Laufzeit: 01.09.2010 - 31.08.2013
(EMIGMA)
Ausgangslage
Der voranschreitende Klimawandel stellt unsere Gesellschaft vor neue sozial-ökologische Probleme, deren Lösung eine Aktivierung und ein Umdenken der gesamten Bevölkerung erfordert. Um den Nachhaltigkeitsgedanken in die Bevölkerung zu tragen und Verhaltensänderungen zu initiieren, bedarf es engagierter Menschen, die über das notwendige Wissen und die Fähigkeiten dazu verfügen. Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland knapp ein Fünftel (18,7 %) der Bevölkerung einen Migrationshintergrund hat, muss dieses Potenzial unserer Gesellschaft mehr denn je gefördert werden. In Anbetracht der gegenwärtigen Situation und besonders mit Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes im Jahr 2005 rückt das Thema Migration immer mehr in den Vordergrund des gegenwärtigen gesellschaftlichen Interesses. Die Integrationspolitik zielt eher auf Themen wie Bildung, Religion oder die Problematik von Adaptation, Assimilation oder Akkulturation ab. Das Thema Umwelt- und Klimaschutz wird hierbei nicht berücksichtigt. Dabei kann das Engagement für den Klima- und Umweltschutz auch einen wesentlichen Bestandteil der Integration darstellen. Über die umweltbezogenen Einstellungen, das Umweltverhalten und das bürgerschaftliche Engagement für den Klima- und Umweltschutz von Migrantinnen und Migranten liegen nur wenig gesicherte empirische Erkenntnisse vor. Die wenigen Ausnahmen zeigen allerdings, dass das Umweltwissen und das Engagement für den Umwelt- und Klimaschutz bei Migranten niedriger ausgeprägt sind als bei der deutschen Bevölkerung. (Die dünne Datenlage erfordert zunächst eine Analyse des Ist-Zustandes.) Es ist davon auszugehen, dass durch die unterschiedlichen Lebenssituationen sowie die soziokulturellen Wahrnehmungs- und Bewertungsmuster von Migranten, andere Kommunikationsformen und Interventionsmaßnahmen als bei der deutschen Bevölkerung erforderlich sind. Die Interventionsmaßnahmen bedürfen einer zielgruppenspezifischen Anpassung, wobei sowohl die Heterogenität der Migrantensubgruppen als auch der jeweilige Problemkontext (Mobilität, Ernährung, Energie) bei der Zielgruppensegmentierung beachtet werden sollte. Dies macht eine enge Zusammenarbeit mit Praxisakteuren, sowohl Migranten- als auch Umweltschutzorganisationen, unerlässlich.
Projektziel
Zentrale Projektziele sind:
Projektkoordination
Prof. Dr. Marcel Hunecke & Prof. Dr. Ahmet Toprak
Fachhochschule Dortmund
Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften
Emil- Figge- Str. 44
44227 Dortmund
Tel.: +49 (0)231 - 755 5488
E-Mail: marcel.hunecke[at]fh-dortmund.de
Projekt-Homepage: http://www.fh-dortmund.de/de/studi/fb/8/forschung/projekte/emigma
Projektpartner
Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH (ifeu) (Dipl. Phys. Udo Lambrecht, Dipl.-Ing. Hans Hertele, Dipl.-Wirtsch.-Ing. Frank Kutzner)
Praxispartner
Türkisch-Deutsches Umweltzentrum Berlin (Dr. Turgut Altug)
Yesil Çember im BUND Berlin e.V. (Dipl. Biol. Gülcan Nitsch)
Verbund der sozial-kulturellen Migrantenorganisationen Dortmund e.V. (Ümit Kosan)
Tangere - Gesellschaft für interkulturelle Zusammenarbeit e.V., Berlin (Dr. Larissa Graf)
Migranten für Agenda 21 e.V. (Dr. Nadja Dorokhova)
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