Wesentlicher Teil des Kongresses "Landwirtschaft und Ernährung - Wege in die Zukunft" ist die Arbeit in parallelen Foren. Auf dieser Seite finden Sie Detaillinformationen und den Programmablauf der Foren. Forum 1: Zukunftsfähige Unternehmen und Produkte - Der Beitrag der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu nachhaltiger Entwicklung. Forum 2: Konsummuster & Ernährungskultur - Wie können Veränderungen für eine nachhaltige Ernährung angestoßen werden? Forum 3: Kommunikation, Politik und Öffentlichkeit - Konflikte und ihre Bewältigung im Spannungsfeld von Landwirtschaft, Ernährung und Nachhaltigkeit.Forum 1: "Wirtschaft"
Koordination: Dr. Benjamin Nölting, Prof. Dr. Dr. Martina Schäfer
Unternehmen in Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung und Handel machen Angebote für eine zukunftsfähige Ernährung, von denen neben den Kunden/innen auch die jeweiligen Regionen profitieren. Wie kann die ökonomische und gesellschaftliche Position von Erzeugern und Anbietern nachhaltiger Nahrungsmittel gestärkt und das Angebot ausgeweitet werden? Welche Funktion haben Strukturen, Netzwerke und Kooperationen dabei?
Im Forum wird folgenden Fragen nachgegangen:
Den Fragen wird zum einen aus der Perspektive der Landwirtschaft und zum anderen aus Sicht von Lebensmittelverarbeitung und -handel nachgegangen.
Im ersten Block werden gesellschaftliche Leistungen der Landwirtschaft am Beispiel des ökologischen Landbaus untersucht. Er erzeugt Lebensmittel in umweltverträglicher Form nach definierten Standards. Dabei können sich zusätzliche Nachhaltigkeitseffekte ergeben wie die Ausbildung regionale Kreisläufe, bewusste Ernährungsformen und Lernprozesse nachhaltiger Wirtschafts- und Konsumstile. Ein nachhaltiger Landbau wird in Deutschland jedoch nur von einer Minderheit betrieben. Gefragt sind daher Strategien und Impulse, die nachhaltig wirtschaftende Unternehmen beim Schritt aus der Nische unterstützen und ihre Wettbewerbsfähigkeit am allgemeinen Lebensmittelmarkt verbessern.
Im zweiten Block geht es um die Frage, wie das Angebot an zukunftsfähigen Lebensmitteln in Verarbeitung und Handel ausgeweitet werden kann, so dass es auch für die Unternehmen rentabel ist. Dafür wird zunächst das Leitbild eines idealen zukunftsfähigen Lebensmittels definiert, wobei die Anforderungen von landwirtschaftlichen Erzeugern, Lebensmittelverarbeiterinnen und Konsumenten einfließen. Folgend werden Strategien präsentiert, wie der Lebensmittelhandel für die Vermarktung regionaler, nachhaltiger Produkte gewonnen werden kann. Ansatzpunkte sind die Profilierung der Unternehmen durch regionale Produkte und eine besondere Wertschätzung für die Region sowie die Kommunikation einer zukunftsfähigen Ernährungskultur.
Den vorgestellten Herangehensweisen sind ein regionaler Bezug, die Kommunikation des "Mehrwerts" von Angeboten zukunftsfähiger Ernährung und eine "Doppelstrategie" der Stärkung der ökonomischen und gesellschaftlichen Position der Unternehmen gemeinsam. Ein besonderes Augenmerk der Handlungsansätze liegt auf der Gewinnung von Akteuren, ihrer Unterstützung durch Netzwerke und Kooperationen sowie der Verbesserung der institutionellen Rahmenbedingungen.
| Moderation: Heino von Meyer (OECD Büro Berlin) |
Block 1) Entwicklungsperspektiven und gesellschaftliche Leistungen der Landwirtschaft |
| Regionale Impulse durch ökologischen Landbau - Am Beispiel von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern Prof. Dr. Dr. Martina Schäfer (TU Berlin, Zentrum Technik und Gesellschaft ), Harald Ulmer & Astrid Engel (TU München Weihenstephan) |
| Gastkommentar Theo Augustin (BMVEL, Regionen Aktiv, Leader+, ländliche Entwicklung) |
| Diskussion des Blocks |
Block 2) Zukunftsfähige Lebensmittel in Industrie und Handel |
| Ein Leitbild für verarbeitete zukunftsfähige Lebensmittel Monika Riegel (Justus-Liebig-Universität Giessen ) Wie kommen regionale Lebensmittel ins Supermarktregal? |
| Gastkommentar: Dr. Alexander Beck (Büro für Lebensmittelkunde und Qualität) |
| Diskussion des Blocks |
| Übergreifende Diskussion des Forums: Stärkung von nachhaltigen Unternehmen durch regionale Netzwerke, Kooperationen und Strukturen? |
Koordination: Dr. Doris Hayn, Dr. Cordula Kropp, Ralph Wilhelm, Dr. Dirk Fischer, Elke Baranek, (Walter Sehrer)
Die Alltags- und Lebensgestaltung der Konsumentinnen und Konsumenten ist zentraler Ausgangspunkt einer Konsum- und Ernährungswende in Richtung Nachhaltigkeit. Doch wie können KonsumentInnen für solche Veränderungen gewonnen werden: Wie können sie dabei unterstützt werden, ihren Ernährungsalltag nachhaltig zu gestalten?
In Forum 2 werden Forschungsergebnisse mehrerer Projekte vorgestellt, die die Gestaltung des Ernährungsalltags ("Ernährungsstile"), die Rolle von Ernährung im Rahmen biographischer Umbruchsituationen ("Ernährungskarrieren"), die kulturelle Bedingtheit von Ernährung ("Ernährungskultur") und die Erwartungen an ökologische Produkte und Dienstleistungen verdeutlichen. Dargestellt werden milieu-, lebensstil- und genderspezifische Motivlagen und Ansprüche sowie ernährungskulturelle Orientierungen der Konsumenten und Konsumentinnen in Bezug auf Produkte, Dienstleistungen und das Ernährungshandeln im Alltag. Dabei werden die Bedeutung von Umwelt, Gesundheit, Regionalität und ethischen Anliegen ebenso beleuchtet wie Traditionen, Rituale, Normen und Werte einer nachhaltigen Ernährung.
Auf Basis dieser facettenreichen Analysen kann aufgezeigt werden, wie die Politik, die Landwirtschaft, die Industrie, der Handel, die Außer-Haus-Anbieter und Multiplikatoren im Bereich der Ernährungs- und Gesundheitsberatung die Bedürfnisse und Ansprüche, die Wertvorstellungen und Gewohnheiten der Konsumentinnen und Konsumenten als Ausgangspunkt für Handlungsstrategien bspw. zielgruppengerechte Kommunikations- und Vermittlungsstrategien nutzen können. Deutlich wird so, welche Prozesse und Strukturen dazu beitragen können, Verhaltensänderungen anzustoßen und damit zu einer nachhaltigeren Gestaltung von Ernährung in der Gesellschaft beizutragen.
| Moderation: Dr. Doris Hayn (Institut für sozial-ökologische Forschung) |
Block 1: Der "mündige" Verbraucher - Welche Rolle spielen Information und Kommunikation? |
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Zielgruppenspezifische Verbrauchererwartungen an ökologische Produkte und Dienstleistungen. |
| Gastkommentar: Sylvia Lorek (Sustainable Europe Research Institute (SERI), Overath) |
| Diskussion des Blocks |
Block 2: Handlungsstrategien und Akteursbündnisse |
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Wie lässt sich Ernährungskultur nachhaltig beeinflussen? |
| Gastkommentar: Jana Rückert-John ( Universität Hohenheim)/ Dr. Lucia Reisch (nwd institut an der Privaten Universität Witten-Herdecke) |
| Diskussion des Blocks |
| Übergreifende Diskussion des Forums |
Koordination: Dr. Jens Newig, Karin Berkhoff, Kai Kaldrack, Britta Kastens
Landwirtschaft hat immer Auswirkungen auf den Naturhaushalt - sei es durch die Gestaltung oder den Erhalt einer gesellschaftlich erwünschten Kulturlandschaft, sei es durch diffuse Emission von Nähr- und Schadstoffen in Boden und Grundwasser oder die Verursachung von Geruchsbelästigungen. Spätestens seit der BSE-Krise und der politisch ausgerufenen Agrarwende stehen auch die Gesundheitsgefahren durch Landwirtschaft im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Initiiert durch deutsche und europäische Gesetzgebung, sieht sich die Landwirtschaft derzeit mit steigenden Umweltanforderungen konfrontiert, so etwa die geplante Verschärfung der Düngeverordnung, die EG-Wasserrahmenrichtlinie, oder die Förderkriterien durch Cross Compliance im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik. Zugleich wächst der Anpassungsdruck infolge von Marktveränderungen wie der EU-Osterweiterung und der damit zusammenhängenden Konzentrationstendenzen.
Die so bezeichneten Konfliktfelder im Bereich Landwirtschaft, Ernährung, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie mögliche Wege zu ihrer Bewältigung sind Gegenstand dieses Forums.
Block 1 widmet sich einer Bestandsaufnahme und Analyse bestehender Konflikte aus sozial-ökologischer Sicht. Die zentralen Fragen sind:
Hier werden Ergebnisse und Erfahrungen aus den Forschungsprojekten der SÖF auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene vorgestellt. Während Vortrag eins die besonderen Herausforderungen einer intensiv bewirtschafteten Veredelungsregion in Westniedersachsen charakterisiert, geht es in Vortrag zwei um nationale Diskurse in den genannten Konfliktfeldern. Vortrag drei weitet den Blick auf Entscheidungsprozesse im europäischen Mehrebenensystem.
Nach dieser exemplarischen Bestandsaufnahme werden in Block 2 Instrumente zum Umgang mit Konflikte hervorrufenden Wahrnehmungen, Interessen und Diskursen vorgestellt. Dabei spielt das Element der Kommunikation eine entscheidende Rolle. Kommunikation bezieht sich dabei auf:
Die Leitfrage in diesem Block lautet: Wie lassen sich die Konflikte erforschen, transparent machen, bearbeiten, ausgleichen - und nutzen? Politik und Gesellschaft sind gefordert, diese Interessenkonflikte konstruktiv zu bearbeiten.
| Moderation: Dr. Hiltrud Nieberg |
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| Akteurswahrnehmungen in Landwirtschaft und Umwelt vor dem Hintergrund institutionellen Wandels am Beispiel der EG-Wasserrahmenrichtlinie Dr. Jens Newig (Universität Osnabrück) Öffentliche Diskurse zu Agrar-, Umwelt- und Ernährungsthemen Maike Bruse (KATALYSE Institut, Köln) Konfliktfelder in der deutschen Agrarpolitik und ihre Bearbeitung im europäischen Mehrebenensystem Dr. Peter H. Feindt (Universität Hamburg) |
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Gastkommentar: Udo Hemmerling (Deutscher Bauernverband) |
| Diskussion des Blocks |
Block 2: Instrumente zur Konfliktüberwindung |
| Konflikte nutzen, Perspektiven vereinigen: Partizipative Entwicklung von neuen regionalen Handlungsoptionen Kai Kaldrack (Universität Osnabrück) Brückenkonzepte für eine Optimierung der Kommunikation von Akteuren entlang der Lebensmittelkette am Beispiel Bio-Produkte Walter Sehrer (Münchner Projektgruppe für Sozialforschung e.V.) Konfliktbearbeitung aus sozial-ökologischer Perspektive am Beispiel der Reform der Zuckermarktordnung Dr. Manuel Gottschick (Universität Hamburg) |
| Gastkommentar: Ulrich Wördemann (Landwirtschaftskammer Weser-Ems, Oldenburg) |
| Diskussion des Blocks |
| Übergreifende Diskussion des Forums |
[PDF - 259,7 kB]

(URL: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/_media/Flyer_Impulse-Agrar-und_Ernaehrung06.pdf)
(URL: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/791.php)
(URL: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/561.php)
(URL: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/547.php)
(URL: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/565.php)