Laufzeit: 01.03.2011 - 28.02.2014
Deutungsmuster und Handlungspraktiken vom 18. -21. Jahrhundert
Hintergrund
Der Klimawandel weitet den Erfahrungsraum für die Abhängigkeiten zwischen Gesellschaft und Natur an unterschiedlichsten Orten und zu verschiedenen Zeiten aus. Die Kausallinien sind nicht mehr klar und eindeutig, sondern unscharf und mehrschichtig, was sowohl den Bereich der Alltagspraxis als auch den der Wissenschaften betrifft. Die Natur, die in vielen Konzepten als Konstante gedacht wird, muss bedingt durch die Evidenz des Klimawandels als gesellschaftlich beeinflusste Größe rekonzeptualisiert werden. In der Rezeption der neuesten IPCC-Berichte, aber auch in der Praxis des Alpinen Naturgefahrenmanagements wird Natur jedoch als von der Gesellschaft analytisch klar getrennter Seinsbereich gedacht: als "amoralische" und "apolitische", vorwiegend technisch-instrumentell zu gestaltende Ressource.
Dieses Naturverständnis prägte das Denken und Handeln der Akteure im Gefahrenmanagement in den Alpen in den vergangenen drei Jahrhunderten. Unter zivilgesellschaftlichen Akteuren und nichtprofessionellen und professionellen Gefahrenmanagern wächst jedoch die Kritik an diesem Paradigma. Sie stellen infrage, ob die tradierten Deutungsmuster und Handlungspraktiken den Herausforderungen durch den Klimawandel angemessen sind und suchen nach Alternativen.
Projektziel
Der Verbund untersucht den Wandel von Deutungsmuster und Handlungspraktiken im Alpinen Naturgefahrenmanagement seit dem 18. Jahrhundert. Das Ziel des Vorhabens ist es, Denk- und Handlungsblockaden sowie alternative Entwicklungspfade mit Blick auf die Herausforderungen durch den Klimawandel zu identifizieren. Dazu wird gefragt,

Projektkoordination
Prof. Dr. Martin Voss
Katastrophenforschungsstelle Berlin
Freie Universität Berlin
Carl-Heinrich-Becker-Weg 6-10
12165 Berlin
Kooperationspartner
Katastrophenforschungsstelle Berlin (KFS), Freie Universität Berlin (Prof. Dr. Martin Voss; Sascha Schildhauer, M.A.)
Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik, Technische Universität München (Dr. Klaus Wagner)
Georg-August-Universität Göttingen, Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte (Prof. Dr. Manfred Jakubowski-Tiessen)
Freie Universität Berlin, Institut für Ethnologie (Prof. Dr. Urte Undine Frömming, Juniorprofessorin)
Assoziierte Partner
Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, Forschungseinheit Wirtschaft- und Sozialwissenschaften (Dr. Sylvia Kruse, Dr. Irmi Seidl)