Laufzeit: 01.06.2010 - 31.05.2013
Genossenschaftliche Handlungsmöglichkeiten in Zeiten des Klimawandels
Ausgangslage
Der globale Klimawandel und seine Folgen haben in der Politik und Wirtschaft zu einem weitreichenden Umdenken geführt. Zwei prominente Berichte (Stern-Bericht 2006; 4. Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change - IPCC 2007) unterstreichen, dass sich ohne eine dramatische Emissionsreduktion die Auswirkungen der Erderwärmung nicht mehr auf ein noch akzeptables Maß eindämmenlassen. Es besteht also großer Handlungsdruck: Umfassende technische und politische Innovationen müssen in kürzester Zeit umgesetzt werden. Dies kann nur gelingen, wenn auch auf der gesellschaftlichen Ebene eine fundamentale Umorientierung erfolgt. Solidarisches und langfristig wirtschaftlich erfolgreiches Handeln sind in Zeiten einer Wirtschaftskrise wieder ein öffentliches Thema.
Projektziel
Das Forschungsprojekt analysiert genossenschaftliche Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf Klimaschutzaktivitäten. Im Zentrum der Analyse stehen die Stadt, ihre Bewohner und lokale Ansätze solidarischen Handelns. Es wird untersucht, wie sich aus Beziehungen zwischen Einzelnen kollektive Handlungsstrategien entwickeln lassen. Dabei werden unterschiedliche Genossenschaften als Beispiele solidarischen Handelns in den Blick genommen. Für die Auswahl ist wichtig, dass sie auf eine Verantwortungsübernahme setzen, die sowohl wirtschaftlich tragfähig wie auch solidarisch ist. Nicht zuletzt soll mit der Genderperspektive als Querschnittsthema gezeigt werden, dass Forschung innovationsfähiger wird und an Qualität gewinnt, wenn Genderdimensionen im Prozess und mit Blick auf die untersuchten Akteure systematisch und frühzeitig einbezogen werden.
Mit dem Forschungsprojekt sollen Erkenntnisse über die Bedeutung solidarischer Gruppenbeziehungen und Formen kollektiven Handelns für gesellschaftliche Lern- und Emanzipationsprozesse erarbeitet werden. Hauptthese des Forschungsprojekts ist, dass Genossenschaften vielfältige Zukunftsoptionen für verstärkte Klimaschutzaktivitäten in Städten bieten. Das Forschungsprojekt soll sowohl die Diskussionen um lokale Solidarität und Gerechtigkeit im Kontext der Klimadebatte vorantreiben als auch Handlungsempfehlungen für Kommunen erarbeiten. Im gesamten Projektverlauf ist eine enge Zusammenarbeit mit einzelnen Genossenschaften in verschiedenen deutschen Städten geplant.
Die Forschungsfragen
Beteiligt am Projekt sind insgesamt zwölf Wissenschaftler/-innen aus unterschiedlichen Disziplinen: Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Physik, Psychologie, Genderforschung und Stadtplanung.
Projektleitung
PD Dr. Heike Walk, Dr.-Ing. Carolin Schröder
Zentrum Technik und Gesellschaft
Technische Universität Berlin, HBS 1
Hardenbergstraße 16-18
10623 Berlin
E-Mail: walk[at]ztg.tu-berlin.de, c.schroeder[at]ztg.tu-berlin.de
Projekt-Homepage: http://www.solidarischestadt.de/
Projektteam
Zentrum Technik und Gesellschaft, Technische Universität Berlin (PD Dr. Heike Walk, Dr.-Ing. Carolin Schröder)
Technische Universität Berlin (Prof. Dr. Gabriele Wendorf, Christin Wemheuer)
Gender & Diversity in Wirtschaft & Management, Fakultät VII, Technische Universität Berlin (Prof. Dr. Claudia Neusüß, Dr. Gabriele Schambach)
Verbund- und Kooperationspartner
Institut für Genossenschaftswesen e.V./Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Dr. Thomas Brockmeier, Dr. Delal Atmaca)
Sustainable Energy and Climate Policy, Berlin (Gotelind Alber)
Akademie für partizipative Methoden, nexus Institut, Berlin (Dr. Birgit Böhm, Dr. Christine von Blanckenburg)
Praxispartner
Initiatve Möckernkiez
Die Weiberwirtschaft
Stadtteilgenossenschaft Wedding
Statt Auto Kiel
Konsumgenossenschaft Dresden
Energiegenossenschaft
Wohnungsgenossenschaft
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