Themen SÖF-Intern 1/2006: Kongress Landwirtschaft und Ernährung -Neue BMBF-Broschüre - MOBILANZ aktuell: Urlaubsreiseverhalten - Veranstaltungen - Literatur Neuerscheinungen - Abschlusskonferenz Projekt "Blockierter Wandel? - Personalia - Lesetipp
Alles andere als ruhig begann das Jahr 2006 für die Sozial-ökologische Forschung. Parallel zur Grünen Woche fand im Berliner Harnack-Haus der BMBF-Kongress "Impulse für Landwirtschaft und Ernährung" statt, auf dem intensiv über die derzeitige Situation und Zukunft im gesamten Bereich Agrar und Konsum diskutiert wurde. Ein reges Teilnehmerinteresse und zahlreiche Kontakte im Nachgang zeigten, dass die Ergebnisse der SÖF hochaktuell sind und auch in Zukunft die Gesellschaft intensiv beschäftigen werden. Genauso gut zu den Energie-Diskursen des Winters 2006 passend, erschien gerade die BMBF-Broschüre zu nachhaltigen Infrastruktursystemen, in der Projekte der Sozial-ökologischen Forschung ihre Arbeit vorstellen. Und die SÖF hat dieses Jahr mit Sicherheit noch weitere interessante Neuigkeiten zu bieten, bleiben Sie gespannt! Viel Freude beim Lesen.
Dr. Andreas Zehm & Jutta Zimmermann
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Rund 160 Personen diskutierten am 18. Januar 2006 über Impulse und Perspektiven für Landwirtschaft und Ernährung. Neben dem Lebensmitteleinzelhandel und Konsumfragen war die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland ein wesentliches Thema. So lautete beispielsweise eine sehr pointierte Frage, ob der neue Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer durch die vorgeschlagene Gleichbehandlung der "konventionellen" und der "ökologischen" Landwirtschaft (95 % zu 5 % Marktanteil) "Bio" nicht deutlich aufgewertet habe. In Bezug auf den Lebensmitteleinzelhandel wurde diskutiert, ob die entstandene Eigendynamik der Bio-Branche ausreicht, um Umweltaspekte, soziale Verantwortung und Regionalbezüge bis zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu transportieren, oder ob vor allem versucht werden sollte, festgefahrene Konflikte zwischen den diversen Akteuren des Sektors aufzubrechen. Im Bereich Konsum wurden u.a. Strategien diskutiert, wie Ernährungskultur entwickelt werden kann: Soll versucht werden an Traditionen anzuknüpfen, bestehende Muster zu erhalten, wiederzubeleben oder gar zu konterkarieren? Wie gelingt es, eine Verbindung zwischen "sich wohlfühlen", dem eigenen gutem Gewissen (z.B. gegenüber dem eigenen Körper, der Umwelt, den Entwicklungsländern, den Nutztieren) und den gesellschaftlichen Zielen einer nachhaltigen Entwicklung herzustellen?
Die Beiträge zum Kongress können unter http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/791.php abgerufen werden.
Die Neugestaltung von Infrastrukturen zur Ver- und Entsorgung ist eine der zentralen Aufgaben der nächsten Jahre. Dass Infrastruktursysteme nicht nur technische Lösungen erfordern, sondern Gesellschaft, Demographie oder auch Umweltschutzaspekte dringend einbezogen werden müssen, um sie zukunftsfähig zu machen, beschreibt die im Januar 2006 erschienene Broschüre der Sozial-ökologischen Forschung. Sie berichtet über den aktuellen Forschungsstand der Projekte im Bereich Ver- und Entsorgung als auch über wesentliche Aspekte für die zukünftige Entwicklung von Infrastruktursystemen . Die Broschüre ist ab sofort als gedruckte Version über das Bundesministerium für Bildung und Forschung http://www.bmbf.de/publikationen/basket.php?CMD=add&ID=750 (Referat Publikationen, Internetredaktion; Postfach: 30 02 35; 53182 Bonn; Telefon: 01805-262 302) sowie als pdf-Datei http://www.bmbf.de/pub/ver_und_entsorgung.pdf erhältlich.
Die aus individuellem Verhalten resultierenden Umweltwirkungen des Urlaubsreiseverkehrs sind Thema einer deutschsprachigen , vorab veröffentlichten Kurzfassung des Artikels "Encouraging environmentally sustainable holiday travel. Transportation Research, Part A: Policy and Practice" von S. Böhler et al. aus dem Projekt MOBILANZ: Auf der Grundlage von individuellen Verhaltensmustern wurden die Reisenden in vier Gruppen eingeteilt, die sich hinsichtlich der Klimarelevanz ihres Verkehrsverhaltens deutlich unterscheiden. Eine besondere Rolle spielt die Nutzung des Flugzeugs als Reisemittel und als Ansatzpunkt für Strategien für eine nachhaltigere Urlaubsgestaltung. Die deutsche Kurzfassung des Artikels finden Sie unter: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/838.php.
Die Abschlusskonferenz des Forschungsprojekts "Blockierter Wandel?" wurde als inter- und transdisziplinäre Arbeit gestaltet. Teilprojekt übergreifend wurden die Projektergebnisse präsentiert und von Wissenschaftler/innen und Praxispartner/innen kommentiert. Ein wesentliches Ergebnis war, dass in den Zwischenräumen von Natur - Kultur, öffentlich - privat, Wissenschaft - Wirklichkeit und nicht in ihrer Dichotomisierung der Schlüssel zur Überwindung von Blockaden nachhaltiger Entwicklung liegt. Ein "Marktplatz der Möglichkeiten" unterstrich das Ergebnis im öffentlichen Gespräch. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/778.php.
In den letzten Monaten sind die folgenden Veröffentlichungen aus dem Förderschwerpunkt SÖF erschienen:
Komplette bibilographische Angaben und weitere Details können der Seite Neuerscheinungen (http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/405.php) entnommen werden.
Bernd Fischer, Referent im BMBF-Referat 624, gibt zum 1.3.2006 seine Zuständigkeit für die Förderschwerpunkte "Sozial-ökologische Forschung" und "Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit" ab und übernimmt neue Aufgaben in der Abteilung "Strategie".
Dr. Michael Georg Scharman ist ab 1.1.2006 im Projektträger GSF für die Betreuung der Nachwuchsgruppen des Förderschwerpunktes SÖF in Vertretung von Dr. Cornelia Gotterbarm zuständig. Kontakt: Tel.: 089-3187-1810; Email: michael.scharmann(@)gsf.de.