In der sozial-ökologischen Forschung geht es nicht nur um wissenschaftliche Analyse, sondern um gesellschaftliches Handeln, das auf sozial-ökologische Transformationsprozesse gerichtet ist. Dabei besitzt die Steuerung von verknüpften sozialen, technischen und ökologischen Veränderungsprozessen eine zentrale Bedeutung. Steuerungsprobleme in sozial-ökologischen Transformationsprozessen sind durch die Kombination von drei Eigenschaften charakterisiert: Komplexität von Wirkungsbeziehungen, Ambivalenz von Nachhaltigkeitszielen und verteilte Einflussressourcen. Mit dieser Problematik beschäftigt sich die QAG Steuerung und Transformation.
Die Steuerung von sozial-ökologischen Transformationsprozessen beinhaltet besondere Probleme. Die Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, die dazu erfolgenden Arbeiten in den einzelnen Projekten miteinander in Beziehung zu setzen und für übergreifende Fragen auszuwerten.
Steuerung ist ein zentrales Thema der sozial-ökologischen Forschung, denn sie bezieht sich auf gesellschaftliches Handeln in sozial-ökologischen Transformationsprozessen. Die zielgerichtete Beeinflussung von miteinander verknüpften sozialen, technischen und ökologischen Veränderungsprozessen ist eine übergreifende Herausforderung der nachhaltigen Entwicklung.
Steuerung in sozial-ökologischen Transformationsprozessen bedeutet Steuerung angesichts von Komplexität, Unsicherheit und verteilten Einflussressourcen. Die spezifische Steuerungsproblematik der sozial-ökologischen Forschung, lässt sich anhand der folgenden Merkmale charakterisieren:
Wie kann mit dem Dilemma der Notwendigkeit von Steuerung für nachhaltige Entwicklung und der Begrenztheit von Steuerungsvermögen umgegangen werden? Wie kann vor diesem Hintergrund Steuerung (neu) konzipiert werden?
Die Arbeit der QAG richtet sich auf die praktsiche Gestaltbarkeit von sozial-ökologischen Transformationsprozessen. Dennoch werden in der QAG keine direkte Umsetzungsarbeit und Praxiskooperationen verfolgt. Vielmehr werden grundlegende konzeptionelle und theoretische Fragen bearbeitet werden, die sich mit praktischen Steuerungsproblemen verknüpfen.
Ziel der ersten Arbeitsphase war eine Bestandsaufnahme der unterschiedlichen theoretischen Zugänge zur Steuerung sozial-ökologischer Transformationsprozesse, die in den teilnehmenden SÖF-Projekten verwendet werden. Die verschiedenen Ansätze wurden in einem ersten Diskussionspapier dargestellt.
Die zweite Arbeitsphase beinhaltete die Ausarbeitung von Merkmalen zur Beschreibung von Steuerungssituationen. Dafür wurden die konkreten Steuerungsprobleme verschiedener Projekten vergleichend analysiert. Als Merkmale wurden identifiziert:
der Grad der Heterogenität von Zielen, die unter dem Begriff Nachhaltigkeit verfolgt werden
der Grad der Komplexität der Kausalbeziehungen im adressierten Gegenstandsbereich
der Grad der Verteilung von Einflusskapazitäten auf Veränderungen im Gegenstandsbereich
Die dritte, gegenwärtig laufende, Arbeitsphase besteht aus zwei Arbeitssträngen, die jeweils in einer Publikation münden sollen.
1. Erarbeitung einer Typologie von Steuerungssituationen, die sich zur Diagnose praktischer Steuerungsprobleme sowie zur Auswahl passender von Steuerungstheorien bzw. Identifikation von steuerungstheoretischem Forschungsbedarf eignet.
2. Ausarbeitung der theoretischen Herausforderungen und Exploration neuer Steuerungskonzepte, für Situationen, in denen alle drei Merkmale extrem ausgeprägt sind.
Die Arbeiten der QAG werden mit einer internationalen Tagung zum Thema "Governance for Sustainable Development" am 5.-7. Februar 2005 in Berlin abgeschlossen.
Ansprechpartner:Jan-Peter Voß
Öko-Institut e.V.
Novalisstr. 10
10115 Berlin
+49 (0)30 - 280486-62
E-mail: Kontakt
(URL: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/664.php)