how the selection of methods depends on the goals and context of the process as well as on the involved individuals. Furthermore potential trade-offs will be of interest as well as the integration of formal and informal approaches and, not least, the relation of method-driven participatory processes and policy implementation. The workshop is organised by the German-Austrian SÖF research project PartizipA and the EU Concerted Action Harmoni-CA / WP 5. mehr...
Jahrestagung 2006 des Öko-Instituts e.V. "Wettbewerb für Nachhaltigkeit", 22./23.09.2006, Berlin
Auf der Tagung stehen Fragen im Mittelpunkt wie z.B.: Schließen Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einander aus? Sind wirtschaftlicher Erfolg und eine moderne Umweltpolitik zwei Seiten derselben Medaille? Wie nachhaltig kann grenzenloser Wettbewerb sein? Weitere Informationen unter www.oeko.de/jahrestagung.
6. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung "Die Kunst, das Morgen zu denken", 26.09.2006, Berlin
Ziel dieser jährlichen Konferenz ist es, die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung zu diskutieren, neue Wege zu finden, Politik, Wirtschaft und Kultur zu zusammenzubringen, neue Ideen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Sechs Foren beschäftigen sich dieses Jahr mit den Themen: "Energie 2030: Zurück zum Stadtwerk?", "Unternehmen Verantwortung", "Stadt, Land, Demografie", "Nachhaltig kreativ: Aufbruch in die Kultur-Gesellschaft?", "Fern-Sehen in Zukunft: Nachhaltigkeit als Programm" sowie "Wachstumsschere und soziale Sicherung". Infos und Anmeldung unter http://www.nachhaltigkeitsrat.de/konferenz/.
cma Ernährungsforum "Warnungen, Wahrnehmung, Wahrheit: Lebensmittel zwischen gut und böse", 19.10.2006, Berlin
Das Ernährungsforum bietet eine Plattform zur Diskussion gesundheits- und verbraucherpolitischer Themen zwischen Wissenschaftlern, Vertretern der Medien und anderen Expertengruppen. Umstrittene Sachverhalte sollen konstruktiv erörtert und verzerrte Wahrnehmungen und Vorurteile im Konsens korrigiert werden. Weitere Informationen : Frau Dr. Lambeck (Tel.: 0228/847342, Andrea.Lambeck(at)cma.de) oder Frau Adler (Tel.: 0228/847248, Beate.Adler(at)cma.de)
3. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit "Forschung erdnah - Partnerschaften für globale Märkte", 23.-25.10.2006, Berlin
Globale Zukunftsaufgaben erfordern die Bündelung der Kräfte von Wirtschaft und Wissenschaft. Staatssekretär Prof. Dr. Meyer-Krahmer lädt daher zum Forum ein, um Erfolgsfaktoren für Kooperationen von Wissenschaft und Wirtschaft zu diskutieren und neue Partnerschaften und Netzwerke zu initiieren. Infos und Anmeldung unter www.fona.de/forum-2006.
"Konsumenten im Fokus der Wissenschaft", 27.10.2006, Freising-Weihenstephan
wissenschaftliches Symposium anlässlich der Emeritierung von Prof. Dr. Georg Karg, Ph.D. Konsumenten rücken aufgrund von Innovationen im Produktangebot, der Deregulierung der Märkte, der Globalisierung der Wirtschaft und daraus folgender Begleitforschung zu politisch eingesetzten Maßnahmen in den Fokus der Wissenschaft. Potenziale eines neuen Lehr- und Forschungsgebietes Consumer Science werden auf diesem Symposium aufgezeigt. Infos und Anmeldung unter http://www.wlh.wi.tum.de/Konsumenten/.
"econsense-Jahrestagung 2006: Demografie und Energie im Fokus", 9.11.2006, Berlin
Auf der Tagung stehen die Themen "demografischer Wandel" und "Energie" im Mittelpunkt. econsense wird auf der Tagung eine gemeinsame Stellungnahme zur Herausforderung des demografischen Wandels für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft vorstellen. Der chinesische Botschafter MA Canrong gibt aus seiner Perspektive Impulse zu den Themen der Tagung. Anmeldung unter b.breidbach(at)econsense.de.
Workshop "Strom sparen im Haushalt - Mission Impossible?", 27./28.11.06, Berlin
Der Workshop behandelt die zugrunde liegenden strukturellen Probleme des hohen Stromverbrauchs in deutschen Haushalten trotz zahlreicher Gegenmaßnahmen und soll praktische Politikempfehlungen entwickeln. Der Workshop des SÖF-Projekts TIPS richtet sich an Expert/innen verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen, Politik und Wirtschaft. Mehr Informationen bei Dr.Corinna Fischer cofiffu(at)zedat.fu-berlin.de
Auftaktveranstaltung des BMBF zum 7. EU-Forschungsrahmenprogramm, 15./16.01.2007, Bonn
Am ersten Tag wird das Spektrum des neuen Forschungsrahmenprogramms von internationalen hochrangigen Vortragenden prästentiert. Am zweiten Tag bieten eine Reihe von Workshops zu einer Vielzahl von Einzelthematiken des Rahmenprogramms eine Möglichkeit zur inhaltlichen Vertiefung. Die Teilnehmer erhalten hilfreiche Tipps zur Antragstellung. Anmeldung ab Mitte September unter: http://www.bmbf.de/de/rp7-auftakt.php
11. Tagung Siedlungsabfallwirtschaft Magdeburg, 6.-7. September 2006
Neben Beiträgen über den aktuellen Wandel der Abfallwirtschaft, über neue Entwicklungen in Technik und Logistik sowie über Abfallrecht war auch das SÖF-Projekt "KIDA - Kooperation in der Abfallwirtschaft" mit einem Vortrag unter dem Titel "Integration von Nachhaltigkeit in die Abfallwirtschaftspraxis" im Bereich "Abfallpolitik - regional, national, global" auf der Tagung vertreten. Themen des Vortrags von Hartmut Schug waren der Mehrwert von nachhaltigem Handel in der Praxis, die branchenspezifischen Nachhaltigkeits-Indikatoren speziell für die Abfallwirtschaftspraxis - die zur Diskussion gestellt wurden - sowie Faktoren, die einen besonders starken Einfluss auf die Entwicklung der zukünftigen Abfallwirtschaft nehmen werden. Die sich anschließenden Fragen drehten sich insbesondere um konkrete Maßnahmen sowie um Entscheidungshilfen für mehr Nachhaltigkeit in der Abfallwirtschaftspraxis. Zu den Referenten gehörten u.a. Verteter des Umweltministeriums Sachsen-Anhalt, des Bundesumweltministeriums (BMU) oder des Tschechischen Abfallwirtschaftsverbandes. Gesamtrückblick...
In den letzten Monaten sind die folgenden Veröffentlichungen aus dem Förderschwerpunkt SÖF erschienen:
Komplette bibilographische Angaben und weitere Details können der Seite Neuerscheinungen (http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/405.php) entnommen werden.
Um Nachhaltigkeit in der Wirtschaft zu verankern, reichen Kenntnisse der Betriebswirtschaftslehre nicht aus. Die Universität Lüneburg bietet daher nun ein Aufbaustudium als Fernlehrgang an, um (zukünftige) ManagerInnen dazu zu befähigen, nachhaltige Entwicklung unternehmerisch umzusetzen, d.h. Nachhaltigkeit in ihrem Arbeitsumfeld zu thematisieren und zu integrieren oder mit Ihrer Organisation den Nachhaltigkeitsgedanken in die Gesellschaft zu tragen und dort zu verankern. Bewerbungsschluss für den diesjährigen Beginn des Studiengangs "MBA Sustainability Management" ist der 30. September. Mehr Information unter www.sustainament.de oder von Claudia Kalisch (Tel.: 04131-6772235).
Ralph Wilhelm, Dipl. oec. troph., hat zum 1. September 2006 die Leitung des Koordinationssekretariates der Sozial-ökologischen-Forschung übernommen. Zuletzt war er im Rahmen der SÖF in dem Verbundprojekt "Von der Agrarwende zur Konsumwende?" tätig und untersuchte, welche Rolle verschiedene Verbände und Institutionen bei der Verbreitung nachhaltiger Ernährungsstile spielen. Telefon: 089-3187-1806, Kontakt: ralph.wilhelm (at) gsf.de
Bärbel Kahn-Neetix, Dipl. Volkswirtin, ist ab 1. Oktober für die Betreuung der SÖF von seiten des BMBF zuständig.