Themen: Synthese, Vernetzung, Diffusion - Themenschwerpunkt erhält professionelle Unterstützung - Hochaktuelle gesellschaftliche Fragen im Fokus der Nachwuchsforschenden - Online-Plattform ermöglicht Gestaltung des individuellen Passivhauses - GAIA - Schwerpunkt zu systemischen Risiken - Strategien der Risikobewältigung für hormonell wirksame Agrarchemikalien
Liebe Leserinnen und Leser,
der Anspruch an die Forschenden des Förderschwerpunktes Sozial-ökologische Forschung bezüglich der internationalen Vernetzung und der Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis ist sehr hoch. Daher hat das Bundesforschungsministerium für den Themenschwerpunkt "Nachhaltiger Konsum" eine Begleitforschung eingerichtet, welche die Projekte bei der Verfolgung dieser Ziele unterstützt und jetzt ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Leiterinnen und Leiter der 2008 gestarteten Nachwuchsforschungsgruppen werden bereits durch Coachingmaßnahmen zur Führung einer transdisziplinären Forschergruppe begleitet. Eine lohnende Investition, wenn man die hochaktuellen und spannenden Themen sieht. Die Verstetigungsstrategie zum Themenschwerpunkt "Umgang mit systemischen Risiken" ist nunmehr mit der Bewilligung von Anschlussvorhaben weitgehend umgesetzt. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen das "start2"-Projekt vor, das Strategien zur Risikobewältigung von hormonell wirksamen Arzneimitteln erforscht.
Herzliche Grüße aus Bonn,
Jutta Zimmermann
Diesen Newsletter finden Sie dauerhaft unter der Adresse: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/767.php oder http://www.bmbf.de/newsletter (hier finden Sie auch weitere Newsletter des BMBF).
Themen:
Projektübergreifende Erkenntnisse zusammen zu führen und für zukünftige Forschung nutzbar zu machen und Forschungsergebnisse in die Praxis einzubringen, solche Aufgaben sind eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Um die anspruchsvollen Ziele des SÖF- Themenschwerpunkts "Vom Wissen zum Handeln - Neue Wege zum nachhaltigem Konsum" optimal zu erreichen, unterstützen Forschende der Interfakultären Koordinationsstelle für Allgemeine Ökologie der Universität Bern die Verbünde darin, die Projektaktivitäten untereinander zu vernetzen sowie den Austausch auf internationaler Ebene auszubauen. Den Transfer von Forschungsergebnissen in Politik und Praxis gezielt voran zu treiben, ist eine weitere Aufgabe, bei der die neu eingerichtete Begleitforschung die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen wird. Mehr
2008 sind zwölf Nachwuchsforschungsgruppen aus der zweiten Runde der Nachwuchsförderung im Förderschwerpunkt "Sozial-ökologische Forschung" gestartet. Trotz der freien Themenauswahl beziehen sich die Projekte vor allem auf drei Schwerpunkte: Klimaschutz, Artenvielfalt und Politikberatung. Die Fragestellungen greifen gesellschaftlich hochaktuelle Themen auf: Die Forschungsgruppe "Biofuel as social fuel" wird untersuchen, inwiefern Biokraftstoffe derzeit nachhaltig produziert und genutzt werden können und ob "Bio"-Treibstoff zu einem Synonym für gesellschaftlichen Fortschritt, Dynamik und Lernprozesse werden kann. Ein weiteres Forschungsthema wird sein, ob sich der Wert europäischer Kulturlandschaften nur auf die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Energiepflanzen beschränkt oder sich ebenso in kulturellen Leistungen ausdrücken lässt, indem Kulturlandschaften zum Beispiel als Naherholungsgebiete erkannt und geschützt werden.
Die Nachwuchsgruppe "Märkte für Ökosystemleistungen" wird sich damit befassen, wie Maßnahmen des CO2-Managements die Funktionen von Ökosystemen europäischer Kulturlandschaften verändern. Besonderes Augenmerk liegt auf den Wechselwirkungen von Biomassenutzung und Kohlenstoffsenken mit wichtigen Ökosystemleistungen wie Biodiversität, Lebens- und Futtermittelproduktion sowie kulturellen Leistungen. Informationen zur Nachwuchsförderung sowie den einzelnen Projekten erhalten Sie auf der Website des Förderscherpunkts Sozial-ökologische Forschung.
Um Empfehlungen für Politik und Handel zu entwickeln, wie ökologisch verträgliche Passivhäuser aus dem Nischen- auf den Massenmarkt gelangen können, stellt das SÖF- Projekt NaNu! potenziellen Eigentümern eine Online-Plattform in Form eines Baukastens mit kombinierbaren Elementen, ein so genanntes Online-Toolkit, unter dem Namen "Hausoptimierer" zur Verfügung. Ziel ist es, Interessenten bei der Weiterentwicklung von bewohnerfreundlichen Passivhäusern, die gleichzeitig Nachhaltigkeitsanforderungen und Unternehmensinteressen dienen, mit einzubeziehen. Das Besondere an dieser Plattform sind zwei neue Elemente: Die informativ-pädagogische Komponente wie beispielsweise ein Informationskasten oder die Möglichkeit, den Energiebedarf bildlich darzustellen sowie ein Kommunikationsforum (Blog), über das mögliche Kunden ihre Erfahrungen austauschen können. So soll auf unterschiedliche Weise ein Lernprozess angestoßen werden, der relevante Handlungsoptionen und mögliche Folgen von Entscheidungen aufzeigt. Der Hausoptimierer kann über die Website http://www.energiecomforthaus.de/ erreicht werden. Mehr
Die anhaltende Finanzkrise verdeutlicht, welche unüberschaubaren Risiken ein System aus weltweit vernetzten Einheiten birgt. Mit dieser Art von Risiken setzen sich die Projekte des SÖF-Themenschwerpunkts "Strategien zum Umgang mit systemischen Risiken" auseinander, denen die Zeitschrift "GAIA - Ökologische Perspektiven für Wissenschaft und Gesellschaft" in der Dezember-Ausgabe 4/2008 einen Schwerpunkt widmete. Einleitend umreißen Ortwin Renn und Florian Keil den Begriff des "systemischen Risikos" gemäß dem aktuellen Stand der Forschung und ziehen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Anforderungen an Risikoanalyse, Risikomanagement und Risikokommunikation. Forschungsergebnisse werden aus zwei Projekten dargestellt:"start - Strategien zum Umgang mit Arzneimitteln im Trinkwasser" und "AACC Risk", das Risiken durch allgegenwärtige Informations- und Kommunikationstechnologien thematisiert. Zur Bestellung
Die Bundesregierung plant, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland von heute rund 14 auf etwa 30 Prozent im Jahr 2020 zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Nutzung der Windkraft auch an Land ausgebaut werden. Windenergieanlagen sind jedoch aufgrund der damit verbundenen ökologischen und ästhetischen Probleme umstritten. Ziel einer im Frühjahr 2008 durchgeführten Online-Umfrage im Rahmen des WiN-Projektes "FlächEN" war es, die Präferenzen der Bevölkerung hinsichtlich verschiedener Varianten beim Ausbau der Windenergie zu ermitteln. Solche Informationen können Politik und Raumplanern wichtige Hinweise geben, wie der Ausbau, insbesondere der Umbau bestehender Windparks gestaltet werden sollte. Die Ergebnisse der Umfrage können in dem kürzlich erschienenen Diskussionspapier nachgelesen werden.
Die aktuelle Debatte in der EU um konkrete Stoffverbote zeigt: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit seinen möglichen negativen Folgen für Mensch und Umwelt ist nach wie vor ein hochaktuelles und kontrovers diskutiertes Thema. Im Fokus der Aufmerksamkeit stehen dabei Chemikalien, die auf das Hormonsystem von Menschen und Tieren wirken. Ihr Eintrag in die Umwelt kann zu hohen Risiken für Nahrungsmittel- und Trinkwasserversorgung, die menschliche Gesundheit und Ökosysteme führen. Welche Maßnahmen für einen vorsorgenden Umgang mit dieser Stoffproblematik angemessen sind, ist nicht zuletzt angesichts der zum Teil unsicheren Wissensbasis strittig. Im Anschlussvorhaben des SÖF-Projekts start ("Strategien zum Umgang mit Arzneimittelwirkstoffen im Trinkwasser") entwickelt das Institut für Sozial-ökologische Forschung (ISOE) zusammen mit Praxisexperten Strategien der Risikobewältigung. Das Projekt wird im Rahmen der Verstetigungsstrategie des Themenschwerpunkts "Strategien zum Umgang mit systemischen Risiken" gefördert. (Quelle: ISOE) Mehr
Die Preise für Strom und Wärme steigen kontinuierlich an. Gleichzeitig werden umfangreiche Programme zur Förderung einer effizienteren Nutzung von Energie auf den Weg gebracht. Trotzdem lässt sich keine signifikante Änderung des Verhaltens von Eigenheimbesitzer/- innen in Richtung energieeffizienter Gebäudemodernisierung feststellen. Die Motive und Handlungsbarrieren dafür sind vielfältig. Das hat sich in den qualitativen Interviews des SÖF- Projekts "ENEF-Haus - Energetische Modernisierung von Ein- und Zweifamilienhäusern" gezeigt. Die Ergebnisse sowie Forderungen, dich sich daraus ableiten lassen, hat das Projekt im Rahmen eines deutsch-britischen Experten-Workshops in Berlin vorgestellt. Zur Präsentation
Die Ergebnisse einer im Rahmen des WiN-Projektes "ECO-CARS" durchgeführten empirischen Studie bieten aktuelle Einblicke in das Konsumverhalten der Autokäufer und ermöglichen mit den anschließenden ökonomischen Berechnungen und Modellierungen Prognosen über die Durchsetzung alternativer Antriebe am Automobilmarkt. Im Gegensatz zu kurzfristig angelegten Umfragen, die nur aktuelle Meinungsbilder der Autofahrer widerspiegeln, soll in diesem Projekt die langfristige Entwicklung am Automobilmarkt in Deutschland prognostiziert werden. Jedoch können hieraus auch interessante Aspekte zu den sich derzeit in der politischen Diskussion befindlichen Konjunkturmaßnahmen abgeleitet werden. So wurde im Rahmen dieser deutschlandweit durchgeführten persönlichen Befragung beispielsweise nach den für Pkw-Käufer beim Autokauf entscheidenden Kriterien gefragt. Die wichtigsten Faktoren sind neben den Aspekten "Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit" der "Verbrauch" sowie der "Kaufpreis", wohingegen "Antrieb" und "Kfz-Steuer" bei der Kaufentscheidung nur eine eher untergeordnete Rolle spielen. Diesem Aspekt ging das Forschungsprojekt vertieft nach. Interessant dabei ist, dass 43,8 % der Befragten keine Angaben zur Höhe ihrer aktuellen Kfz-Steuer machen konnten. Dies stellt die Wirksamkeit einer Kfz-Steuerbefreiung, um den Verkauf von Neuwagen anzukurbeln, in Frage. Andererseits bestätigen die Ergebnisse die aktuellen Meldungen, dass mit der Abwrackprämie, also dem finanziellen Zuschuss in Höhe von 2.500 Euro beim Kauf eines Neuwagens und gleichzeitiger Verschrottung des mindestens 10 Jahre alten PKWs, wahrscheinlich ein höherer Effekt erzielt werden kann. Weitere Ergebnisse der Studie finden Sie demnächst auf dem Internetauftritt des Projekts. (Quelle: IVT)
Von einer ökologisch und sozial verträglichen Globalisierung sind wir noch weit entfernt. Die wirtschaftliche Perspektive herrscht in Denken und Handeln noch stark vor. Damit stellt sich auch die Frage nach dem Beitrag der Wirtschaftswissenschaften für eine nachhaltige Entwicklung: Welchen zentralen Fragestellungen muss sich eine zeitgemäße Ökonomie heute stellen? Wie ist nachhaltige Entwicklung mit dem Freiheitsgedanken zu vereinbaren?
Herausfordernde Antworten auf diese und andere Fragen gibt Dr. Angelika Zahrnt, Ehrenvorsitzende des BUND und Mitglied im Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung. Die gekürzte Fassung können Sie ab 2. März 2009 in der Zeitschrift "Ökologisches Wirtschaften" lesen. Die ausführliche Version wird zeitgleich auf der Website des Förderschwerpunkts "Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit" (http://www.wi-n.org/) erscheinen.
In den letzten Monaten sind die folgenden Veröffentlichungen aus den Förderschwerpunkten SÖF und WiN erschienen.
(Komplette bibliografische Angaben können der Seite Neuerscheinungen oder Gesamtliste entnommen werden.)
Zeitschriftenartikel
* Newig, J., Haberl, H., Pahl-Wostl, C. & Rothman, D.S. (Hg.) (2008) "Collaboration and Participation in Action Research". In: "Systemic Practice and Action Research" Volume 21, Nr.6/2008, Springer Netherlands
* Reuter, H., Menzel, G., Pehlke, H. & Breckling, B. (2008): Hazard mitigation or mitigation hazard? Would genetically modified dwarfed oilseed rape (Brassica napus) increase feral survival? In: Environmental Science and Pollution Research, 15(7)
* Schröder, W. & Schmidt, G. (2008): Implications of GM-crop cultivation - series. In: Environmental Sciences and Pollution Research, 15(7)
Diskussionspapiere
* Meyerhoff, J., Ohl, C. & Hartje, V. (2008): Präferenzen für die Gestaltung der Windenergie. Working Paper 024/2008
* Pamme, H. (2009): Wirksam ist nicht gleich wirksam: Zur Evaluation von Interventionsansätzen im Bereich "Stromsparen in Privathaushalten", TRANSPOSE Working Paper Nr. 1
* Tews, K. (2009): Politische Steuerung des Stromkonsums privater Haushalte. Portfolio eingesetzter Instrumente in OECD-Staaten, TRANSPOSE Working Paper Nr. 2
Sammelbandbeiträge
* Kleppin, L., Aden, C., Schmidt, G. & Schröder, W. (2008): Monitoring of genetically modified maize cultivation by means of WebGIS and Google Maps, In: Car, A., Griesebner, G. & Strobl, J., Geospatial Crossroads @ GI_Forum '08, Proceedings of the Geoinformatics Forum Salzburg
Alle nachfolgenden Beiträge in: Breckling, B., Reuter, H. & Verhoeven, R. (2008): Implications of GM-Crop Cultivation at Large Spatial Scales, Proceedings of the GMLS conference 2008 in Bremen, Theorie in der Ökologie, Peter Lang Verlag
* Aheto, D.W. & Breckling, B. (2008): Analysis of the spatial density and neighbourhood distances of cultivated oilseed rape (Brassica napus) fields in Northern Germany.
* Breckling, B. (2008): Evolutionary integrity - an issue to be considered in the long-term and large-scale assessment of genetically modified organisms.
* Eschenbach, C., Rinker, A., Windhorst, D. & Windhorst, W. (2008): Cause effect chains on potential GMO cropping in Schleswig-Holstein.
* Höltl, K. & Wurbs, A. (2008): Simulation of GM maize-cultivation scenarios under different coexistence regulations.
* Kleppin, L., Schmidt, G. & Schröder, W. (2008): Web-based Geoinformation Systems: Application for GMO related Issues.
* Reuter, H., Breckling, B., Wurbs, A. & Höltl, K. (2008): Modelling maize cross-pollination probabilities on the regional level - exemplary simulations for the county Elbe Elster in Brandenburg, Germany.
* Reuter, H., Böckmann, S. & Breckling, B. (2008): Analysing cross-pollination studies in maize.
Broschüren
BMBF (2008): Klimaschutz erfordert Handeln - Beiträge der Sozial-ökologischen Forschung.
Der Deutschlandfunk hat anlässlich eines Experiments zur Preiselastizität von Strom und Strom sparenden Haushaltsgeräten ein Interview mit Prof. Doris Fuchs, Ulrich Hamenstädt und Dr. Hildegard Pamme geführt. In dem Interview gehen die drei Wissenschaftler des Projektes "TRANSPOSE - Transfer von Politikinstrumenten zur Stromeinsparung" der grundsätzlichen Frage nach, warum Konsument/-innen in weitaus geringerem Maße Strom sparende Geräte einsetzen, als dies technisch bereits möglich wäre. Hören Sie das Interview als Podcast oder lesen Sie das Manuskript.
Über die Durchführung des Experimentes in Münster berichtete auch die Lokalpresse, nachzulesen in den Westfälischen Nachrichten und dem Echo Münster.
In einem neuen EU-Studiengang stehen ab sofort die Verbraucher im Mittelpunkt. Das European Master's Programme in Consumer Affairs (EURECA) wird demnächst an 13 Hochschulen in neun EU-Mitgliedsstaaten angeboten, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die Technische Universität München, die das Programm als einzige Universität in Deutschland ab dem Wintersemester 2009 anbietet, legt einen Studienschwerpunkt auf den nachhaltigen Konsum. Das ausschließlich in englischer Sprache angebotene Studium geht über einen Zeitraum von vier Semestern inklusive eines obligatorischen Auslandsemesters. Bewerbungsschluss ist jeweils der 31. Mai 2009. Mehr