Die Verbindung von Emissionshandelssystemen

Laufzeit: 01.07.2010 - 31.05.2013

Auf dem Weg zu einer sozial und ökologisch akzeptablen Ausgestaltung des Handels mit Emissionszertifikaten in Europa, den USA und Japan (LETSCaP)

Ausgangslage
Für eine erfolgreiche internationale Klimapolitik gewinnt der Emissionshandel zunehmend an Bedeutung. Bei diesem umweltpolitischen Instrument wird zunächst eine Emissionsobergrenze für ein bestimmtes Gebiet festgelegt, die dessen Beitrag zur Verringerung von Treibhausgasen sicherstellen soll (cap). Alle Emittenten erhalten anteilige Emissionsberechtigungen, die aber von den Teilnehmern untereinander übertragen werden dürfen (trade). Verfügt ein Emittent über mehr oder weniger Emissionszertifikate als er für seinen tatsächlichen Ausstoß benötigt, kann er diese auf dem Markt verkaufen oder erwerben. Auf diese Weise werden Emissionsgrenzen exakt eingehalten und Emissionsreduktionen dort vorgenommen, wo sie am kostengünstigsten erfolgen können.
Der Emissionshandel, so besteht weitestgehend Einigkeit, sollte aus Gründen des Klimaschutzes, der ökonomischen Effizienz und der sozialen Gerechtigkeit möglichst als weltweites Handelssystem eingeführt werden. Die Klimakonferenzen in Kopenhagen und in Cancún haben indes gezeigt, dass eine weltweite politische Einigung auf ein einheitliches Emissionshandelssystem in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist.
Eine Alternative besteht aber in der Verknüpfung bereits bestehender supranationaler, nationaler und regionaler Systeme. Bisher werden u.a. in der EU, in der Schweiz, in Norwegen, Japan, Neuseeland und in den Staaten des Nordostens der USA Emissionshandelssysteme betrieben, während in Australien, Kanada, Indien, China und Südkorea sowie in mehreren Staaten des Westens der USA solche Systeme ernsthaft diskutiert werden. Sollen diese Systeme zusammenwachsen, so wäre es besonders hilfreich, wenn in den kommenden Jahren eine Verknüpfung der großen CO2-Märkte in der EU, den USA und Japan gelingen könnte. Hierdurch würde ein integrierter Markt entstehen, der die drei wichtigsten Hochtechnologieproduzenten mit einem wesentlichen Anteil der OECD-Treibhausgas-Emissionen umfasst und große Vorbildwirkung für Erweiterungen oder weitere Verknüpfungen haben könnte.


Projektziel
Im Projekt "LETSCaP" wird hierzu untersucht, wie eine solche Verknüpfung von Emissionshandelssystemen in der EU, den USA und Japan nicht nur ökonomisch effizient, politisch akzeptabel und juristisch machbar, sondern besonders auch ökologisch ambitioniert und sozial gerecht ausgestaltet werden kann.

Zentrale Ziele

  • Konkretisierung der für eine Verknüpfung von Emissionshandelssystemen entscheidenden Anspruchskriterien und Identifizierung möglicher Trade-Offs
  • Analyse und Bewertung der bestehenden Systeme in der EU, den USA und Japan
  • Untersuchung des Potentials, der Probleme, der Lösungen und der Wege einer Verknüpfung
  • Entwicklung eines integrierten Modells für eine anspruchsvolle Verknüpfung von Emissionshandelssystemen, das neben der Funktionalität vor allem die Aspekte der ökologischen Effektivität und sozialen Gerechtigkeit hinreichend berücksichtigt

 

 

Projektkoordination
Prof. Dr. Alexander Roßnagel
Tel.: +49 (0)561 - 804 3130
E-Mail: a.rossnagel[at]uni-kassel.de

Dr. Anja Hentschel
Tel.: +49 (0)561 - 804 3129
E-Mail: a.hentschel[at]uni-kassel.de

Fachgebiet Öffentliches Recht, insb. Umwelt- und Technikrecht
Universität Kassel
Nora-Platiel-Straße 5
34127 Kassel

Kooperationspartner
Competence Centre for Climate Change Mitigation and Adaptation (CliMA)
der Universität Kassel
Kobe University (Prof. Dr. Ralf Bebenroth)
Massachussetts Institute of Technololgy (MIT), Boston (Prof. Dr. A. Denny Ellerman)
Hessische Berufsakademie (Prof. Dr. Achim Lerch)
Vermont Law School (Prof. Dr. Janet Milne)
Kyoto University (Prof. Dr. Toru Morotomi) 
Hyogo University Kobe (Prof. Dr. Hidenori Niizawa)
Waseda University Tokyo (Prof. Dr. Tadashi Otsuka)
Universität Greifswald (Prof. Dr. Konrad Ott)
Kyoto Sangyo University (Prof. Dr. Seung-Joon Park)
Resources for the Future, Washington D.C. (Dallas Burtraw)

Projekt-Homepage:  http://www.letscap.uni-kassel.de 


Projektrelevante Publikationen

Achim Lerch, CO2-Emissionshandel - effizient oder gerecht? in: Zeitschrift für Sozialökonomie (ZfSÖ) (170/171) 2011 (i.E.).

Alexander Roßnagel / Anja Hentschel/ Ralf Bebenroth, Die Emissionshandelssysteme in Japan und Deutschland - Chancen der Verzahnung aus rechtlicher Sicht, kassel university press, Kassel 2008.

Alexander Roßnagel, Evaluating Links between Emissions Trading Schemes: An Analytical Framework, In: Carbon and Climate Law Review (CCLR), Vol. 1 (2008), No. 4, S. 394-405.

Sven Rudolph, Wie der klimapolitische Patient Japan den Anweisungen des umweltökonomischen Doktors folgte: Eine Analyse nationaler Treibhausgas-Emissionshandelssysteme in Japan, in: Joint Discussion Paper Series in Economics by the Universities of Aachen, Gießen, Göttingen, Kassel, Marburg, Siegen, No. 04-2011, Marburg 2011.

Sven Rudolph / Seung-Joon Park, Lost in Translation? The Political Economy of Market-Based Climate Policy in Japan, in: Claudia Dias Soares et al. (Hg.), Critical Issues in Environmental Taxation - International and Comparative Perspectives, Band VIII, Oxford University Press, Oxford 2010, S. 163-184.

Sven Rudolph / Hans G. Nutzinger, Zur Relevanz qualitative Fallstudien in der Neuen Politischen Ökonomie der Umweltpolitik - Konzeptionelle Überlegungen und exemplarische ländervergleichende Ergebnisse, in: Christian Dreger / Reinhold Kosfeld / Matthias Türck (Hg.), Empirische Regionalforschung heute - Eine Festschrift für Professor Dr. Hans-Friedrich Eckey, Gabler, Wiesbaden 2011, S. 283-309.

Barbara Volmert, Border Tax Adjustments: Konfliktpotential zwischen Umweltschutz und Welthandelsrecht? In: Institut für Wirtschaftsrecht an der Universität Kassel (Hrsg.), FORUM Wirtschaftsrecht, kassel university press, Kassel 2011.

 

 

Kontakt

  • Prof. Dr. Alexander Roßnagel

    • Fachgebiet Öffentliches Recht, insb. Umwelt- und Technikrecht, Universität Kassel
    • Nora-Platiel-Straße 5
    • 34127 Kassel
    • Telefonnummer: +49 - (0)561 - 804 3130
    • E-Mail-Adresse: