"Blockierter Wandel? - Die Überwindung von Dichotomien in den Raumbeziehungen als Element sozial-ökologischer Transformation

Laufzeit: 01.08.2003 - 28.02.2006

Nachhaltige Raumentwicklung kommt in Gang, wenn die Dichotomien, die die Raumbeziehungen prägen, als gender-konotierte Herrschaftsbeziehungen untersucht, kritisiert und in ein vielfältigeres Beziehungsnetz aufgelöst werden.

Die Untersuchungsregion

Die "Mulde-Mündung" ist geprägt von ihren naturnahen Auen, der Kulturlandschaft des Wörlitzer Gartenreichs und den Bergbaufolgelandschaften. Die Wirtschaftsstandorte Dessau, Wittenberg und Bitterfeld sind seit 1989 mit massiven sozio-ökonomischen Umbrüchen konfrontiert, die eine Neuorientierung der Region notwendig machten.

Seit nunmehr fast zehn Jahren wird dieser regionale Umbau mit dem Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung betrieben. Dies ist den Aktivitäten und dem Engagement zahlreicher AkteurInnen in der Region zu verdanken.

Dennoch kommt die Entwicklung nur schleppend voran. Soziale, ökonomische und ökologische Vorhaben lassen sich scheinbar nur schwer unter Berücksichtigung aller Aspekte miteinander verknüpfen, liegen im Widerstreit und blockieren regionale Ressourcen, Potenziale und AkteurInnen.

Die Annahmen

Was verhindert die Umsetzung des Leitbildes der Nachhaltigen Entwicklung?

Das Forschungsprojekt geht in seinen Hypothesen davon aus, dass dichotom strukturierte Denk- und Handlungsmuster diese Umsetzung blockieren. Dichotomien sind vermeintliche, das Denken und Handeln prägende Gegensätze, wie z.B. Kultur versus. Natur, Marktökonomie versus Versorgungswirtschaft. Diese Sichtweisen des "entweder-oder" sind zumeist durch hierarchische und geschlechtlich kodierte Zuordnungen gestützt. Sie blenden in Entscheidungs- und Handlungsprozessen gegenseitige Abhängigkeiten und Bedingtheiten aus und verhindern so die Verständigung über nachhaltige Lösungen.

Wir nehmen an, dass neue Spielräume eröffnet werden können, wenn diese herkömmlichen Denk- und Handlungsmuster hinterfragt werden. Das Aufzeigen von Spannungen und die Loslösung von einengenden Bezogenheiten öffnet Zwischenräume und hilft, den Blick auf das Ganze zu richten. Auf diese Weise kann der Wandel zu einer Nachhaltigen Entwicklung unterstützt werden.

Die Vorgehensweise

Das Projekt "Blockierter Wandel?" richtet seinen Blick auf die gesellschaftlichen Naturverhältnisse und reiht sich damit in die sozial-ökologische Forschung ein. Der Forschungsverbund arbeitet interdisziplinär, problemorientiert und gemeinsam mit PraxispartnerInnen. Wissenschaftstheoretisch und praktisch stellen wir uns damit der Herausforderung, die in der herkömmlichen Wissenschaft übliche Trennung zwischen "Forschenden" und "Beforschten" zu überwinden. Das bedeutet eine Praxisorientierung, die sowohl PraxispartnerInnen vor Ort aktiv in unsere Projektzusammenhänge, als auch uns Forscherinnen in die Lernzusammenhänge der Region einbindet.

Der Forschungsverbund

Der Forschungsverbund ist aus dem Netzwerk "Vorsorgendes Wirtschaften" hervorgegangen. In diesem Netzwerk beschäftigen sich Frauen aus verschiedenen Wissenschafts-, Arbeits- und Lebensbereichen mit der vorsorgenden Wirtschaftsweise als Weg zur Nachhaltigkeit. Hierbei sind drei Prinzipien handlungsleitend:

Vorsorge, Kooperation und Orientierung am für das Gute Leben Notwendigen.

Weitere Informationen bekommen Sie bei:
Dr. Babette Scurrell
BUND Sachsen Anhalt e.V.
Forschungsprojekt Blockierter Wandel
Humperdinckstraße 16
06844 Dessau
Tel. +49 (0)340-230 3878
Email: Kontakt

Homepage des Projektes: http://www.blockierter-wandel.de/

Die Fragestellung des Projektes "Blockierter Wandel?" wird mit einem gemeinsamen feministischen Erkenntniszugang in sechs Teilprojekten aus unterschiedlichen Perspektiven bearbeitet. Wenn Sie Interesse an einem dieser näher definierten Themen haben, wenden Sie sich direkt an die Teilprojektleiterinnen bzw. Teilprojektleiter.


Tätigkeitsräume: (Alte) Dualismen und (neue) Bezogenheiten?

Tätigkeitsräume sind Räume, die aus Wechselverhältnissen von Tätigkeiten wie z.B. Erwerbsarbeit, sorgenden Arbeiten, Gemeinwesenarbeit entstehen. Die Möglichkeiten ihrer Umgestaltung zu nachhaltigen Tätigkeitnetzen werden untersucht.

weitere Informationen bei:
Prof. Dr. Adelheid Biesecker
Institut für Institutionelle und Sozialökonomie der Universität Bremen (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften)
Hochschulring 4
28334 Bremen
Tel: +49 (0)421-218 2151
Fax: +49 (0)421-218 4974
Email: Kontakt
Homepage: http://www.iiso.uni-bremen.de/biesecker/

Umwelträume

Umwelträume sind Räume, in denen die dynamischen Mensch-Natur-Beziehungen am Versorgungssystem Wasser sichtbar gemacht und für Strategien einer regionalen Wasserwirtschaft konstruktiv aufgegriffen werden. Normative Räume sind Räume, in denen die Rationalitäts- und Handlungsmuster in den Raumnutzungen der Akteure der nachhaltigen Regionalentwicklung untersucht werden.

weitere Informationen bei:
Dr. Susanne Schön
inter 3 - Institut für Ressourcenmanagement
Otto-Suhr-Allee 59
10585 Berlin
Tel: +49 (0)30-343474-40
Fax: +49 (0)30-343474-50
Email: Kontakt
Homepage: http://www.inter3.de/

LernHandlungsräume

LernHandlungsräume sind Räume, in denen zwischen Wissen und Handeln, Verstand und Gefühl, innerer und äußerer Natur Raumverbindendes und -verbindliches reflektiert und erprobt wird.

weitere Informationen bei:
Dr. Marianne Friese
Universität Bremen
Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften
Forschungsgruppe Dienstleistungsberufe
Grazer Straße 2
28359 Bremen
Tel: +49 (0)421-218 3643
Fax: +49 (0)421-218 2084
Email: Kontakt
Homepage: http://www.dlb.uni-bremen.de/web/index.htm?start.htm

NaturKulturräume

NaturKulturräume sind Räume, in denen sich die Verbindung von Natur und Gesellschaft materialisiert. Entlang der trennenden Kategorien "Schützen" und "Nutzen" von Naturraum wird diese Verbindung im Biosphärenreservat Mittlere Elbe untersucht.

weitere Informationen bei:
Prof. Dr. Sabine Hofmeister
Universität Lüneburg, Fachbereich IV Umweltwissenschaften
Institut für Umweltstrategien, Fachgebiet Umweltplanung
Scharnhorststraße 1
21335 Lüneburg
Tel: +49 (0)4131-78 2950
Fax: +49 (0)4131-78 2532
Email: Kontakt
Homepage: http://uwi.uni-lueneburg.de/Umweltplanung/

Normative Räume

Normative Räume sind Räume, in denen die Rationalitäts- und Handlungsmuster in den Raumnutzungen der Akteure am Beispiel des Hochwasserschutzes untersucht werden.

weitere Informationen bei:
Dr. Susanne Schön
inter 3 - Institut für Ressourcenmanagement
Otto-Suhr-Allee59
10585 Berlin
Tel: +49 (0)30-343474-40
Fax: +49 (0)30-343474-50
Email: Kontakt
Homepage: http://www.inter3.de/

Umsetzungsräume (Projektkoordination)

Umsetzungsräume sind Räume, in denen mit neuen Erkenntnissen experimentiert wird, in denen sich Wissenschaft und Alltagswissen treffen und in denen Aushandlungsprozesse um die Ziele regionaler Entwicklung stattfinden.

weitere Informationen bei:
Dr. Babette Scurrell
BUND Sachsen Anhalt e.V.
Forschungsprojekt Blockierter Wandel
Humperdinckstraße 16
06844 Dessau
Tel: +49 (0)340-230 3878
Email: Kontakt
Homepage: http://www.bund-sachsen-anhalt.de/

 

Publikationen im Rahmen des Projekts

19 Projektpublikationen

Hier können Sie gezielt nach Publikationen suchen.

  
 
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Dokumente

  • Presseartikel Viereckteich

    [PDF - 366,9 kB]

     (URL: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/_media/Viereckteich_MZ_09082005.pdf)

Kontakt

  • Dr. Babette Scurrell

    • BUND Sachsen Anhalt e.V.; Forschungsprojekt Blockierter Wandel
    • Humperdinckstraße 16
    • 06844 Dessau
    • Telefonnummer: Tel. +49 (0)340-230 3878
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