Querschnitts-AG Gender

Noch besteht an manchen Stellen Unsicherheit darüber, wie die Gender-Thematik in der konkreten Projekt-Arbeit zu verankern ist. Die QAG Gender ermöglicht daher einen Austausch über die sehr unterschiedlichen Herangehensweisen in den Projekten. Dabei soll ein Eindruck darüber gewonnen werden, ob in den Projekten ähnliche Fragestellungen und Methoden identifiziert und daraus übergeordnete Schlussfolgerungen gezogen werden können. Ziel ist es, die Thematik fester in der anwendungsbezogenen und theoretischen Projektarbeit zu verankern und Handlungsempfehlungen für die künftige Ausgestaltung von SÖF-Förderprogrammen zu entwickeln.

Die hohe Relevanz der Thematik erschließt sich bereits aus dem Rahmenkonzept des Forschungsministeriums, das das Thema Geschlechterverhältnisse und Umwelt als eine von drei relevanten Problemdimensionen, mit denen sich alle Projekte beschäftigen sollen, festschreibt.

Bereits bei der Konzeption der Projekte der sozial-ökologischen Forschung wurde daher versucht, den Geschlechterbezug der jeweiligen Themen und Fragestellungen aufzuzeigen.

Bei der Etablierung der Querschnittsgruppe wurde schnell deutlich, dass der Kenntnisstand und die Erfahrungen mit dem Einbezug der Genderperspektive in den Projekten sehr unterschiedlich sind. Diese Unterschiede konnten dadurch nivelliert werden, dass die Sitzungen der Querschnittsgruppe jeweils durch einen schriftlichen Vorlauf vorbereitet wurden und so alle Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, sich auf die Diskussionen vorzubereiten.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme des Umgangs mit der Geschlechter-Thematik in den Projekten, kristallisierten sich folgende Schwerpunkte heraus:

  • Wie verhalten sich die Gender-Ansätze der Projekte zu den Gender-Ansätzen der etablierten Frauen- und Geschlechterforschung?
  • Was ist das Gemeinsame aller Projekte und damit das Spezifische der Gender-Thematik in der SÖF?
  • Im Detail hat darüber hinaus eine Auseinandersetzung zu folgenden Fragen statt-gefunden:
  • Wie ist die Kategorie Geschlecht in den Projekten definiert?
  • Welchen Stellenwert hat das Thema Geschlechterverhältnisse in den Projekten? Welche Kristallisationspunkte können in den verschiedenen Projekten identifiziert werden?
  • Welche Lernprozesse haben in den Projektgruppen stattgefunden?

Nicht zuletzt werden diese Fragen durch eine Auseinandersetzung mit der eingesetzten Methodik begleitet. Schließlich wird am Ende der Arbeit auch die Frage stehen, welchen Beitrag die Kategorie Geschlecht zur Erarbeitung von Gestaltungsvorschlägen oder Transformationswissen leisten kann. Darüber hinaus wird zu beobachten sein, wie sich dies im Output der Projekte niederschlägt und inwiefern auch hier stereotype Zuschreibungen Verwendung finden.

Die Querschnittsgruppe arbeitet zurzeit an der Veröffentlichung eines Buches, das sich an der folgenden Gliederung orientiert:

  1. Einleitung
  2. Weshalb Nachhaltigkeitsforschung Gender braucht Grundlegung; Begriffe/ Herausforderungen, Sex/ Gender, Geschlechterverhältnis)
  3. Gender in der SÖF Wie ist es im Programm angelegt? Vor welchem Debattenhintergrund?
  4. Das Spezifische an SÖF und Gender
    4.1 Deskriptiver Einleitungsteil/ Was ist die Kategorie Geschlecht?/ Was leistet die Kategorie in den Projekten?
    4.2 Spezifische Problemlagen/ Wer definiert die Probleme?
    4.3 Kristallisationspunkte
    4.4 Methoden/ Methodologie/ Reflexion über Methoden
    4.5 Welche Lernprozesse? (Ambivalenzen) (Genderkompetenzen)
  5. Beiträge aus Sicht der Praxis
  6. Forschungs- und gesellschaftspolitische Perspektiven

Da die Arbeit der Querschnittsgruppe auch außerhalb des Kreises der Mitwirkenden auf ein großes Interesse an ihren Arbeitsergebnissen trifft, soll die geplante Veröffentlichung dem offensichtlich vorhandenen Informationsdefizit auch außerhalb des sozial-ökologischen Förderschwerpunktes Rechnung tragen.

Weitere Informationen bekommen Sie bei:

Prof. Dr. Dr. Martina Schäfer
Zentrum für Wissenschaft und Gesellschaft der TU Berlin
Hardenbergstr. 36A
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Dr. Gabriele Wendorf
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