Laufzeit: 20.06.2007
Am 20.06.2007 veranstaltet das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) eine Podiumsdiskussion in Frankfurt am Main zu dem Thema: Blauer Planet mit Durst: Wasserarmut - Klimawandel - Zeit für eine Blaue Revolution.
Obwohl die Erdoberfläche zu etwa zwei Dritteln aus Wasser besteht, haben rund eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird sich diese Zahl bis zum Jahr 2050 vervielfachen. Bereits heute sind vor allem die ärmsten Gebiete der Erde vom Wassermangel betroffen. Anpassungsstrategien für die Bevölkerung sind nötig, um Trockenperioden besser überstehen zu können, wie Mary Seely meint. Sie befasst sich seit mehr als 40 Jahren mit Ökologie im trockenen Namibia und hat als Gründerin und Direktorin der Desert Research Foundation of Namibia (DRFN) einen wesentlichen Beitrag zum Empowerment der armen ländlichen Bevölkerung geleistet.
Die ungleichmäßige Verteilung des Wassers und die krisenhafte Entwicklung der weltweiten Wasservorkommen werden aber zusätzlich verschärft durch den Klimawandel, denn zunehmende Verdunstung durch die Erderwärmung bedeutet gleichzeitig Beschleunigung des Wasserkreislaufs. Die Folgen der klimatischen Veränderungen betreffen die Menschen in der nördlichen Welt genauso wie die Menschen auf der Südhalbkugel. Doch die konkreten Auswirkungen des Klimawandels sehen regional sehr verschieden aus: Die regenarmen Gebiete sind von noch weniger, die regenreichen von noch häufigeren Niederschlägen betroffen. So verschärfen sich die Extreme. Fluten, Dürre und Hitzeperioden wechseln häufiger.
Fred Pearce entwickelt in seinem kürzlich erschienenen Buch "Wenn die Flüsse versiegen" eine globale Perspektive auf die Wasserprobleme der Gegenwart und Zukunft. Er plädiert für eine "Blaue Revolution", um die lebensnotwendige Ressource Wasser für nachfolgende Generationen dauerhaft zu sichern. Eine allgemeingültige Lösung für die weltweiten Wasserprobleme wird es jedoch nicht geben können. Mary Seely, Fred Pearce und Thomas Kluge diskutieren daher, welche Wasserpolitik und Wasserforschung erforderlich ist, um diesen Herausforderungen angemessen begegnen zu können. Aus Sicht des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) sind nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die lokal angepasst sind, neues und traditionelles Wissen intelligent kombinieren und veränderte Politikformen voraussetzen.
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(URL: http://www.sozial-oekologische-forschung.org/_media/Flyer_BlauerPlanet_200607.pdf)