Mal anders: SÖF-Nachwuchsgruppen stellen sich vor - "Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit" startet in die zweite Förderphase - Nachhaltiger Konsum: Diffusionsseminar und Call for Papers - Veranstaltungen - Neuerscheinungen - SÖF in den Medien
Liebe Leserinnen und Leser,
der Nikolaus war schon da, Weihnachten steht vor der Tür und auch bei uns dürfen Sie viele spannende "Geschenke auspacken" und genießen: Wie wäre es zum Beispiel mit den ansprechenden Projektkarten der SÖF-Nachwuchsgruppen in der BMBF-Infomappe "Erneuern - Bewegen - Bewahren" oder dem Aufruf zu Beiträgen im Special Issue "From Knowledge to Action - New Paths towards Sustainable Consumption" des "Journals of Consumer Policy"? Nein? Dann wäre da noch der Handlungsleitfaden für Politik und Praxis zur Steigerung effizienter Sanierung von Eigenheimen.
Dies und noch vieles mehr hat der Newsletter in der Winter-Ausgabe zu bieten. Da ist sicherlich für jeden etwas dabei!
Herzliche Grüße und eine besinnliche Vorweihnachtszeit!
Jutta Zimmermann
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Themen:
Wie lässt sich mehr Nachhaltigkeit in den Bereichen Klimaschutz und Biodiversität umsetzen? Wie lassen sich Nachhaltigkeitsthemen der Politik näherbringen? Damit befassen sich die sozial-ökologischen Nachwuchsgruppen der zweiten Förderphase seit etwa einem Jahr. Die zwölf Forschungsprojekte stellen sich nun in einer BMBF-Infomappe vor. Zielgruppe der Projektdarstellungen sind neben Wissenschaftler(innen) auch interessierte Laien. Daher finden sich neben klassischen Beschreibungen von Projekten auch solche in Form eines Interviews oder anderer außergewöhnlicher Darstellungsformen. So äußern sich beispielsweise Fische persönlich zur ihrer prekären Lage in deutschen Binnengewässern. Neben aussagekräftigen Bildern verdeutlichen auch Comics und Grafiken den Untersuchungsgegenstand. Die BMBF-Infomappe "Erneuern-Bewegen-Bewahren: Nachwuchsförderung in der Sozial-ökologischen Forschung" kann über books@bmbf.bund.de kostenlos bestellt werden. Eine elektronische barrierefreie Version ist in Kürze auf der BMBF-Website als Download verfügbar.
Im Rahmen der Synthese- und Diffusionsaktivitäten zum SÖF-Themenschwerpunkt "Vom Wissen zum Handeln - Neue Wege zum Nachhaltigen Konsum" fand Anfang November die vierte einer Reihe von projektübergreifenden Veranstaltungen statt.
Am ersten Tag ging es darum, Syntheseprodukte voranzubringen wie beispielsweise einen Sammelband oder eine internationale Tagung. Welche verallgemeinerbaren Ziele der einzelnen Projektverbünde im Fokus der weiteren Arbeit der Begleitforschung stehen könnten, wurde am zweiten Tag diskutiert.
Auf Initiative der Forschenden ging der Hauptveranstaltung ein Nachwuchstreffen voraus, das der weiteren Vernetzung der Projekte und der Diskussion verbundübergreifender Themen diente, die spezifisch für die Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses sind.
Auf dem Seminar wurde zudem die Initiative beschlossen, ein "Special Issue" zum Thema des Schwerpunkts im "Journal of Consumer Policy" vorzubereiten, die erfreulicherweise Anklang im international besetzten Editorial Board des Journals fand. Der Call unter dem Titel "From Knowledge to Action - New Paths towards Sustainable Consumption" läuft bis 31. März 2011 und kann online abgerufen werden. Mehr Informationen finden Sie auf der Website der Begleitforschung.
Was ist nachhaltiger Konsum? Welchen Beitrag können Lehrkräfte an Bildungseinrichtungen leisten, um junge Menschen zu nachhaltigem Handeln zu befähigen?
Im Rahmen einer halbtägigen Fortbildung setzten sich zwölf Lehrer(innen) der Ida-Ehre-Schule, Bad Oldesloe unter Anleitung von Claudia Nemnich und Daniel Fischer vom aus dem SÖF-Projekt BINK (Bildungsinstitutionen und nachhaltiger Konsum)mit Inhalten und didaktischen Ansätzen zur Förderung nachhaltigen Konsums in der Schule auseinander. Die Fortbildungsveranstaltung erfüllte dabei zwei Ziele: zum einen setzte sie eine der an der Ida-Ehre-Schule beschlossenen Interventionsmaßnahmen im Projekt BINK um. Zum anderen bot sie die Gelegenheit, Teile des BINK-Fortbildungsprogramms zu erproben, das in der ersten Jahreshälfte 2011 durchgeführt werden und die BINK-Strategie weiteren interessierten Schulen zugänglich machen wird.
Die Fortbildung an der Ida-Ehre-Schule zielte darauf ab, Problembewusstsein und erste Orientierung im Handlungsfeld "nachhaltiger Konsum" zu schaffen sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten für die Implementierung des Themas in der Schule und im Unterricht aufzuzeigen. "Nachhaltiger Konsum" wurde dabei zu Beginn anhand von acht Leitfragen in den Dimensionen Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur in seinen verschiedenen Facetten diskutiert. Im Anschluss daran entwickelten die Teilnehmer(innen) in verschiedenen Gruppen Strategien, wie die Problematik der aufgeworfenen Fragen durch formale und informelle Lernmöglichkeiten in ihrer Einrichtung umgesetzt werden können. Eine Good-Practice-Sammlung, die beispielhafte Maßnahmen im Handlungsfeld Konsum an Bildungsinstitutionen zusammenträgt, sowie ein umfangreicher Pool an Materialien boten den Lehrkräften zahlreiche praktische Impulse für ein weiterführendes Aufgreifen von Fragen nachhaltigen Konsums im und außerhalb des Unterrichts an der Ida-Ehre-Schule. (Quelle: Projekt)
Dem Klimaschutz dient nicht nur die Reduzierung von CO2-Emissionen, sondern auch, wenn andere Treibhausgase verringert werden. Ein neuer Artikel im ifo-Schnelldienst weist insbesondere auf die so genannten fluorierten Gase hin und betrachtet einen Sektor, in dem diese Gase eine wichtige Rolle spielen: die Klima- und Kältetechnik. Nach der Eingrenzung des Untersuchungsfeldes werden insbesondere die Innovationsaktivitäten dieses Sektors in den Blick genommen. Als Grundlage für die Analyse dient die weltweite Patentdatenbank PATSTAT. Es werden zwei Datensätze beschrieben und deskriptiv-statistisch ausgewertet. Der erste Datensatz operiert auf der Patentebene und betrachtet alle Patente aus dem Segment Fahrzeugklimatisierung, der zweite Datensatz operiert auf der Firmenebene und konzentriert sich auf alle Unternehmen, die Kältemittelverdichter produzieren. Mit den Datensätzen sollen weitergehende Modellanalysen im Rahmen des WiN-Projekts "Entstehung, Diffusion und Wirkungen von Nachhaltigkeitsinnovationen" durchgeführt werden. (Quelle: Projekt)
Dem Energiekonzept der Bundesregierung fehlen bislang konkrete Aussagen, nach welchem Fahrplan Deutschlands Eigenheime energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden sollen. Die Forschenden der Hochschule Lausitz, des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) geben Politik und Praktikern im Bereich energetische Sanierung nun einen Handlungsleitfaden an die Hand, wie die Sanierungsquote im Ein- und Zweifamilienhausbereich erhöht werden kann. Es hat sich gezeigt, dass Eigenheimsanierung nach energetischen Gesichtspunkten alles andere als ein Selbstläufer ist. Besonders hoch sind dabei die Einsparpotenziale bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Das ist jede zweite Wohnung in Deutschland.
Im Handlungsleitfaden "Zum Sanieren motivieren" des SÖF-Projekts"ENEF-Haus" werden Politik und Praxis Vorschläge für innovative Politik- und Beratungsinstrumente gemacht. Darunter zum Beispiel neue Finanzierungsmodelle wie die Einführung eines Energieeffizienzfonds, stärker ausdifferenzierte, transparente Beratungsangebote oder Kommunikationsstrategien für mehr Dialogmarketing. Der Handlungsleitfaden wurde auf der Konferenz "Wege aus dem energetischen Sanierungsstau" am 8. November 2010 in Berlin vorgestellt und gemeinsam mit Experten aus Politik, Wissenschaft und Sanierungspraxis diskutiert.(Quelle: IÖW GmbH) Zum Handlungsleitfaden
Das Journal "Ökologisches Wirtschaften", herausgegeben vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW) und dem oekom-Verlag, bietet ab sofort einen Open-Access-Service an. Auf der Seite http://www.oekologisches-wirtschaften.de/ stehen alle Fachartikel seit der Gründung der Zeitschrift im Jahr 1986 für Recherchen und zum Download bereit. Mit der Online-Ausgabe stellen die Herausgeber einen reichen Wissensfundus von über 1.000 Einzelartikeln zur freien Verfügung, der von den Anfängen der interdisziplinären Umweltforschung bis hin zu aktuellen Themen nachhaltigen Wirtschaftens reicht. Konzeptionelle Vorarbeiten für die Open-Access-Ausgabe von «Ökologisches Wirtschaften» wurden vom SÖF-Projekt "Evaluating Policies for Sustainable Development (EPOS)" gemacht. Konzeption und Realisierung unterstützte der Berliner Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung. (Quelle: IÖW GmbH)
"Wie können wir das Ernährungsangebot unseres Schulbistros gesund, aber dennoch lecker gestalten?" Diese Frage diskutierten engagierte Schüler(innen) gemeinsam mit der Fernsehköchin Sarah Wiener, die sich mit einer von ihr ins Leben gerufene Stiftung "für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu Essen" einsetzt. Im SÖF-Projekt BINK (Bildungsinstitutionen und nachhaltiger Konsum) engagiert sich Sarah Wiener im Beirat "Praxis" und berät Praxispartner bei der Umstellung des Verpflegungsangebotes.
Neue Gerichte für das Schulbistro standen auch im Mittelpunkt des Food-Workshops am Gymnasium Grootmoor, der am 24. November in der Schule stattfand: Nach einer kurzen Diskussionsrunde mit 19 Schüler(inne)n aus verschiedenen Jahrgangsstufen und Verantwortlichen des Schulbistros ging es direkt in die Praxis. Die Jugendlichen sollten dabei jedoch nicht lediglich Rezepte umsetzen sondern eine "eigene Handschrift" entwickeln. Im Mittelpunkt der Gestaltung der Snacks standen damit Kreativität und Experimentierfreudigkeit. Nur durch Schmecken und Probieren entwickelten die Schüler(innen) Bewusstsein für den natürlichen Geschmack der regionalen, saisonalen und Bio- Lebensmittel.
Der Sarah-Wiener-Workshop stellte eine Maßnahme im Rahmen der Intervention "Umstellung des Ernährungsangebotes auf nachhaltige Verpflegung" dar, die seit Ende 2008 durch das Projekt BINK begleitet und unterstützt wird. Ein wichtiger Schritt erfolgte bereits mit der Einrichtung des schulinternen "Ernährungsbeirats", der sich aus Verantwortlichen der Schulküche, des Schulbistros und Vertreter(inne)n der Schülerschaft zusammensetzt. Vom Besuch der prominenten TV-Köchin Sarah Wiener erhofft sich die Vorsitzende des Ernährungsbeirats eine breite Akzeptanz neu angebotener nachhaltiger Snacks im Schulbistro. Das Hamburger Abendblatt berichtete darüber am 25. November 2010. (Quelle: Projekt)
Ökologisch-ökonomische Modellierung für kosteneffiziente Kompensationszahlungen für Artenschutzmaßnahmen,
13.01.2011, Berlin
Die Nachwuchsgruppe "Ökosystemleistungen" veranstaltet in diesem Wintersemester ein sozial-ökologisches Kolloquium. In diesem Rahmen hält Frank Wätzold von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus im Januar den letzten von insgesamt fünf Vorträgen zum Thema "Ökologisch-ökonomische Modellierung für kosteneffiziente Kompensationszahlungen für Artenschutzmaßnahmen", in denen Konzepte und Anwendungsbeispiele aus dem Themenfeld Ökosystemleistungen diskutiert werden.
7. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit - WiN-Session,
03.11.2010, Berlin
Welche Herausforderungen stellen sich durch konfligierende wirtschaftliche, ökologische und soziale Ziele für die Wirtschaft? Was bedeuten diese Konflikte für eine Strategie zur Einhaltung des Zweigradziels der Klimapolitik? Der Förderschwerpunkt "Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit war auf dem FONA-Forum mit einer eigenen Session unter dem Titel "Dekarbonisierung der Energieversorgung: Herausforderungen für Politik und Wirtschaft" vertreten. Als sehr wichtiges Forschungsfeld in naher Zukunft wurde beispielsweise die ökonomische Evaluation lokaler und regionaler Nutzung von Erneuerbaren Energien, das Setzen ökonomischer Anreize für die Wirtschaft, den Ausbau erneuerbarer Energien zu unterstützen oder die ökonomische Analyse von Agrarkraftstoffen der zweiten Generation (z. B. aus Zellulose gewonnenes Ethanol und synthetische Kraftstoffe aus fester Biomasse, etwa Holz) identifiziert. Auch deren Chancen und Risiken müssten genauer geprüft werden. Mehr dazu sowie alle Beiträge der Referentinnen und Referenten finden Sie auf der FONA-Website.
Fachkonferenz "Wege aus dem energetischen Sanierungsstau",
08.11.2010, Berlin
Im Fokus der Konferenz stand die Diskussion darüber, wie die Sanierungsquote von Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland erhöht werden kann. Rund 100 Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Sanierungspraxis erörterten, welche kurz- und mittelfristigen Maßnahmen nötig sind, damit die ehrgeizigen Ziele des Energiekonzepts der Bundesregierung im Wohngebäudebereich erreicht werden können. Das Fazit: Der Mix aus den verschiedenen Instrumenten des Forderns und Förderns sowie des Informierens müsse neu justiert und ergänzt werden damit deutlich mehr als bisher energetisch saniert wird. In einem zu erarbeitenden Sanierungsfahrplan für die deutschen Bestandsgebäude sollten die Ein- und Zweifamilienhausbesitzer mit ihren Besonderheiten als eigene Zielgruppe adressiert werden. Mehr
Albrecht Daniel Thaer Kolloquium: Wie geeignet sind sozial-ökologische Frameworks zur Analyse Sozial-Ökologischer Systeme?, 18. -19.11.2010, Berlin
Nobelpreisträgerin Prof. Dr. Elinor Ostrom (Indiana University, USA) entwickelte ein vielbeachtetes Framework zur Analyse der Nachhaltigkeit von sozial-ökologischen Systemen. Das SÖF-Projekt "Besatzfisch" testet die Eignung dieses Analyserahmens für die Untersuchung und Modellierung sozial-ökologischer Systeme am Beispiel des Fischbesatzes in der Angelfischerei. Über Erfahrungen, Potentiale und Grenzen hielt Dr. Maja Schlüter von "Besatzfisch" im Rahmen des Albrecht Daniel Thaer Kolloquiums in der Heinrich-Böll-Stiftung einen Vortrag zum Thema "Wie geeignet sind sozial-ökologische Frameworks zur Analyse Sozial-Ökologischer Systeme?". Dieses Kolloquium wurde von mehreren SÖF-Projekten unterstützt.
Workshop(s) "Kann man sozial-ökologische Wechselwirkungen am Beispiel der Fischbesatzpraxis mathematisch in Modellen abbilden?", August/November 2010
Dieser Frage widmete sich das SÖF-Projekt "Besatzfisch" in zwei Workshops mit den Experten Prof. Dr. Kai Lorenzen (Mitglied des Beirats, Imperial College London, nun Universität Florida) und Prof. Dr. Mike Allen (Universität Florida). Die beiden international renommierten Fischereiforscher waren bei "Besatzfisch" zu Gast. Ziel der Forschungsarbeiten in den Workshops war es, ein komplexes Modell der Angelfischerei zu entwickeln, in dem die wesentlichen Wechselwirkungen und Interdependenzen zwischen sozialem und ökologischem System abgebildet werden. Das als Ergebnis der Zusammenarbeit entstandene Modell wird für die Analyse von Fischbesatzmaßnahmen im Projekt "Besatzfisch" genutzt.
Internationale EASST Conference "Practicing Science and Technology, performing the Social", 02.-04.09.2010, Trento, Italien
In zwei Vorträgen haben Gerald Beck und Cordula Kropp (MPS) aus dem SÖF-Projekt "Nutzerintegration" die Ergebnisse der partizipativen Szenarioentwicklung zur Diffusion von Nachhaltigkeitsinnovationen der internationalen Fachcommunity vorgestellt. Diskutiert wurde, inwieweit Szenarien bei der Verständigung über mögliche Zukünfte helfen können und welche Möglichkeiten die Akteur-Netzwerk-Theorie für die Erschließung von Innovationsnetzwerken bietet. Die Zukunftsszenarien zu verschiedenen Wegen der Verbreitung energieeffizienter Wohnformen und vernetzter Mobilität wurden sehr gut aufgenommen. Kritisch wurde die Beteiligungsstrategie in den Innovationsworkshops des Projekts "Nutzerintegration" diskutiert, die den Nutzer(inne)n nur sehr eingeschränkte Rollen zuwies. Die Diskussionsbeiträge unterstützten die These, dass die Erfolgschancen von Innovationsnetzwerken, insbesondere für nachhaltige Produkte, auch davon abhängen, wie die entscheidenden Akteure im Prozess repräsentiert werden. Zur Homepage der Konferenz
Abschlusskonferenz des SÖF-Projekts "SECO@home", September 2010, Loccum
Der zweitägige Abschlussworkshop des SÖF-Projekts "SECO@home" bot Gelegenheit, die Projektergebnisse zahlreichen Gästen aus den Bereichen Politik und Verwaltung, aus Unternehmen und Verbänden sowie Wissenschaft und Forschung vorzustellen. Die Teilnehmer diskutierten darüber hinaus, wie eine sinnvolle Ausgestaltung von Förderinstrumenten für erneuerbare Energien und die energetische Gebäudesanierung aussehen sollten, welche Fortschritte bei der Liberalisierung des Messwesens erreicht wurden und wie das aktuelle Energiekonzept der Bundesregierung zu bewerten ist. Gestützt von den Projektergebnissen waren sich die Experten einig, dass nicht fehlender Wille seitens der Verbraucher(innen) den Weg zu einem nachhaltigen Energiekonsum in Wohngebäuden behindere. Vielmehr gelte es mit möglichst verlässlichen Rahmenbedingungen die Planungssicherheit für potenzielle Investoren zu erhöhen und bestehende Unsicherheiten abzubauen. Letztlich dürfe - bei allen Potenzialen des Wohngebäudesektors - auch die Wirtschaftlichkeit von energiesparenden Maßnahmen nicht außer Acht gelassen werden. Zur Website des Projekts
Workshop zur Macht nicht-staatlicher Akteure in den internationalen Beziehungen, 18.-19.10.2010, Greifswald
Die SÖF-Forschungsgruppe "GETIDOS" veranstaltete einen internationalen Workshop zur Macht nicht-staatlicher Akteure, insbesondere von Social Entrepreneurs, in den internationalen Beziehungen ("The Power of Non-State Actors in International Relations"). Diskutiert wurden Formen der "Macht über" (power over), "Macht zu" (power to) und der "Macht mit" (power with) vor dem Hintergrund materieller und ideeller Machtquellen nicht-staatlicher Akteure. Am Workshop nahmen Experten verschiedener wissenschaftlicher Fachrichtungen und der zivilgesellschaftlichen Praxis teil. Das Programm kann von der Projektwebsite heruntergeladen werden.
Getting things done with Ecotact - An IKOtoilet on its way through Kenya, 29.10.2010, Greifswald
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Getting things done with... Soziale Pioniere - nachhaltiges Handeln" lud das SÖF-Projekt "GETIDOS" Ende Oktober in das Literaturhaus Koeppen in Greifswald zu einer Diskussion mit David Kuria, Gründer von "Ecotact/IKOtoilet.thinking beyond a toilet", Nairobi und Noa Lerner, Gründerin von "x_runner.privacy.dignity.sanitation", Berlin. Der Abend beleuchtete innovative Ansätze zur Bekämpfung des weltweiten Sanitärproblems, vor allem in urbanen Regionen. David Kuria wurde für sein Konzept unter anderem 2009 beim World Economic Forum on Africa als "Africa Social Entrepreneur of the Year" ausgezeichnet. Mehr Informationen auf http://www.getidos.net/.
In den letzten Monaten sind die folgenden Veröffentlichungen aus den Förderschwerpunkten SÖF und WiN erschienen:
(Komplette bibliografische Angaben können der Seite Neuerscheinungen oder Gesamtliste entnommen werden)
Publikationen
Albrecht, T., Deffner, J., Dunkelberg, E., Hirschl, B., van der Land, V., Stieß, I., Vogelpohl, Th., Weiß, J. & Zundel, S. (2010): Zum Sanieren motivieren - Eigenheimbesitzer zielgerichtet für eine energetische Sanierung gewinnen; Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gGmbH; Berlin
Antoni-Komar, I., Lehmann-Waffenschmidt, M., Pfriem, R., Welsch H. (Hrsg.) (2010): WENKE2 - Wege zum nachhaltigen Konsum; Wirtschaftswissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung; Band 9; Metropolis Verlag; Marburg
Beckmann, V. & Schleyer, C. (2010): Institutionen und öffentliche Güter in der Landwirtschaft. In: LandInForm Spezial 1/2010, Bonn
Breckling, B. & Verhoeven R. (2010): Large-area effects of GM-crop cultivation; Theorie in der Oekologie; Band 16; Frankfurt am Main
Dehmel, C. (2010): Austausch von Kühlgeräten durch effiziente Neugeräte in privaten Haushalten. Die Trennungsprämie in Österreich im Vergleich zu ähnlichen Programmen in Dänemark und den Niederlanden; TRANSPOSE WORKING PAPER Nr. 9; Münster/Berlin
Hirsch, D., Abrami, G., Giordano, R., Liersch, S., Matin, N. & Schlüter, M. (2010): Participatory Research for Adaptive Water Management in a Transition Country - a Case Study from Uzbekistan; In: Ecology and Society No 15 (3); Wolfville; Canada
Jaeger-Erben, M. (2010): Zwischen Routine, Reflektion und Transformation - die Veränderung von alltäglichem Konsum durch Lebensereignisse und die Rolle von Nachhaltigkeit - eine empirische Untersuchung unter Berücksichtigung praxistheoretischer Konzepte; Technische Universität Berlin
Johnsten, F., Arlinghaus, R. & Dieckmann, U. (2010): Diversity and complexity of angler behaviour drive socially optimal input and output regulations in a bioeconomic recreational-fisheries model; In: Canadian Journal of Fisheries and Aquatic Sciences No 67; Toronto; Canada
Matsumura, S., Arlinghaus, R. & Dieckmann, U. (2010): Foraging on spatially distributed resources with sub-optimal movement, imperfect information, and travelling costs: departures from the ideal free distribution; In: Oikos No 119; Wiley-Blackwell; Oxford; UK
O'Connor, C.M., Gilmour, K.M., Arlinghaus, R., Hasler, C.T., Philipp, D.P. & Cooke, S.J. (2010): Seasonal Carryover Effects following the Administration of Cortisol to a Wild Teleost Fish; In: Physiological and Biochemical Zoology No 83(6); Chicago; USA
Parkkila, K., Arlinghaus, R., Artell, J., Gentner, B., Haider, W., Aas, O., Barton, D., Roth, E. & Sipponen, M. (2010): Methodologies for assessing socio-economic benefits of European inland recreational fisheries; EIFAC Occasional Paper No 46; FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations); Ankara; Turkey
Partzsch, L. (2010): European Union water policy: to transition or not to transition? Coalitions as key; In: Huitema, D. & Meijerink, S. (eds.): Water Policy Entrepreneurs. A Research Companion to Water Transitions around the Globe, Edward Elgar Publishing; Cheltenham; UK
Partzsch, L. (2010): Water and environmental sustainability; In: Warkotsch, A., The European Union and Central Asia, Routledge; New York; USA
Redpath, T. D., Cooke, S. J., Suski, C. D., Arlinghaus, R., Couture, P., Wahl, D.H. & Philipp, D.P. (2010): The metabolic and biochemical basis of vulnerability to recreational angling after three generations of angling-induced selection in a teleost fish; In: Canadian Journal of Fisheries and Aquatic Sciences No 67; Toronto; Canada
Schlüter, M., Hirsch, D. & Pahl-Wostl, C. (2010): Coping with change: responses of the Uzbek water management regime to socio-economic transition and global change; In: Environmental Science & Policy No 13; Elsevier; Oxford; UK
Teel, T. L., Manfredo, M.J., Jensen, F. S., Buijs, A. E., Fischer, A., Riepe, C., Arlinghaus, R. & Jacobs, M. H. (2010): Understanding the cognitive basis for human-wildlife relationships as a key to successful protected-area management; In: International Journal of Sociology No 3; Emerald Group Publishing; Sheffield; UK
Tews, K. (2010): Politikinstrumente zur Förderung des Austauschs von Nachstromspeicherheizungen. Good Practice aus Dänemark; TRANSPOSE WORKING PAPER Nr. 8; Berlin
Ziegler, R.; Höhler, S. (2010): Nature's Accountability: Stocks and Stories. Guest Introduction; In: Science as Culture; Nr. 19(4); Routledge; Essex; UK
Tagungsbeiträge
Drechsler, M. (2010): Windenergie im Spannungsfeld umwelt- und energiepolitischer Ziele; 7. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit Forschung für nachhaltige Entwicklungen; 03.11.2010; Berlin
Dunkelberg, E. (2010): Integration indirekter Landnutzungsänderungen in die THG-Bilanz von Biokraftstoffen; Ökobilanz-Werkstatt; 28.9.-01.10.2010; Darmstadt
Peterson, S. (2010): Chancen und Risiken einer nachhaltigen Bioenergieerzeugung; 7. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit Forschung für nachhaltige Entwicklungen; 03.11.2010; Berlin
Siebenhüner, B. (2010): Nachhaltige Investitionsentscheidungen in Unternehmen der Energieversorgung; 7. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit Forschung für nachhaltige Entwicklungen; 03.11.2010; Berlin
Vogelpohl, T. & Hirschl, B. (2010): Voluntary Bioenergy Certification: A Legitimate Approach to Account for Social Aspects in Environmental Governance?; Berlin Conference on Social dimensions of environmental change and governance; 08.-09.10.2010; Berlin
"So grün ist Ebay! - Wer gebrauchte Möbel kauft, braucht keine neuen. Eine Studie berechnete das Ökopotenzial des Flohmarktes im Internet", Schweizer Tages-Anzeiger vom 29.09.2010
Das SÖF-Projekt "Vom Consumer zum Prosumer - Entwicklung neuer Handelsformen und Auktionskulturen zur Unterstützung eines nachhaltigen Konsums" wurde positiv in den Schweizer Medien erwähnt. Zum Artikel
"Vom Wert der Wälder", Reutlinger Generalanzeiger vom 29.09.2010
In seiner Ausgabe vom 29.09.2010 berichtet der Reutlinger General-Anzeiger über einen wichtigen Teilbereich in der Arbeit der SÖF-Nachwuchsgruppe "Ökosystemleistungen": die Ökosystemleistungen der Wälder. Der Artikel "Vom Wert der Wälder" bietet einen Einblick in das Forschungsvorhaben von Harald Schaich, das sich zu einem großen Teil mit der Erfassung der vielfältigen Leistungen der Wälder und dem Einfluss unterschiedlicher Waldbesitzstrukturen auf die Nutzungsgeschichte der Wälder im Biosphärengebiet Schwäbische Alb befasst.
Vom "Umbau der Industriegesellschaft" zur Sozial-ökologischen Forschung, Online-Magazin "Kultur und Klimawandel" des Goethe-Instituts Ausgabe 09/2010
Der Artikel des Sozialwissenschaftlers Alban Knecht spannt einen weiten Bogen vom "Umbau der Industriegesellschaft" in den 1980er Jahren zur sozial-ökologischen Forschung der heutigen Zeit. Der Autor zeichnet die Entstehung der interdisziplinären Umweltforschung als Antwort auf die immer drängenderen Umweltprobleme nach und stellt verschiedene Forschungsprojekte vor, die unter dem Förderschwerpunkt "Sozial-ökologische Forschung" gefördert werden, darunter den Themenbereich Nachhaltiger Konsum und die Nachwuchsgruppe Ökosystemleistungen.
"Ab heute gibt's Schwarzbrot - Schüler des Grootmoor-Gymnasiums erarbeiteten mit TV-Köchin Sarah Wiener nachhaltige Ernährungsangebote für ihr Schulbistro", Hamburger Abendblatt vom 25.11.2010
Mit der Organisation eines "Food-Workshops" machte das SÖF-Projekt BINK die Medien auf sich aufmerksam. Zum Bericht
Promotion von Melanie Jaeger-Erben im SÖF-Projekt "Lebensereignisse als Gelegenheitsfenster"
Wie verändert sich alltäglicher Konsum durch Lebensereignisse wie die Geburt des ersten Kindes oder einen Umzug? Ergeben sich Chancen für einen nachhaltigeren Konsum? Dieser Frage hat sich Melanie Jaeger-Erben, Mitarbeiterin im SÖF-Projekt "Lebensereignisse als Gelegenheitsfenster für eine Umstellung auf nachhaltige Konsummuster" in ihrer kürzlich abgeschlossenen Promotion gewidmet. Mit einem qualitativen Forschungsansatz wurde untersucht, wie sich alltägliche, soziale Praktiken frischgebackener Eltern und Umzügler(innen) im Rahmen von Lebensereignissen verändern. Die Arbeit mit dem Titel: "Zwischen Routine, Reflektion und Transformation? die Veränderung von alltäglichem Konsum durch Lebensereignisse und die Rolle von Nachhaltigkeit" ist online verfügbar.
Auszeichnung für Harald Schaich von der Nachwuchsgruppe Ökosystemleistungen
Harald Schaich, Mitglied der Nachwuchsgruppe Ökosystemleistungen, wurde auf dem Deutschen Naturschutztag 2010 (27.09 - 01.10.2010) in Stralsund der Wolfgang-Erz-Förderpreis für seine Dissertation "Zukunftsfähige Auenlandschaften durch Wiedervernässung und Beweidung? Interdisziplinäre Analyse einer Renaturierungsmaßnahme am Beispiel des Syrtals (Luxemburg)" verliehen. Der vom Bundesverband Beruflicher Naturschutz e.V. (BBN) ausgelobte Preis wurde erstmalig verliehen und zeichnet bundesweit herausragende und beispielhafte anwendungs- und umsetzungsorientierte Arbeiten für den Naturschutz aus.
Die Förderschwerpunkte "Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit" und "Sozial-ökologische Forschung" starteten vor vielen Jahren als Teile des Förderprogramms "FONA- Forschung für die Nachhaltigkeit". 2010 wurde das Programm unter dem Namen "FONA - Forschung für nachhaltige Entwicklungen" neu aufgelegt. In diesem Rahmen fiel nun auch die Entscheidung, die Zugehörigkeit aller Teilbereiche zu diesem Programm durch ein einheitliches Logo deutlicher sichtbar zu machen. Das große N steht für Nachhaltigkeit, Orange repräsentiert die Farbe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Daneben bleibt Platz für die Bezeichnung der unterschiedlichen Eigennamen. Verbindlich für Forschungsprojekte ist das Logo, sofern sie noch länger als ein Jahr laufen. Einen ersten Blick auf die neuen Logos können Sie zum Beispiel ab sofort auf der Kopfzeile dieses Newsletters und natürlich auf den SÖF und WiN-Websites werfen.
Welche Energien nutzen wir künftig intensiver und welche können wir uns nicht mehr leisten? Diese Frage können wir nur in einer globalen Sicht beantworten, denn nationale, selbst europäische Strategien in der Energie- und Klimapolitik laufen ins Leere. Momentan sieht es so aus, dass der weltweite Energieverbrauch weiter wachsen wird, vor allem in den Schwellenländern wie Indien und China. Und fossile Brennstoffe sind die Haupt-Energiequelle in der Welt. Besonders der Kohleverbrauch bleibt auf einem Wachstumspfad, auch wenn wir in Europa die langsame Abkehr von dieser emissionsreichen Energieform betreiben. Das zeigen in erschreckender Weise die neuen Zahlen der Internationalen Energie-Agentur. Deshalb werden auch die Treibhausgasemissionen der Entwicklungsländer im nächsten Jahrzehnt die Emissionen der Industrieländer übersteigen. Einen Ausweg aus der Klima zerstörenden Energieproduktion erlauben allein nachhaltig erzeugte Energien. Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien im Weltenergiemix lässt eine Hoffnung, dass Fortschritte im Klimaschutz möglich sind. Dass die Europäische Union auch in der Finanzkrise am eingeschlagenen Kurs in der Energie- und Klimapolitik und an der Förderung der Erneuerbaren Energien festgehalten hat, ist daher ein wichtiges Signal. Die Frage ist jedoch, ob und auf welchem Niveau diese Politik durchgehalten wird und welche Wirkung dieses Signal global hat. Von Raimund Schwarze