Klimawandel und Raumentwicklung

Anpassungsstrategien der Stadt- und Regionalplanung in Stadtregionen der Küstenzone am Beispiel des Ostseeraumes

Laufzeit: 15.11.2009 - 31.07.2013

Ausgangslage
Auch wenn Auswirkungen des Klimawandels auf die küstennahen Stadtregionen des Ostseeraumes  nicht vorhersehbar sind, so ist zumindest mit Schäden durch Starkregen, Hochwasser, Meeresspiegelanstieg und Stürme sowie durch Hitzewellen und Trockenheit zu rechnen. Daneben können auch nichtklimatische Faktoren wie zum Beispiel Flussbegradigungen und Flächenversiegelungen zu Schadensrisiken durch Hochwasser führen, und dabei gemeinsam mit dem Klimawandel wirken oder gar alleine ausschlaggebend sein. Darüber hinaus stehen die urbanen Räume der Ostseeküste aufgrund ihrer Lagevorteile unter einem hohen Nutzungsdruck.
In dieser Situation und trotz der Unsicherheiten hinsichtlich der lokalen Klimawirkungen und des Einflusses nichtklimatischer Faktoren stellen sich besondere Anforderungen an die Stadt- und Regionalplanung, um eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung der küstennahen Stadtregionen zu gewährleisten. Zwar sind die städtischen Raumplaner bestrebt, vorausschauend und handlungsorientiert vorzugehen und erscheinen dadurch geeignet, die Raumnutzungsansprüche an den Klimawandel anzupassen. Doch sind sie mitunter auch an Regulationsmaßnahmen beteiligt, die in Wechselwirkung mit dem Klimawandel Schadensereignisse hervorrufen können. So müssen alte Routinen überdacht und neue hinsichtlich möglicher Anpassungsstrategien entwickelt werden. Von zentraler Bedeutung für die Anpassungsfähigkeit sind hierbei die Prüfung des Instrumentariums und der Methoden der Raumplanung. Für eine angemessene Reaktion und die Umsetzbarkeit der Anpassungsstrategien müssen dabei die gesellschaftlichen Akteure mit ihren verschiedenen Interessen und Nutzungsansprüchen sowie mögliche zukünftige soziale, ökologische und ökonomische Entwicklungen und deren unbeabsichtigte Folgewirkungen einbezogen werden.

 

Projektziel
Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit und den engen Austausch mit der Praxis sollen die Zusammenhänge, Veränderungsprozesse und daraus erwachsenden Risiken und spezifischen Betroffenheiten analysiert und interpretiert werden und mögliche Anpassungsstrategien der Stadt- und Regionalplanung entwickelt werden.
Es werden die folgenden Leitfragen behandelt:

  • Welche Auswirkungen durch den Klimawandel können für die küstennahen Stadtregionen erwartet werden und welche weiteren Einflussfaktoren, Wechselbeziehungen und Entwicklungen müssen mitbetrachtet werden?
  • Inwiefern und mit welchen Unterschieden wird in den küstennahen Stadtregionen der Ostsee über die Folgen des Klimawandels und die Anpassungserfordernisse kommuniziert? Wurden bereits Strategien zur Anpassung entworfen?
  • Auf welche Kapazitäten und Instrumente zur Anpassung kann für eine nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung zurückgegriffen werden? Welche Anpassungsstrategien werden bereits in der Praxis umgesetzt und mit welchem Erfolg? Wo bestehen gegebenenfalls Hemmnisse?
  • Welche Rolle spielen die unterschiedlichen Rahmenbedingungen der Stadtregionen im Ostseeraum im Hinblick darauf, wie stark die Verantwortlichen eine Notwendigkeit zum Handeln wahrnehmen und Anpassungsstrategien entwickeln?
  • Welche nutzbaren Steuerungs- und Kommunikationsoptionen gibt es bereits im Ostseeraum und wie müssen die Governance-Prozesse ausgestaltet sein, um auf die Veränderungen durch den Klimawandel vorbereitet zu sein und flexibel mit ihm umzugehen?


Das Forschungsvorhaben bezieht sich dafür auf eine Auswahl aus den folgenden küstennahen Stadtregionen des Ostseeraums:  Kopenhagen, Stockholm, Helsinki, St. Petersburg, Klaipeda, Riga, Tallin, Danzig und Rostock. Mit diesen Fallbeispielen lassen sich der hohe Nutzungsdruck an der Ostseeküste und die verschiedenen Rahmenbedingungen und Entwicklungen abbilden. Auch können mit einer geografischen Streuung die unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels im Ostseeraum berücksichtigt werden. Durch eine vergleichende Betrachtung von Stadtregionen aus verschiedenen nationalstaatlichen und kulturellen Kontexten und den direkten Dialog mit den Akteuren aus der Praxis werden zudem erweiterte Sichtweisen und Schlussfolgerungen erwartet.

 


Projektkoordination
Dr.-Ing. Sonja Deppisch
HafenCity Universität Hamburg
Schwarzenbergstraße 95, 4D - R. 2.012
21073 Hamburg
Tel.  +49 (0)40  42878 3584
Fax  +49 (0)40  42878 2580
sonja.deppisch[at]hcu-hamburg.de
www.hcu-hamburg.de

 

 

Publikationen im Rahmen des Projekts

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Kontakt

  • Dr.-Ing. Sonja Deppisch

    • HafenCity Universität Hamburg
    • Winterhuder Weg 31
    • 22085 Hamburg
    • Telefonnummer: +49 (0)40 428 27 - 4508
    • E-Mail-Adresse: