Laufzeit: 01.10.2005 - 31.05.2008
Das Projekt untersucht die Entstehungsbedingungen und Dynamiken eines systemischen Risikos für die Trinkwasserversorgung durch Arzneimitteleinträge. Ziel des Projekts ist es, gemeinsam mit Praxispartnern Maßnahmen für eine Reduktion von Wirkstoffeinträgen zu einer systemischen Handlungsstrategie zu integrieren. Dazu gehören technische Lösungen ebenso wie Änderungen im Verbrauchsverhalten und Innovationen im umweltverträglichen Wirkstoffdesign.
Die Qualität unserer natürlichen Wasserressourcen wird von einer Vielzahl anthropogener Faktoren beeinflusst. Zunehmend stärkere Beachtung erfahren in diesem Zusammenhang Arzneimittel und deren Abbauprodukte, die über die menschlichen Ausscheidungen in den Wasserkreislauf gelangen. Tatsächlich werden Arzneimittelwirkstoffe in zahlreichen Oberflächengewässern Deutschlands aber auch in einigen besonders durch Uferfiltrat beeinflussten Grundwasserleitern bereits in signifikanten Konzentrationen nachgewiesen. Im Trinkwasser wurden spezifische Pharmaka bisher nur vereinzelt und in Spurenkonzentrationen gefunden.
Eine Bewertung des damit einhergehenden systemischen Risikos erweist sich jedoch als grundsätzlich schwierig, da das Problemfeld durch ein hohes Maß an Unsicherheit und Nicht-Wissen gekennzeichnet ist. Dabei ist davon auszugehen, dass sich die problemspezifischen Wissenslücken, etwa zur Wirkung von Metaboliten oder Wirkstoffkombinationen, angesichts der Vielzahl der bereits auf dem Markt befindlichen Pharmaka nicht nur praktisch sondern wegen der Komplexität des Problemfeldes auch grundsätzlich nur bedingt schließen lassen werden.
Wenn Risiken als Folge von begrenztem Wissen nur schwer bestimmbar sind oder das zu erwartende Schadensausmaß hoch ist, entsteht im Sinne des Vorsorgeprinzips Handlungsbedarf. Diesem Handlungsbedarf angepasste Managementansätze können grundsätzlich an unterschiedlichen Systemkomponenten angreifen und betreffen in der Umsetzung entsprechend unterschiedliche Akteure oder Stakeholder. Dazu gehören technische Lösungen zur Minimierung von Wirkstoffeinträgen in den Wasserkreislauf ebenso wie Änderungen in der Verschreibungspraxis und den Nutzungsmustern von Arzneimitteln sowie Innovationen im umweltverträglichen Wirkstoffdesign.
Vor dem Hintergrund einer Analyse der Limitationen und Auswirkungen zunächst sektoraler Strategieansätze werden unter Beteiligung von Praxispartnern integrierte Handlungsstrategien für ein systemisches Risikomanagement entwickelt. Diese sollen dem Umstand Rechnung tragen, dass die Problemdynamik durch Interaktionsprozesse in einem System von Schlüsselakteuren entsteht, die jeweils unterschiedliche Handlungsoptionen und Handlungsrestriktionen haben. Eine entscheidende Rolle in der Entstehung einer Krisensituation kommt in diesem Akteurssystem der subjektiven Risikowahrnehmung der Bevölkerung als Konsumentinnen und Konsumenten von zugleich Trinkwasser und Arzneimitteln zu. Ein zentrales Projektziel ist daher die Bereitstellung von problemspezifischen Verfahren der Risikokommunikation für Schlüsselakteure wie Wasserversorger, Verbraucherverbände und Ärzteschaft. Diese Instrumente werden auf Basis eigener sozial-empirischer Erhebungen entwickelt und sollen so ein zielgruppenspezifisches Risikomanagement ermöglichen.
Homepage des Projektes: http://www.start-project.de
Anprechpartner
Dr. Florian Keil
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) GmbH
Hamburger Alle 45
D-60486 Frankfurt
Tel: +49(069)7076919-39
Fax: +49(069)7076919-11
E-mail: Kontakt
Das Projekt bearbeitet das Thema in mehreren Kompetenzbereichen. Wenn Sie Interesse an einem dieser näher definierten Themen haben, wenden Sie sich bitte direkt an die Leiterinnen bzw. Leiter des Bereichs.
Strategieentwicklung und Systemische Analyse
weitere Informationen bei:
Dr. Enghelbert Schramm
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) GmbH
Hamburger Alle 45
D-60486 Frankfurt
Tel: +49(069)7076919-17
Fax: +49(069)7076919-11
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Sozial-Empirie
weitere Informationen bei:
Dr. Konrad Götz
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) GmbH
Hamburger Alle 45
D-60486 Frankfurt
Tel: +49(069)7076919-21
Fax: +49(069)7076919-11
E-mail: Kontakt
Risikokommunikation
weitere Informationen bei:
Gotthard Bechmann
Forschungszentrum Karlsruhe GmbH
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
D-76021 Karlsruhe
Tel: +49(07247)82-2705
E-Mail: Kontakt
Umweltverträgliches Wirkstoffdesign
weitere Informationen bei:
Prof. Dr. Klaus Kümmerer
Sektion Angewandte Umweltforschung
Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene Universitätsklinikum Freiburg
Breisacher Straße 115 B
D-79106 Freiburg
+49(0761)270-8235/8236
Fax: +49(0761)270-8213
E-Mail: Kontakt
Akteursanalyse und Szenarien
weitere Informationen bei:
Prof. Dr. Petra Döll
J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Institut für Physische Geographie
Arbeitsgruppe Hydrologie
Georg-Voigt-Str. 14
D-60054 Frankfurt am Main
Tel.: +49(069)798-22393
E-Mail: Kontakt
Umweltverhalten von Arzneimittelwirkstoffen
weitere Informationen bei:
Prof. Dr. Wilhelm Püttmann
J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Institut für Atmosphäre und Umwelt
Abteilung Umweltanalytik
Georg-Voigt-Str. 14
D-60054 Frankfurt am Main
Tel.: +49(069)798-28701
E-Mail: Kontakt
Umweltrisikobewertung von Arzneimittelwirkstoffen
weitere Informationen bei:
Prof. Dr. Jörg Oehlmann
J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Institut für Ökologie, Evolution und Diversität
Arbeitsgruppe Ökotoxikologie
Siesmayerstr. 70
D-60054 Frankfurt am Main
Tel.: +49(069)798-24738
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