Laufzeit: 01.11.2010 - 31.10.2013
Potenziale, Strategien und Instrumente für CO2-arme Lebensstile in der Null-Emissions-Stadt (KlimaAlltag)
Ausgangslage
Private Haushalte tragen in den Industrieländern erheblich zum Ausstoß von Treibhausgasen und zum Klimawandel bei. Deshalb ist es unabdingbar, dass die privaten Haushalte ihre Alltagspraktiken und Konsummuster verändern. Im Projekt wird untersucht, wie unterschiedliche soziale Gruppen ihre alltäglichen Routinen und Verhaltensweisen verändern können. Denn wo die eine Gruppe Bereitschaft zur Veränderung zeigt, können andere erhebliche Blockaden gegenüber Klimaschutzmaßnahmen aufbauen. Ob Menschen sich für einen CO2-armen Lebensstil begeistern oder ihn ablehnen, hängt nicht zuletzt von ihrer sozialen und finanziellen Situation ab. Für den Übergang zu einer postfossilen Gesellschaft kommt Kommunen eine Schlüsselrolle zu und viele haben sich ambitionierte kommunale Klimaschutzziele gesetzt. Um diese Ziele zu erreichen, ist es jedoch notwendig, dass alle Teile der Stadtbevölkerung klimafreundliche Lebensstile in ihrer Alltagsrealität umsetzen können.
Projektziel
Im Projekt soll erforscht werden, wie konsequent "CO2-arme Lebensstile" unterstützt und verbreitet werden können. Im Zentrum steht die Rolle der Kommunen und ihre Einflussmöglichkeiten durch die Umgestaltung der Energieversorgung, des ÖPNV und anderer kommunaler Angebote.
In einem Feldversuch mit "Klima-Haushalten" in Nordrhein-Westfalen verpflichten sich Haushalte freiwillig, ihre CO2-Emissionen zu verringern. Sie werden über einen Zeitraum von einem halben Jahr gezielt dazu beraten und bei der Umsetzung wissenschaftlich begleitet. Damit soll erarbeitet werden, unter welchen Bedingungen sie zu einer konsequenten Veränderung von Lebensstilen bereit sind und welche Barrieren bestehen, das eigene Alltagshandeln anzupassen. Um die Bedeutung von sozialer Vulnerabilität und kultureller Diversität zu untersuchen, sollen neben gut integrierten Milieus auch Gruppen in ungesicherten sozioökonomischen Lebenslagen sowie Menschen mit Migrationshintergrund besonders berücksichtigt werden.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden am Beispiel der Städte Frankfurt am Main und München vertieft. In einer repräsentativen Erhebung werden die Bewohner/-innen dieser Städte befragt, mit welchen Programmen und Instrumenten Kommunen klimaneutrale Lebensstile sozial gerecht unterstützen können. Untersucht werden soll, wie hoch die Bereitschaft in der Bevölkerung ist, alltägliche Routinen zu verändern, und ob die kommunalen klimapolitischen Instrumente und Maßnahmen angenommen werden.
In einem weiteren Teilprojekt wird die Wirkung kommunaler klimapolitischer Instrumente analysiert. Dabei wird untersucht, wie effizient und effektiv diese Instrumente sind und welches Potenzial sie haben, um CO2-arme Lebensstile in unterschiedlichen sozialen Gruppen zu fördern. Außerdem erforscht das Team die sozio-ökonomischen und sozialstrukturellen Verteilungseffekte klimapolitischer Strategien und Instrumente. Das heißt, sie untersuchen, wie sich kommunale Klimaschutzmaßnahmen auf Haushalte mit geringem Einkommen auswirken und was getan werden muss, damit sich die soziale Ungleichheit nicht verschärft.
Die Ergebnisse der ökologischen und sozioökonomischen Wirkungsanalyse werden für die ausgewählten Handlungsfelder zusammengeführt und auf die identifizierten Zielgruppen bezogen. Auf dieser Grundlage wird exemplarisch für die beiden Kommunen Frankfurt am Main und München ein umfassendes Konzept für die CO2-arme Transformation von Alltagspraktiken erarbeitet. Das Konzept berücksichtigt die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten verschiedener sozialer Milieus. Es beruht auf spezifischen, zielgruppenorientierten Handlungsansätzen und innovativen Angeboten und enthält Empfehlungen zur Verknüpfung von klima- und sozialpolitischen Maßnahmen.
Projektkoordination
Dr. Immanuel Stieß
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE)
Hamburger Allee 45
60486 Frankfurt am Main
Tel.: +49 -(0)69 - 707 69 19 19
Fax: +49 -(0)69 - 707 6919 11
E-Mail: stiess[at]isoe.de
www.isoe.de
Projekt-Homepage: http://www.klima-alltag.de
Kooperationspartner
Karl-Franzens-Universität Graz - Institut für Soziologie (Prof. Dr. Klaus Kraemer)
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) (Dr. Frieder Rubik)
Verbraucherzentrale NRW (Bernhard Burdick)
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