PoNa - Politiken der Naturgestaltung

Laufzeit: 01.11.2009 - 31.10.2013

Ländliche Entwicklung und Agro-Gentechnik zwischen Kritik und Vision

Ausgangslage
Das Forschungsprojekt "PoNa - Politiken der Naturgestaltung" analysiert die wechselseitigen Beziehungen zwischen Natur und Politik. Im Zentrum steht dabei die Frage danach, wie Natur bzw. die vielfältigen Beziehungen zwischen Natur und Gesellschaft durch Politik gestaltet werden. Von besonderem Interesse ist dabei auch der Einfluss ökonomischer Rationalitäten und Mechanismen auf die Gestaltung gesellschaftlicher Naturverhältnisse.
PoNa kritisiert, dass die Widersprüche und Zielkonflikte, die in Bezug auf die Gestaltung gesellschaftlicher Naturverhältnisse auftreten, in den seltensten Fällen zum Gegenstand politischer Aushandlung gemacht werden. Vielmehr stehen auch in solchen politischen Programmen, die sich explizit dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichten, unterschiedliche Positionen, Annahmen und Rationalitäten unverbunden nebeneinander. Sozial-ökologische Krisen werden so nicht gelöst, sondern zum Teil noch verstärkt.
Im Forschungsprojekt PoNa wird davon ausgegangen, dass eine systematische Aufarbeitung der jeweils vertretenen und zugrunde liegenden Natur-und Politikverständnisse notwendig ist, um sozial-ökologische Krisen zu verstehen und Transformationswissen für eine nachhaltige Gestaltung gesellschaftlicher Naturverhältnisse zu erarbeiten.


Projektziel
Das Ziel von PoNa ist es, bewusst zu machen, dass Natur das mithergestellte Produkt sozio-ökonomischer Entwicklungen ist. Um die Verbindungen zwischen Naturgestaltung und Politik nachzuvollziehen, wird u. a. danach gefragt, wer wie welche Natur zu gestalten vermag. Es geht darum, demokratische Aushandlungsräume zu identifizieren, in denen diese Fragen diskutiert werden (können).
Neben einem wissenschaftlichen Beitrag zur Sozialen Ökologie ist es auch ein Ziel von PoNa, Empfehlungen für die (politische) Praxis abzuleiten und dabei Inhalte, Strukturen und Prozesse zu beschreiben, die für eine nachhaltige Gestaltung gesellschaftlicher Naturverhältnisse geeignet sind.
Diese Aufarbeitungen werden beispielhaft anhand der beiden Politikfelder Ländliche Entwicklung und Agro-Gentechnik in den Ländern Deutschland und Polen geleistet.


 

Fotos: Copyright Brinkhoff-Mögenburg/Leuphana
 

 

Politikfeld Ländliche Entwicklung
Ländliche Räume unterliegen verschiedenen sozial-ökologischen Transformationsprozessen. Von den unterschiedlichen raumwirksamen Politiken ist die EU-Agrarpolitik für die Entwicklung ländlicher Räume besonders relevant. In der aktuellen Förderperiode (2007-2013) wird mit dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) das Ziel verfolgt, die Wettbewerbsfähigkeit ländlicher Räume zu steigern und zugleich deren nachhaltige Entwicklung zu realisieren. Damit ist ein Spannungsverhältnis beschrieben, das sowohl Fragen in Bezug auf das zugrunde liegende Nachhaltigkeitsverständnis aufwirft, als auch nach den Möglichkeiten und Grenzen der Integration unterschiedlicher Prioritäten.

Politikfeld Agro-Gentechnik
Der Einsatz und die Etablierung von Agro-Gentechnik sind höchst umstritten. Dabei geht es um mehr als um den Anbau oder Nicht-Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen: Es werden grundsätzliche, konfliktträchtige Fragen aufgeworfen, welche Landwirtschaft, welche Natur, welche Lebensmittel-, Futtermittel- und Energieproduktion eine Gesellschaft mit Hilfe welcher Technik gestalten will. Mit der Entwicklung und Einführung des Koexistenzkonzepts, das davon ausgeht, dass sowohl gentechnikfreie als auch gentechniknutzende Landwirtschaft prinzipiell neben einander möglich ist, zeichnet sich eine Verschiebung dieser Konflikte in die jeweiligen ländlichen Räume der einzelnen Staaten ab. Weder dort, noch auf anderen Ebenen im politischen System gibt es derzeit jedoch geeignete Aushandlungsräume.

Projektkoordination
Daniela Gottschlich, MA pol.  
Tel. +49 (0)4131 677 1966   
daniela.gottschlich[at]uni.leuphana.de   

Dr. Tanja Mölders
Tel. +49 (0)4131 677 1960
tanja.moelders[at]uni.leuphana.de

Leuphana Universität Lüneburg
Scharnhorststraße 1
21335 Lüneburg
http://www.pona.eu

 

 

Publikationen im Rahmen des Projekts

19 Projektpublikationen

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Dokumente

  • Projektflyer

    [PDF - 1,06 MB]

     (URL: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/_media/PoNa-Flyer_web.pdf)

Kontakt

  • Daniela Gottschlich, MA pol.

    • Leuphana Universität Lüneburg
    • Scharnhorststr. 1
    • 21335 Lüneburg
    • Telefonnummer: +49 (0)4131 677 1966
    • E-Mail-Adresse:
  • Dr. Tanja Mölders

    • Leuphana Universität Lüneburg
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