Dokumentation Workshop: Partizipation und Nachhaltigkeit - Der Teufel steckt im Detail 23.9.05

Nachhaltige Entwicklung ist ein allgemein anerkannter Vorsatz. Für die Zielbestimmung einer nachhaltigen Entwicklung bietet sich eine Partizipation verschiedener gesellschaftlicher Gruppen an,um die Akzeptanz von Maßnahmen zu verbessern. Doch es stellt sich immer wieder die Frage,ob durch Mitgestaltung und Selbstbestimmung auch im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung das beste Ergebnis erzielt wird. Auf der Tagung wurde das Verhältnis zwischen Partizipation und Nachhaltigkeit diskutiert.

 Die Tagung Partizipation und Nachhaltigkeit - Der Teufel steckt im Detail" am 23.September 2005 in Berlin wurde auf Initiative der Querschnittsarbeitsgruppe "Partizipation" des Programms "Sozial-ökologische Forschung" (des BMBF - Bundesministeriums für Bildung und Forschung) organisiert. Sie sollte dazu dienen, die in der Querschnittsarbeitsgruppe erarbeiteten Ergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen und mit unterschiedlichen Akteuren aus dem Schnittstellenbereich "Partizipation und Nachhaltigkeit" zu diskutieren. Der Tagungsband kann somit als Weiterentwicklung des Diskussionspapiers "Partizipation und Nachhaltigkeit - Reflektionen über Zusammenhänge und Vereinbarkeiten" gelten, das das erste Arbeitsprodukt der Querschnittsarbeitsgruppe darstellt (Querschnittsarbeitsgruppe Partizipation 2005).
Die Tagung richtete sich ausdrücklich an Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis agieren, da diese besonders kompetent dazu beitragen können, die komplexen Fragestellungen der Querschnittsarbeitsgruppe weiterzuentwickeln und zu ergänzen. Während jedoch das Diskussionspapier vielmehr einen Überblick über die derzeitige Diskussion gibt, sollten die fast 80 Tagungsteilnehmer und -teilnehmerinnen direkt zu thematischen Schwerpunkten sowie zu der Frage nach den unterschiedlichen Blickwinkeln auf das Verhältnis zwischen Partizipation und Nachhaltigkeit Stellung beziehen.
Innerhalb der Querschnittsarbeitsgruppe Partizipation wurden drei inhaltliche Themenschwerpunkte herausgearbeitet, die die Diskussion um Partizipation und Nachhaltigkeit prägen. Hierbei ist zunächst das Problem der Machtasymmetrien innerhalb von Partizipationsprozessen für eine nachhaltige Entwicklung zu nennen, die eine gerechte Beteiligung aller Betroffenen hemmen können. Des Weiteren stellt sich die Frage nach geeigneten Partizipationsverfahren und -methoden, mit denen Prozesse nachhaltiger Entwicklung gestaltet werden können. Schließlich werden sowohl Partizipations- als auch Prozesse der nachhaltigen Entwicklung maßgeblich von gesellschaftlichen Lernprozessen bestimmt. Diese drei Themenschwerpunkte sind nicht trennscharf voneinander abzugrenzen und stehen in vielfältigen Wechselwirkungen zueinander. Um jedoch auf den "Teufel im Detail" fokussieren zu können, wurden sie innerhalb von parallelen Foren auf der Tagung mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen einzeln diskutiert.
Ein wichtiges Ergebnis der Tagung ist, dass im allgemeinen wissenschaftlichen Diskurs das Verhältnis zwischen Nachhaltigkeit und Partizipation vor allem von zwei Blickwinkeln aus betrachtet werden kann: Partizipation als grundsätzlicher Aushandlungsprozess für eine nachhaltige Entwicklung und Partizipation als Beteiligungsverfahren im Rahmen von Prozessen nachhaltiger Entwicklung. Im Grunde stehen beide Sichtweisen keineswegs im Widerspruch zueinander. Allerdings setzen sie unterschiedliche Foci, die häufig zu regen Diskussionen führen - je nachdem welche Sichtweise im Arbeits- bzw. Forschungszusammenhang der jeweiligen Personen im Vordergrund steht. Somit war es absehbar, dass die Diskussion um Partizipation als genereller Aushandlungsprozess bzw. als Beteiligungsverfahren auf der Tagung von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen wiederholt ins Blickfeld gerückt wurde.

Original-Workshop-Beiträge können heruntergeladen werden (siehe unten).


Tagungsprogramm

Nachhaltige Entwicklung ist ein allgemein anerkannter Vorsatz. Für die Zielbestimmung einer nachhaltigen Entwicklung bietet sich eine breite Partizipation verschiedener gesellschaftlicher Gruppen an, um die Akzeptanz von Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung zu verbessern. Doch es stellt sich immer wieder im Rahmen von Partizipationsprozessen die Frage, ob durch Mitgestaltung und Selbstbestimmung auch im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung das beste Ergebnis erzielt wird.
Die Tagung bot eine Plattform, um drei Themenschwerpunkte zum Verhältnis von Partizipation und Nachhaltigkeit in parallelen Foren zu diskutieren:

  • Hemmen Machtasymmetrien Partizipation?
  • Welche Partizipationsmethoden fördern eine nachhaltige Entwicklung?
  • Gesellschaftliches Lernen und Kompetenzerweiterung durch Partizipation?

Verschiedenste Akteure im Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit und Partizipation hatten sich eingefunden und sich intensiv in die Diskussionen auf dem Workshop eingebracht. Der Workshop brachte eine interessante Mischung aus Theorie und Praxis aus verschiedenen Sichtweisen.
Grundlage der Diskussionen waren die Ergebnisse der Querschnitts-Arbeitsgruppe "Partizipation" im BMBF- Förderschwerpunkt "Sozial-ökologische Forschung" und die Erfahrungen der geladenen ExpertInnen.
10:30

Begrüßung
Dr. Andreas Zehm (Koordiantionssekretariat SÖF)  download
Elke Baranek (Zentrum Technik und Gesellschaft, TU Berlin)

10:50

Problemaufriß
Ergebnisse der Querschnittsarbeitsgruppe Partizipation der Sozial-ökologischen Forschung
Heike Walk (Zentrum Technik und Gesellschaft, TU Berlin)  download

11:15

Vortrag
Nachhaltigkeit, Partizipation und Macht - oder: warum Partizipation nicht unbedingt zu Nachhaltigkeit führt
Dr. Angela Oels (Institut für Politikwissenschaft, Univ. Hamburg)  download

11:45

Diskussion
Vom Leitbild zur Umsetzung - Probleme im Detail

12:15

Mittagessen

13:30

Vorstellung der parallelen Foren
Elke Baranek (Zentrum Technik und Gesellschaft, TU Berlin)

13:45 Parallele Foren
Forum 1

Hemmen Machtasymmetrien Partizipation?
Impulsreferat: Dr. Edgar Göll (Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Berlin)  download
Moderation: Kristina Dietz (FU Berlin)
Es zeigt sich, dass Partizipationsprozesse und Nachhaltigkeitsdiskussionen durch Machtasymmetrien geprägt sind. In diesem Workshop sollen die Möglichkeiten der Beeinflussung von Machtasymmetrien bei der Planung und Durchführung von Partizipationsprozessen sowie Demokratisierungspotenziale von gesellschaftlichen Beteiligungsverfahren diskutiert werden.

Forum 2

Welche Partizipationsmethoden fördern eine nachhaltige Entwicklung?
Impulsreferat: Britta Rösener (RWTH Aachen, Planungstheorie & Stadtplanung)  download
Moderation: Bianca Schlußmeier (Univ. Osnabrück)
Partizipationsformen bewegen sich zwischen "beteiligt werden" über "teilhaben" bis zu "aktiv gestalten". Welche Beteiligungsformen und welche Partizipationsmethoden sind geeignet, um nachhaltige Zielsetzungen zu realisieren? Diskutiert werden soll, ob neue Instrumente erforderlich sind, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Forum 3

Gesellschaftliches Lernen und Kompetenzerweiterung durch Partizipation
Impulsreferat: Prof. Dr. Ute Stoltenberg (Univ. Lüneburg, Erziehungswissenschaften)  download
Moderation: Maria Behrendt (Univ. Bremen)
Auf dem Weg zur nachhaltigen Entwicklung sollten möglichst alle Mitglieder einer Gesellschaft lernen, was "nachhaltig denken und handeln" bedeutet. Partizipationsprozesse sind als Ort der Verständigung dazu geeignet, mit und von einander zu lernen, gemeinsame Wege und neues Wissen für eine nachhaltige Entwicklung zu finden. Doch wie kann diese Kompetenzerweiterung gefördert werden?

15:30

Kaffeepause und Posterpräsentation der Ergebnisse aus den Workshops

16:15

Podiumsdiskussion mit den Referentinnen
Essentielle Details für eine verbesserte Partizipation in der Nachhaltigkeit
Moderation: Elke Baranek (Zentrum Technik und Gesellschaft, TU Berlin)

17.30 Schlussworte
17:45 Ende der Veranstaltung


Das Tagungsprogramm kann zusätzlich als pdf-Datei heruntergeladen werden.


Organisatorisches

Veranstaltungsort
Harnack-Haus
Ihnestraße 16-20
14195 Berlin
Telefon +49(0)30-84 13 38 00
Telefax +49(0)30-84 13 38 01
Internet: http://www.harnackhaus-berlin.mpg.de/

Anreise:
In Berlin die U3 Richtung "Krumme Lanke" bis "Thielplatz", dann den Bahnhof in Fahrtrichtung durch den linken Ausgang verlassen. Das Harnack-Haus befindet sich dann rechts in ca. 50 m Entfernung.
Weitere Informationen unter: http://www.harnackhaus-berlin.mpg.de/de-wegweis.htm

Veranstalter
Veranstalter des Workshop "Partizipation und Nachhaltigkeit" ist die Querschnittsarbeitsgruppe Partizipation des BMBF-Förderschwerpunktes Sozial-ökologische Forschung (SÖF). Die Tagung wird im Auftrag des Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF vom Koordinationssekretariat SÖF organisiert.
Die SÖF entwickelt Strategien zur Lösung konkreter gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsprobleme. Dies erfordert einen interdisziplinären Forschungsansatz und das frühzeitige Einbinden gesellschaftlicher Akteure - z.B. Verbraucher, Kommunen und Unternehmen. Ziel ist eine umweltgerechte Entwicklung, ohne dabei soziale Chancen und Wirtschaftswachstum aus den Augen zu verlieren.

Kontakt
Dr. Andreas Zehm
Koordinationssekretariat Sozial-ökologische Forschung (SÖF)
Kühbachstraße 11
D-81543 München
Telefon +49 (0)89-3187-1841
Telefax +49 (0)89-651088-19 (oder -54)
e-mail: Kontakt


Impressionen der Tagung

Foto Helga Jonuschat


Vortrag Dr. Angela Oels.

Foto Helga Jonuschat
Mittagspause
Foto Helga Jonuschat
Blick ins Plenum.
Foto Helga Jonuschat


Vorstellung Ergebnisse des Forum 2.

Foto Helga Jonuschat


Vorstellung Ergebnisse des Forum 3.

Foto Helga Jonuschat
Podiumsdiskussion.

 


Materialen von allgemeinem Interesse (von TeilnehmerInnen des Workshop)

 Infos zur Buchpublikation Angela Oels (Evaluating stakeholder participation
in the transition to sustainable development)
 download
   
   

Dokumente

  • Flyer Workshop Partizipation 23.9.05

    [PDF - 187,1 kB]

     (URL: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/pot/download.php/M%3A598+Flyer+Workshop+Partizipation+23.9.05/~/_media/Flyer_Partizipation_23_9_05.pdf)

Kontakt

  • Bianca Schlussmeier

    • Universität Osnabrück
    • Barbarastr. 12
    • 49076 Osnabrück
    • Telefonnummer: +49(0) 541-969-2486
    • E-Mail-Adresse:
  • Helga Jonuschat

    • Sekretariat für Zukunftsforschung
    • Marienstr. 19/20
    • 10117 Berlin
    • Telefonnummer: 030 - 284 82-313
    • E-Mail-Adresse: