INFO! 2/2011

Klimawandel und Migration: Ein Thema - viele Forschungsperspektiven - Wie kann Politik mehr Verantwortung für nachhaltige Entwicklung übernehmen? - Strenge Umweltgesetze sind ein Wettbewerbsvorteil - Veranstaltungen - Neuerscheinungen

Liebe Leserinnen und Leser,

gleich mehrere Forschungsprojekte des SÖF-Themenschwerpunkts "Soziale Dimensionen von Klimaschutz und Klimawandel" betrachten das Thema Migration: Aus historischer Perspektive, aus Sicht deutscher Immigranten und mit Blick auf sozial-ökologische Ursachen in einzelnen Heimatländern.
Im Rahmen der zweiten WiN-Förderphase stellen sich viele Forscher(-innen) die Frage, wo die Hemmnisse für eine effektive Nachhaltigkeitspolitik liegen und welche Empfehlungen sich daraus ableiten lassen. Erste Erkenntnisse aus dem Projekt "Lead Markets" zeigen, dass sich die Übernahme von Verantwortung in der Politik lohnt: Umweltgesetze erweisen sich als klarer Wettbewerbsvorteil!

Herzliche Grüße aus Bonn,

Jutta Zimmermann


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Themen:



Klimawandel und Migration: Ein Thema - viele Forschungsperspektiven

Die voranschreitende Klimaerwärmung ist immer häufiger eine Ursache für die Abwanderung von Menschen aus vom Klimawandel bedrohten Regionen in begünstigte Gebiete. Es ist damit zu rechnen, dass Flüchtlingsströme weiter zunehmen. Bisher werden die Themen Migration, Klimawandel und Umweltzerstörung jedoch oft unabhängig voneinander diskutiert. Hier setzen mehrere Forschungsprojekte des SÖF-Themenschwerpunkts "Soziale Dimensionen von Klimaschutz und Klimawandel" an. Das Projekt "Climates of Migration" erforscht, wo es Zusammenhänge zwischen Klima und Migration in den letzten 500 Jahren gegeben hat. Das Forscherteam von "MICLE" untersucht am Beispiel der benachbarten Sahelländer Mali und Senegal, unter welchen sozial-ökologischen Bedingungen Migrationsprozesse stattfinden (siehe auch Artikel zu Forschungsaufenthalt im Sahel). Aus einer ganz anderen Perspektive betrachten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von "EMIGMA" dieses Thema. Sie stellen sich beispielsweise die Frage, wie es um das umweltfreundliche Verhalten von türkisch- und russischsprachigen Migranten in Deutschland steht und welche Einstellung sie zum Klimaschutz haben. Wie können zielgruppenspezifische Maßnahmen aussehen, die deren Engagement für den Klimaschutz stärken und welche Erkenntnisse daraus lassen sich für integrationspolitische Maßnahmen nutzen? Mehr Informationen erhalten Sie über die jeweiligen Projekt-Websites.



Wie kann Politik mehr Verantwortung für nachhaltige Entwicklung übernehmen?

Weltweit sind bereits viele Fortschritte bei der Realisierung des Leitbilds einer nachhaltigen Entwicklung erzielt worden. Doch nach wie vor gibt es eine Reihe von Zielkonflikten zwischen unterschiedlichen Interessen, werden nicht alle Nachhaltigkeitsaspekte gemeinsam betrachtet oder werden Maßnahmen nicht umgesetzt, weil sich aufgrund unterschiedlicher Zuständigkeiten niemand verantwortlich fühlt. Wo die Politik ansetzen kann, damit nachhaltige Entwicklung ein selbstverständlicher Teil des Lebens wird, das erforschen verschiedene Projekte der zweiten WiN-Förderphase. Das Projekt "GeNECA" hat es sich beispielsweise zur Aufgabe gemacht, nachhaltige Entwicklung auf der Basis des Capability Ansatzes von Amartya Sen neu zu formulieren, also in diesen Wohlfahrtsindex neben der intragenerationalen auch die intergenerationale Gerechtigkeit sowie Umweltaspekte mit einzubeziehen.
Anhand von Beispielen aus dem Bereich der Biodiversität und Fischerei analysiert das Projekt "Eigen" Zielkonflikte bei der Nutzung von Ökosystemdienstleistungen und deren Auswirkungen auf die Verantwortungsstrukturen wirtschaftlicher und politischer Akteure. Ziel sind konkrete Handlungsstrategien, wie Institutionen und Instrumente gestaltet sein sollten, um Zielkonflikte zu verhindern. Welche Voraussetzungen sind in Institutionen notwendig, damit politische und gesellschaftliche Akteure auf verschiedenen Hierarchie-Ebenen bewusst Verantwortung übernehmen? Das untersucht das Forschungsprojekt "Verantwortung für Nachhaltigkeit" am Beispiel des derzeitigen Gewässermanagements für das internationale Flussgebiet der Elbe. In allen drei Projekten soll darüber hinaus geprüft werden, inwieweit sich die Erkenntnisse auch auf andere Bereiche übertragen lassen.



Strenge Umweltgesetze sind ein Wettbewerbsvorteil

Wie bilden sich Lead-Markets (führende Märkte) für Umwelttechnologien in Industrie- und Schwellenländern heraus? Welche Bedingungen sind notwendig, damit in einem Land ein Lead Market für eine bestimmte Technologie entsteht? Das untersucht das WiN-Projekt "Lead-Markets" anhand von Fallstudien über verschiedene Umwelttechnologien (Wassertechnologie, Verpressung von Kohlendioxid im Boden (CCS), Biokraftstoffe und Elektromobilität). Erste Erkenntnisse zeigen, dass strenge umweltpolitische Gesetze Innovationen fördern. China ist beispielsweise bei der Elektromobilität bereits dabei, eine führende Marktposition einzunehmen Es ist davon auszugehen, dass dies nicht zuletzt auch auf die sehr strenge Luftreinhaltungspolitik in vielen chinesischen Städten zurückzuführen ist. Gleichzeitig können sich immer mehr Chinesen aufgrund des ökonomischen Aufschwungs einen Motorroller leisten, was den Absatz von Elektrorollern steigert. Die Hersteller verfügen auf diese Weise über einen wichtigen Innovations- und Erfahrungsvorsprung in der Elektroroller-Produktion- vor Europa oder den USA. Darüber berichtete auch der Tagesspiegel am 16. April 2011.



Forschungsaufenthalt im Sahel: Erste Erkenntnisse zu Migrationsprozessen

Für das SÖF-Projekt "Klimawandel, Umweltveränderungen und Migrationsbewegungen im Sahel - MICLE" reisten Mitglieder des Teams zur Exploration nach Mali und Senegal. Während des mehrwöchigen Forschungsaufenthalts legten sie in beiden Ländern die Untersuchungsregionen für die empirische Analyse fest. Die Wissenschaftler erhoben erste geowissenschaftliche Daten zu Landdegradation und Niederschlägen sowie sozialwissenschaftliche Daten zu Migrationsmotiven. Diese weisen darauf hin, dass in den ausgewählten Regionen die Variabilität des Klimas zunimmt und starke regionale Unterschiede im Niederschlag bestehen. Die lokale Bevölkerung nimmt Temperatur- und Niederschlagsveränderungen im Vergleich zur Zeit vor den großen Dürren in den 1970er und 80er Jahren sehr unterschiedlich wahr. Besonders während der Trockenzeit migrieren die Menschen in den Untersuchungsregionen. Fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten vor Ort und zusätzliche Einkommensquellen neben der Landwirtschaft sind nur einige der vielfältigen Gründe, die vor allem junge Männer zur Migration in die großen Städte des Landes oder der Nachbarländer bewegen.
Außerdem führte das Team Expertengespräche an Forschungseinrichtungen in Dakar und Bamako. In "MICLE" wird erforscht, welche sozial-ökologischen Bedingungen Migrationsprozesse im Sahel zugrunde liegen und welche Bedeutung der Klimawandel dabei hat. Mehr Informationen finden Sie auf der Projekt-Homepage. (Quelle: ISOE)



Umweltfreundliche Technologien in der Fahrzeugklimatisierung: Eine Patent-Zitationsanalyse

Die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien ist von entscheidender Bedeutung, um den Klimawandel zu verlangsamen. In einem neuen ifo-Working Paper aus dem WiN-Projekt "Nachhaltigkeitsinnovationen" wird die Entstehung und Diffusion von Umweltinnovationen in der Fahrzeugklimatisierung mit Hilfe von Patentanalysen und ökonometrischen Regressionen analysiert. Als Umweltinnovationen werden Patente berücksichtigt, die zur Verringerung direkter fluorierter Treibhausgasemissionen (z.B. auf Basis natürlicher Kältemittel) beitragen. Die Analyse der Diffusion erfolgt mithilfe von Zitationsanalysen. Diese ermöglichen es Wissensflüsse nachzuzeichnen, die zur Entstehung neuer Technologien beigetragen haben. Von Interesse ist dabei insbesondere der Typ (Privatperson, Firmen aus bestimmten Sektoren etc.) und das Land des Patentanmelders, da diese Unterscheidungen einen stärkeren Blick auf die unterschiedlichen Innovationstreiber erlauben (z.B. länderspezifische Regulierungsaktivitäten).
Die Zitationsflüsse werden aus dem Blickwinkel der zitierten oder der zitierenden Patente betrachtet. Ebenso wird unterschieden zwischen der absoluten Menge an Zitationsflüssen und deren Intensität. Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Umweltpatente von Privatpersonen stammen und in Deutschland und den USA angemeldet werden. Die Wissensflüsse verlaufen vorwiegend innerhalb eines Landes. Bei den grenzüberschreitenden Wissensflüssen diffundiert das meiste Wissen von französischen und deutschen Patenten, was wahrscheinlich auf die gegenüber den USA und Japan stärkeren Gesetzgebungsaktivitäten in Europa (Umsetzung des Montreal- Protokolls, EU- Richtlinien zu fluorierten Treibhausgasen) und die intensiveren Forschungsaktivitäten zu natürlichen Kältemitteln zurückzuführen ist. Der Wissensaustausch ist allerdings nicht sehr intensiv und stabil, so dass der Einfluss von EU-Richtlinien auf amerikanische und japanische Patentaktivitäten relativ schwach bleibt. (Quelle: Projekt) Zum ifo-Working-Paper



Rekrutierung der Kölner "KlimaHaushalte" hat begonnen

In einem Feldversuch mit Kölner "KlimaHaushalten" will das Projektteam des SÖF-Projekts "KlimaAlltag" herausfinden, wie im Alltag klimafreundliches Verhalten umgesetzt werden kann. Dabei wird vor allem untersucht, was die Menschen im alltäglichen Leben am Klimaschutz hindert oder motiviert. In einem Feldversuch werden dafür private Haushalte quer durch alle Bevölkerungsschichten rekrutiert. Die KlimaHaushalte verpflichten sich freiwillig, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. Um das zu erreichen, können sie aus verschiedenen Maßnahmen wählen und diese in ihr tägliches Leben einbauen. Bei der Umsetzung im Alltag werden sie von Klimaberatern persönlich unterstützt. Am Ende der Laufzeit werden die KlimaHaushalte zu ihren persönlichen Erfahrungen befragt. Noch bis Ende Juni können sich Kölner Haushalte bewerben. Parallel dazu ist auch die neue Projekt-Homepage online gegangen. Dort sind der Rekrutierungsflyer und weitere Informationen verfügbar. (Quelle: ISOE)



Gewinnbringende Unterstützung durch den Workshop for Political Theory and Policy Analysis

Während eines Besuchs bei der Kooperationspartnerin und Nobelpreisträgerin Prof. Elinor Ostrom in Bloomington, USA nutzte das WiN-Projekt "Erfolgsfaktoren bei Gemeingutprojekten" die Möglichkeit, viele Kontakte mit internationalen Experten auf dem Gebiet der Bewässerungssysteme und der Waldbewirtschaftung zu knüpfen. Deren Expertise fließt nun direkt in die Projektbearbeitung ein. Insbesondere der "Workshop for political theory and policy analysis" unter Leitung von Prof. Ostrom erwies sich als hervorragende Möglichkeit, weiteren Zugang zu verschiedenen Datenbanken zu erhalten.
Diese Fortschritte sowohl in der Datenlage als auch in der Methodik erlauben es dem Projektteam, Beispiele für Gemeingutnutzung wie etwa das Bewässerungssystem in Nepal effizienter und präziser für die Untersuchung der Erfolgsfaktoren vorzubereiten. Diese werden im Projekt empirisch mit Hilfe (computergestützter) künstlicher neuronaler Netze ermittelt. Diese Methode verspricht neue Erkenntnisse gegenüber herkömmlichen Fallstudien, insbesondere aufgrund der vermutlich nicht-linearen Natur der Systemzusammenhänge.
In einem Expertenkreis für sozio-ökologische Systeme (SES), der der theoretischen Weiterentwicklung bisheriger SES-Rahmenmodelle dient, besteht die Möglichkeit, die Überlegungen des Projektteams zu Indikatoren für ökologischen Erfolg zu prüfen und gegebenenfalls zu modifizieren. (Quelle: Projekt)



Publikation "Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen"

Übergewicht und Adipositas sind bei jungen Menschen zu einem gesellschaftlichen Problem geworden, das neue Ansätze in Forschung und Praxis erfordert. Der kürzlich erschienene Sammelband "Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen - ein systemisches Risiko interdisziplinär betrachtet" fasst die wesentlichen Ergebnisse des SÖF-Projekts "Übergewicht und Adipositas bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen als systemisches Risiko" zusammen und kommt dabei zu neuen Einsichten und Empfehlungen, die zum besseren Verständnis und zur erfolgversprechenden Bearbeitung dieser Herausforderung beitragen können.
Das Buch beantwortet beispielsweise die Fragen, warum einfache Erklärungsmuster nichts bringen, wie objektiv Body-Mass-Index und Gewichtsklassifizierungen sind oder was die zentralen Ursachen sind und wie sie sich auf Ernährungs- und Bewegungsverhalten auswirken. Und natürlich, wer überhaupt zu Übergewicht und Adipositas neigt. Der von Michael Zwick, Jürgen Deuschle und Ortwin Renn herausgegebene Sammelband kann beim VS-Verlag bestellt werden. (Quelle: Verlag)



Veranstaltungen

Projekt-Veranstaltungen

  • Internationaler Workshop "Water Management options in a globalised world",
    20. - 23.06.2011, Edlibach, Schweiz
    Das Institut für Gesellschaftspolitik (IGP) München veranstaltet im Rahmen desWiN-Projekts "Nachhaltiges Wassermanagement in einer globalisierten Welt" einen internationalen, interdisziplinären Workshop zum Thema "Water management options in a globalised world. Promoting a dialogue between economics, ethics and other disciplines". 

  • 3. Lüneburger Salongespräch zur Nachhaltigkeit,
    29.06.2011, Lüneburg
    Am 29. Juni 2011 findet von 18 bis 20 Uhr das dritte Lüneburger Salongespräch zur Nachhaltigkeit statt. Mit ihren Gästen, die aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen kommen, diskutieren die Leiterinnen der Forschungsnachwuchsgruppe "PoNa - Politiken der Naturgestaltung", Tanja Mölders und Daniela Gottschlich, über das Verhältnis von Wissenschaft und Politik am Beispiel von Agro-Gentechnik. Mehr

  • BINK Fortbildung zu nachhaltigem Konsum in Schulentwicklungsprozessen,
    30.06.- 01.07.2011
    Ende Juni geht die Fortbildung des SÖF-Projekts "BINK - Bildungsinstitutionen und Nachhaltiger Konsum" in eine zweite Runde. Die Fortbildung richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer, die an den Möglichkeiten des Themas Nachhaltiger Konsum für Schulentwicklungsprozesse interessiert sind. Das Angebot setzt sich aus elf praxisbezogenen Modulen zusammen. Zwischen den Präsenzphasen werden die Teilnehmenden durch die Wissenschaftler(-innen) des Projektes betreut.

  • Fachkonferenz "Stromsparen in privaten Haushalten - Appelle an die Vernunft oder vernünftige Politiksteuerung?",
    07.07.2011, Berlin
    Mehr als ein Viertel des Stromverbrauchs in Deutschland wird von privaten Haushalten verursacht. Auf der Fachtagung sollen Maßnahmen diskutiert werden, wie Einsparpotenziale besser erschlossen werden können. Die Konferenz richtet sich an Praktiker und Fachleute aus Politik und Verwaltung, Unternehmen und Verbänden der Stromwirtschaft, aus Verbraucher- und Umweltverbänden sowie an Wissenschaftler. Veranstaltet wird die Konferenz vom SÖF-Projekt "TRANSPOSE". Um Anmeldung bis zum 20. Juni 2011 wird gebeten. Mehr 

  • 2. Projekt-Workshop"Bedeutung von Gerechtigkeitsprinzipien für erfolgreiche Kooperation",
    26.07.2011, Mannheim
    Der zweite Workshop innerhalb des WiN-Projekts "Bedeutung von Gerechtigkeitsprinzipien für erfolgreiche Kooperation" stellt die Diskussion eines Fragebogens in den Vordergrund, der der Breitenbefragung zu Gerechtigkeitsnormen dient. Ziel ist es, die konzeptionellen und inhaltlichen Schwerpunkte des Fragebogens gemeinsam mit dem Projektbegleitkreis zu präzisieren. Der Workshop richtet sich an Personen, die an internationalen Klimaverhandlungen beteiligt sind.

  • International Conference "Changing the Energy System to Renewable Energy Self-Sufficiency (RESS) - an inter- and transdisciplinary approach",
    15. - 16.09.2011, Freiburg
    The transformation of the present to a sustainable energy system is discussed worldwide. Self-sufficiency attained from renewable energy in combination with energy saving behaviours is seen as the one way to establish it successfully. Therefore, numerous ecological, economic, technical and social factors have to be taken into account, making an interdisciplinary and transdisciplinary analysis indispensable. The conference is hosted by the SÖF project "EE Regionen". More

  • Internationale Konferenz: Sustainable Consumption - Towards Action and Impact,
    06. - 08.11.2011, Hamburg
    Die internationale Abschlusskonferenz des SÖF-Themenschwerpunkts "Vom Wissen zum Handeln - Neue Wege zum nachhaltigen Konsum" bietet eine Plattform für Projekte, die den individuellen Konsum in seiner sozialen und kulturellen Einbettung und in seinen Wechselwirkungen mit institutionellen, wirtschaftlichen, infrastrukturellen und politischen Rahmenbedingungen erforschen. Im Zentrum der Tagung steht die Diskussion über praxisrelevantes Wissen zur Steuerung des Konsums in Richtung Nachhaltigkeit. Sessions behandeln beispielsweise "Auswirkungen und Beurteilung von Konsummustern" oder "Gender im Kontext nachhaltigen Konsums". Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie auf der Konferenzwebsite.

  • International conference "Payments for Ecosystem Services and their Institutional Dimensions",
    10. - 12.11.2011, Berlin
    The international conference, organized by the SÖF- project "CIVILand", focuses on the institutional frameworks and governance structures of PES schemes in both, developing and industrialized countries. The conference aims to take a look beyond the PES concept in mere theory, investigating the different actors and their institutional arrangements that make a PES work in practice. The Call for Papers is open until June, 30, 2011. For more information about the program and call for papers see conference website.

  • Projekt-Workshop "Innovationen für Nachhaltigkeit bei Chemikalien und Nanomaterialien",
    02.12.2011
    Das WiN-Projekt "ReSINa" führt mit Praxispartnern einen Workshop zum Thema "Innovationen für Nachhaltigkeit bei Chemikalien und Nanomaterialien" durch. Im Zentrum des Projekts steht die Frage, auf welche Weise das Recht, z.B. die REACh-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals), fördernd oder hindernd auf Innovationen wirkt, die zur Verringerung schädlicher Umwelt- und Gesundheitswirkungen beitragen. Dabei steht das Innovationsverhalten der Unternehmen im Mittelpunkt der Betrachtung. Das Projekt will herausfinden, wie die Regulierung gestaltet sein müsste, damit Nachhaltigkeitserwägungen verstärkt in den Innovationsprozess integriert werden.
    Anhand von konkreten Regelungsproblemen beabsichtigt das Projekt mit Praxispartnern aus Unternehmen, Behörden oder Verbänden zu diskutieren, wie - mit Blick auf das zu erreichende Schutzniveau für Umwelt und menschliche Gesundheit gemäß REACh und GenTG (Gesetz zur Regelung der Gentechnik) - innovationsfreundlichere Regelungsalternativen aussehen können.

Weitere Veranstaltungen

  • 4th International Conference on Higher Education for Sustainable Development: »Higher Education for Sustainable Development: Moving the Agenda Forward«,
    14. - 16.09.2011, Lüneburg
    Der Deutsche UNESCO Chair 'Higher Education for Sustainable Development' lädt Wissenschaftler(-innen) aus aller Welt ein, über aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung zu diskutieren. Dabei stehen drei Bereiche im Mittelpunkt der Diskussion: "Hochschulausbildung von zukünftigen Managern", "Nachhaltiger Konsum" und "Bildung für nachhaltige Entwicklung in Ost-Europa". Abgabefrist für den Call for Papers ist der 30. Juni 2011. Zum Konferenzprogramm und Call for Papers



Veranstaltungsrückblick

  • 1. Projekt-Workshop"Bedeutung von Gerechtigkeitsprinzipien für erfolgreiche Kooperation",
    14.02.2011, Mannheim
    Im ersten Workshop des WiN-Projekts "Bedeutung von Gerechtigkeitsprinzipien für erfolgreiche Kooperation" mit dem Projektbegleitkreis wurden verschiedene Gerechtigkeitsdefinitionen diskutiert, welche für Fragen des Klimawandels relevant sind. Der inhaltliche Schwerpunkt richtete sich darauf, die philosophischen Grundlagen der Gerechtigkeit sowohl im Hinblick auf Verteilungsaspekte als auch auf institutionelle Normen für die ökonomische Analyse fruchtbar zu machen.

  • BioDiva-Inception Workshop,
    16. - 18.02.2011, Indien
    Ziel des Workshops war die gemeinsame Planung der Zusammenarbeit mit Praxis-Partnern und Diskussion erster Konzepte über Landnutzungswandel in Reisanbausystemen von Wayanad (Indien). Zahlreiche Gäste und Fachkollegen haben z.B. durch moderierte "tea-chats" zum Austausch zwischen Forschenden und Entwicklungspartnern beigetragen. Dabei wurden soziale, ökologische und wirtschaftliche Probleme des Reisanbaus ausführlich analysiert und diskutiert, wobei die zunehmende Marginalisierung der indigenen Bevölkerung im rasanten Landschaftsausbau ein zentrales Anliegen der SÖF-Forschungsgruppe "BioDIVA" darstellte.

  • Workshop "Socio-ecological research: The cases of rural development and agro-biotechnology",
    17.-18.03.2011, Warschau, Polen
    Die Forschungsnachwuchsgruppe "PoNa - Politiken der Naturgestaltung" organisierte zusammen mit Prof. Dr. Hanna Podedworna (Warsaw University of Life Science), Dr. Piotr Stankiewicz (Nicolaus Copernicus University Thorn) sowie Dr. Lutz Laschewski (Alcedo Social Research) den Workshop "Socio-ecological research: The cases of rural development and agro-biotechnology". Dort wurde die Studie "Nature Views and Sustainability in Rural Research" von Dr. Laschewski mit polnischen Projektpartnern diskutiert. Die Ergebnisse werden demnächst in der Reihe PoNa-Paper veröffentlicht.

  • Workshop: Anpassung an den Klimawandel in der Energiewirtschaft - eine Aufgabe für die Politik?,
    05.04.2011, Berlin
    Rund 40 Vertreter(-innen) aus Wirtschaft, Politik und Forschung diskutierten über betriebliche und politische Anpassungsoptionen an den Klimawandel für die Energiewirtschaft. Zu dem Workshop hatte die SÖF-Forschungsgruppe "Chamäleon" vom IÖW und der Universität Oldenburg zusammen mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) eingeladen. Eine Dokumentation der Veranstaltung steht auf der Projektwebsite bereit.

  • BINK-Abschlusstagung,
    01.04.2011, Lüneburg
    Auf der Abschlusstagung des Projektes "BINK-Bildungsinstitutionen und Nachhaltiger Konsum" trafen sich über 150 interessierte Vertreter(-innen) aus der Bildungspraxis, -verwaltung, -politik sowie Schüler(-innen) und Studierende, um Antworten aus dem Projekt u.a. zu folgenden Fragen zu diskutieren: Welchen Beitrag können Schulen und Hochschulen leisten, um nachhaltigen Konsum zu fördern? Welche Wege sind erfolgversprechend, wo kann es problematisch werden?
    Eine ausführliche Dokumentation der Tagung - u.a. Präsentationen der Vorträge und Workshops - finden Sie auf der Projektwebsite.

  • Workshop "Towards a Big Environmental Society",
    14. - 15.04.2011, Cardiff, GB
    Unter dem Motto "Towards a Big Environmental Society" trafen sich Vertreter(-innen) aus Wirtschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft in Cardiff, um gemeinsam die aktuelle und künftige Rolle und die Zusammenarbeit gesellschaftlicher Akteure im Naturschutz und in der Kulturlandschaftsentwicklung in Deutschland und Großbritannien zu diskutieren.
    Eingeladen hatte die SÖF-Forschergruppe "CIVILand" des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. in Kooperation mit der Universität Cardiff. Die Dokumentation der Veranstaltung wird demnächst auf der Projekt-Homepage zu finden sein.

  • Workshop "Intergenerationale Gerechtigkeit und der Capability-Ansatz",
    Mai 2011, München
    Das WiN-Projekt "GeNECA" veranstaltete einen 2-tägigen internationalen Workshop zum Thema "Intergenerationale Gerechtigkeit und der Capability-Ansatz" mit Referenten aus Großbritannien, Deutschland und der Schweiz.


Neuerscheinungen

In den letzten Monaten sind die folgenden Veröffentlichungen aus den Förderschwerpunkten SÖF und WiN erschienen:
(Komplette bibliografische Angaben können der Seite Neuerscheinungen oder Gesamtliste entnommen werden)

Publikationen

Bizer, K. (2011): Ökonomische Anreize aus REACh; In: Führ, M. (Hrsg.): Praxishandbuch REACH; Carl Heymanns Verlag; Köln

Deppisch, S. & Hasibovic, S. (2011): Social-ecological resilience thinking as a bridging concept in transdisciplinary research on climate-change adaptation; In: Natural Hazards, Special Issue, Springer-Verlag; Berlin

Derissen, S., Quaas, M. F. & Baumgärtner, S. (2011): The relationship between resilience and sustainability of ecological-economic systems, In: Ecological Economics, Elsevier, Amsterdam

Dietz, K. (2011): Sozial-ökologische Ungleichheiten. Zum Verhältnis von Gesellschaft, Natur und Demokratie in Lateinamerika; In: Wehr, I.; Burchardt, H.-J. (Hrsg.): Soziale Ungleichheiten in Lateinamerika. Neue Perspektiven auf Wirtschaft, Politik und Umwelt; Nomos-Verlag; Baden Baden

Dunkelberg, E., Lehnert, J. & Neumann, A. (2011): LCA-basierte Umweltbewertung von Biokraftstoffen; Institut für ökologische Wirtschaftsforschung;Berlin

Leßmann, O. (2011): Sustainability as a challenge to Sustainable Development; In: Rauschmayer, F., Omann, I. & Frühmann, J. (eds.): Sustainable Development: Capabilities, Needs, and Well-Being; Routledge; London

Leßmann, O. (2011): Das Individuum und die Sorge für zukünftige Generationen. Capability Ansatz und Nachhaltigkeit; In: Ökologisches Wirtschaften; oekom-Verlag; München

Mölders, T. (2011): Warum der Elbebiber nicht Männchen macht. Wie gesellschaftsfähig ist Natur?; In: GAIA- Ökologische Perspektiven für Wissenschaft und Gesellschaft. Sonderveröffentlichung "Wissenschaft verstehen - Die Preisträger des Wettbewerbs 2010"; oekom-Verlag; München

Omann, I. & Rauschmayer, F. (2011): Transition towards sustainable development: Which tensions emerge? How do deal with them?; In: Rauschmayer, F., Omann, I. & Frühmann, J. (eds.): Sustainable Development: Capabilities, Needs, and Well-Being; Routledge; London

O'Neill, J. (2011): The overshadowing of needs; In: Rauschmayer, F., Omann, I. & Frühmann, J. (eds.): Sustainable Development: Capabilities, Needs, and Well-Being; Routledge; London

Partzsch, L. & Ziegler, R. (2011): Social Entrepreneurs as Change Agents. A Case Study on Power and Authority in the Water Sector; In: International Environmental Agreements: Politics, Law and Economics; Springer-Verlag; Amsterdam

Rauschmayer, F., Muenzing, T. & Frühmann, J. (2011): A plea for the self-aware researcher: Learning from business transformation processes for transitions to sustainable development; In: Rauschmayer, F., Omann, I. & Frühmann, J. (eds.): Sustainable Development: Capabilities, Needs, and Well-Being; Routledge; London

Rauschmayer, F., Omann, I. & Frühmann, J. (eds.) (2011): Sustainable Development: Capabilities, Needs, and Well-Being; Routledge; London

Rauschmayer, F., Omann, I. & Frühmann, J. (2011): Needs, capabilities, and quality of life. Re-conceptualizing Sustainable Development; In: Rauschmayer, F., Omann, I. & Frühmann, J. (eds.): Sustainable Development: Capabilities, Needs, and Well-Being; Routledge; London

Schleyer, C., Bieling, B. & Plieninger T. (2011): Marktbasierte Instrumente zur Förderung neuer Leistungen ländlicher Räume. Das Beispiel Klimaschutz; In: Geographische Rundschau, Ländliche Räume; Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann; Braunschweig

Selbmann, K. (2011): Kontinuität und Wandel von Politik - Regulierung Grüner Gentechnik in Mexiko und Chile; Nomos Verlagsgesellschaft; Baden-Baden

Vogelpohl, T. & Hirschl, B. (2011): Soziale Kriterien in der freiwilligen Zertifizierung von Biokraftstoffen; In: Ökologisches Wirtschaften; oekom-Verlag; Berlin

Ziegler, R. (2011): Capability Innovation Social Entrepreneurship und soziale Innovation aus Entwicklungsperspektive; In: Christmann, G., Jähnke, P. & Balgar, K. (Hrsg.): Social Entrepreneurship. Perspektiven für die Raumentwicklung; VS Verlag für Sozialwissenschaften; Wiesbaden

Ziegler, R. & Hamker, N. (2011): The Idea of a Collaborative Competition. A case study; In: Futures, Special Issue: Community Engagement for Sustainable Urban Futures; Elsevier; Amsterdam

Zwick, M., Deuschle, J., Renn, O. (2011): Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen - ein systemisches Risiko interdisziplinär betrachtet, VS-Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden

Tagungsbeiträge

Stecker, R., Pechan, A., Steinhäuser, J. M., Rotter, M., Scholl, G. & Eisenack, K. (2011): Why are Utilities Reluctant to Adapt to Climate Change?; In: Proceedings of the Berlin Conference on Human Dimensions of Global Environmental Change; Oldenburg/Berlin



Personalia

  • Ortrud Leßmann vom WiN-Projekt GeNECA wurde in den Vorstand der Human Development and Capability Association (HDCA) berufen.

  • Felix Rauschmayer, GeNECA-Projektleiter, ist Schriftführer der European Society for Ecological Economics  (ESEE) für das internationale Journal "Environmental Policy and Governance".