Laufzeit: 01.07.2009 - 30.06.2013
Zwischen Sackgasse und Energiewende: Eine sozial-ökologische Mehrebenenanalyse transnationaler Biokraftstoffpolitik
Ausgangslage
Die Verarbeitung von Biomasse zu Kraftstoffen - Bio- bzw. Agrarkraftstoffe genannt - erlebt auf globaler Ebene ein rasantes Wachstum. Angesichts der Endlichkeit fossiler Energieressourcen sowie des voranschreitenden Klimawandels ist die Biokraftstoffproduktion eine zentrale Komponente in dem Bestreben eine globale Energiewende herbeizuführen. Biokraftstoffe sollen dazu beitragen, fossile Energiesysteme zu transformieren und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen zu senken. In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern führt diese Politik zusammen mit eigenen Wachstumsstrategien zu einer vermehrten Herstellung von Biokraftstoffen nicht nur für den Eigenverbrauch, sondern auch für den Export nach Europa und Nordamerika.
Die Biokraftstoffproduktion ist jedoch mit einer Vielzahl sozialer und ökologischer Konflikte verbunden, die die Befürchtung schüren, diese Kraftstoffstrategie könne in eine Sackgasse führen: zum Beispiel Konflikte aufgrund von Nahrungsmittelkonkurrenz, Landnutzungswechsel, Enteignungen von Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Umwandlung von Primärwäldern und Schutzgebieten in Produktionsflächen. Zudem sind die Treibhausgasbilanzen der Kraftstoffe umstritten und Nutzen und Kosten sozial ungleich verteilt. Diesen Problemfeldern gegenüber stehen die Hoffnungen, diese Probleme nicht nur lösen sondern über getätigte Investitionen gleichzeitig die ländliche Entwicklung in den produzierenden Länden fördern zu können. Als Argumente werden hier vorhandene Flächenpotenziale, die Chance der Lenkung durch geeignete politische Rahmenbedingungen wie Zertifizierungen und Standards sowie technologische Innovationen aufgeführt.
Gegenwärtig liegen erst wenige Analysen vor, die das Thema Biokraftstoffe in Bezug auf seine konfliktübergreifenden und transnationalen Wirkungen in interdisziplinärer Weise untersuchen. Hier setzt das Vorhaben "Fair Fuels?" an.
Projektziel
Das Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, mit den Biokraftstoffen ein besonders umstrittenes Element der gegenwärtigen und zukünftigen Energieversorgung zu analysieren. Es untersucht die Konflikte, Potenziale und Risiken der Biokraftstoffe, ihre transnationalen Verflechtungen sowie ihre sozial-ökologischen Wechselwirkungen in interdisziplinärer und interregionaler Weise. Fallstudienbezogene Erkenntnisse aus drei Weltregionen (Deutschland & EU, Brasilien, Subsahara-Afrika) werden dabei mit Untersuchungen übergeordneter Fragestellungen zu Umweltauswirkungen, politischer Steuerbarkeit und transnationalen Konflikten verschränkt.
Zentrale Ziele von "Fair Fuels?" sind,

Projektkoordination
Prof. Dr. Bernd Hirschl
Leiter Forschungsfeld Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz
IÖW - Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH (gemeinnützig)
(Institute for Ecological Economy Research)
Potsdamer Str. 105
10785 Berlin
Tel.: + 49 (0)30 884594 26 (Sekr.: -0)
Fax: + 49 (0)30 88254 39
bernd.hirschl[at]ioew.de
http://www.fair-fuels.de
Projektpartner
Lateinamerika-Institut (LAI), Freie Universität Berlin; AnsprechpartnerIn: Kristina Dietz
Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Bonn; Ansprechpartner: Dr. Michael Brüntrup
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| AutorIn/Innen: | Dietz, K. |
| Titel: | |
| Jahr: | 2011 |
| Zeitschrift/Verlag: | Verlag Westfälisches Dampfboot |
| Erscheinungsort: | Münster |
| Seitenzahl: | 320 S. |
| ISBN-/ISSN-Nummer: | ISBN: 978-3-89691-880-2 |
| Preis: | 29,90 ¤ |
| Kurzbeschreibung: | Insbesondere marginalisierte Bevölkerungsgruppen der Dritten Welt sind den Folgen des Klimawandels ausgeliefert. Seit den 1990er Jahren erfährt die Diagnose einer besonderen Vulnerabilität dieser Menschen breite Zustimmung. Doch was genau macht Individuen verwundbar gegenüber steigenden Temperaturen, ausbleibenden Regenfällen und zunehmenden Extremwetterereignissen? Und wie ist das Konzept der Vulnerabilität sozialwissenschaftlich zu fassen? Diesen Fragen widmet sich Kristina Dietz ausgehend von kritisch-theoretischen Zugängen zum Verhältnis von Gesellschaft und Natur, sozialer Ungleichheit und Demokratie. Anhand von Fallstudien zu Nicaragua und Tansania zeigt sie, dass sich der Klimawandel in peripheren Regionen durch die Verflechtung von sozial-ökologischen und politischen Verteilungskonflikten auszeichnet. Dabei fokussiert die Autorin, wie Handlungsspielräume im Umgang mit den Folgen des Klimawandels von historischen Formen der Naturnutzung und -aneignung sowie Praktiken der politischen Herrschaftsausübung konstituiert werden. Institutionelle Regelungen des Zugangs zu und der Kontrolle über natürliche Ressourcen sowie Mechanismen der politischen Einflussnahme sind in Wechselwirkung mit den materiell-stofflichen Folgen des Klimawandels ausschlaggebend für die Vulnerabilität von Individuen und sozialen Gruppen. |
| URL: | Link mit weiteren Informationen in neuem Fenster öffnen... http://www.dampfboot-verlag.de/download/inh-dietz-880.pdf |
| Verlag/Bestellung: | Link zum Verlag / zur Bestellung in neuem Fenster öffnen... http://www.dampfboot-verlag.de/buecher/880-2.html |
Dieser externe Link öffnet ein neues Fenster:
(URL: http://www.fair-fuels.de)