Querschnitts-AG Ökonomik

Die Querschnitts-AG "Die Rolle der Ökonomik in der SÖF" verfolgt den Zweck, den Stellenwert der Ökonomik für die SÖF, aber auch Lehren aus der SÖF-Arbeit für die Weiterentwicklung nachhaltigkeitsorientierter Wirtschaftsforschung auszuloten. Ziel ist die Analyse und Förderung der wechselseitigen Befruchtungsmöglichkeiten. Sie will ökonomische Sachverhalte und Methoden in andere SÖF-relevante Disziplinen vermitteln, die Rolle der Ökonomik in SÖF-Projekten reflektieren und dazu beitragen, die SÖF im ökonomischen Diskurs bekannt zu machen. An diesen internen und externen Zielsetzungen orientieren sich auch die Produkte der AG.

Das Feld der sozial-ökologischen Forschung (SÖF) befasst sich vornehmlich mit der Analyse sozial-ökologischer Problemlagen und Transformationsprozesse. Die SÖF will dabei auch zu einem besseren Verständnis des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung und seiner vielfältigen Dimensionen und Umsetzungsanforderungen beitragen. Konkrete Problemfelder, die dabei eine Rolle spielen, sind zum Beispiel Ernährung und Agrobiodiversität, Ver- und Entsorgungssysteme, Klimapolitik, regionale Entwicklung und gesellschaftliche Lernprozesse.

Die Erforschung nachhaltiger Entwicklung und die Bedingungen ihrer konkreten Umsetzung erfordert ein disziplinübergreifendes Methoden- und Zugangsraster, d.h. auch das Zusammenwirken von Forschenden der Natur- und Gesellschaftswissenschaften. Der Ökonomik, also der Wissenschaft von der Ökonomie, kommt im Rahmen der SÖF eine besondere Rolle zu. Praktisch alle Nachhaltigkeitsprobleme - von Definitionsfragen über Fragen der Operationalisierung bis hin zu Aspekten gesellschaftlicher Transformation - haben etwas mit wirtschaftlichen und damit auch wirtschaftswissenschaftlichen Fragestellungen zu tun. Gleichwohl führt die isolierte Anwendung einer ökonomischen Perspektive in disziplinäre Sackgassen. Zu nennen sind hier die stark abstrahierte Handlungstheorie der Ökonomik, die erst beginnende Analyse der Entwicklungsdynamiken ökonomisch-ökologischer Systeme, die weitgehende Ausblendung multipler Ziel- und Wertdimensionen im Zuge einer Fokussierung auf monetär abbildbare Prozesse.

Die Querschnitts-AG "Die Rolle der Ökonomik in der SÖF" verfolgt vor diesem Hintergrund folgende Zielsetzungen:

  • Herausarbeitung des Stellenwertes der Ökonomik für die SÖF: Wir wollen ökonomische Sachverhalte und Methoden in andere SÖF-relevante Disziplinen vermitteln, die Rolle der Ökonomik in SÖF-Projekten reflektieren und dazu beitragen, die SÖF in ökonomische Diskurse einzubringen.
  • Rückspiegelung von Erkenntissen in die eigene Disziplin: Wir wollen die Lehren aus der SÖF für die Weiterentwicklung nachhaltigkeitsorien-tierter Wirtschaftsforschung ausloten.

Insgesamt ist das Ziel also die Analyse und Förderung der wechselseitigen thematischen Überschneidungen und der daraus erwachsenden Potentiale für die Nachhaltigkeitsforschung (Befruchtungsmöglichkeiten). Dazu ist die Beantwortung vor allem der folgenden Fragen notwendig:

  • Auf welche ökonomischen Methoden kann bei der Erforschung sozial-ökologischer Transformationen zurückgegriffen werden und wie können sie mit Methoden anderer Disziplinen kombiniert und ergänzt werden?
  • Welchen Beitrag können existierende ökonomische Ansätze für das Verständnis sozial-ökologischer Transformationsprozesse leisten?
  • Wie kann sozial-ökologische und die herkömmliche ökonomische Forschung in die praktische Lösung von Nachhaltigkeitsproblemen einbezogen und auf diese Weise praxisrelevant werden, auch in Hinblick auf den Anspruch der Transdiziplinarität der SÖF?

An diesen internen und externen Zielsetzungen und Fragestellungen orientieren sich auch die angestrebten Produkte der AG: Neben Publikationen in deutschsprachigen und internationalen Zeitschriften planen wir Tagungen mit unterschiedlichen Zielgruppen, die sich auf die konkreten Themenfelder der AG richten:

  • Methoden und Gegenstände der Ökonomik im Rahmen sozial-ökologischer Forschung;
  • meta-wissenschaftliche Fragen zur Rolle der Sprache in der Ökonomik;
  • methodologische Probleme eines sinnvollen Methodenpluralismus;
  • Gender-Fragen.

Dabei geht es nicht zuletzt um die Frage nach der disziplinären Identität von Ökonomen/innen in sozial-ökologischen Forschungszusammenhängen. So wie mit Nachhaltigkeitsthemen befasste Ökonomen/innen sich zu verschiedenen theoretischen Ansätzen "verhalten" müssen, besteht für Ökonomen/innen innerhalb der SÖF die Notwendigkeit, sich innerhalb ihrer Projekte zu "verorten".

Von besonderem Interesse sind für uns sozial-ökologische Transformationsprozesse. Hierbei stehen solche gesellschaftlichen Veränderungen im Mittelpunkt, die in besonderem Maße auch ökologische und soziale Folgen generieren, wie Liberalisierungsprozesse auf Versorgungsmärkten, Prozesse der Internationalisierung des Waren- und Geldverkehrs oder veränderte Technik- oder Konsumtrends. Die AG will herausarbeiten, welchen Beitrag ökonomische Ansätze zur Erklärung dieser Prozesse in ihrer systemübergreifenden Komplexität leisten können. Neben der disziplinenübergreifenden Zusammenarbeit und der Vernetzung der Ökonom/innen aus den einzelnen SÖF-Projekten in der AG soll auch ein Austausch zwischen den einzelnen Querschnittsgruppen sowohl zu inhaltlichen als auch arbeitspraktischen Fragestellungen stattfinden.


Ansprechpartner:


Dr. Fred Luks
Universität Hamburg, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Department Wirtschaft und Politik
Von-Melle-Park 9
20146 Hamburg
49 (0)40-42838-2197

E-Mail: Kontakt

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