Themen SÖF-Intern 1/2007: Klimawandel trifft die sozial Schwächsten - Stärkung der transdisziplinären Forschungspraxis - SÖF als Beitrag für die kommunale Praxis ausgezeichnet - Aktuelle Veranstaltungen - Veranstaltungsrückschau - Literatur - Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit - Personalia
Sehr geehrte Damen und Herren,
die ersten Monate des neuen Jahres sind ganz besonders von der Debatte um die Auswirkungen des Klimawandels geprägt. Die Sozial-ökologische Forschung kann dazu mit ihrer integrativen Herangehensweise neue Impulse geben. Untersucht wird beispielsweise, welche Personengruppen von dieser Entwicklung besonders betroffen sind und warum. Lösungsvorschläge müssen, neben technologischen Strategien, verstärkt auch gesellschaftliche Einflüsse berücksichtigen.
Um diese Forschungsrichtung zu etablieren ist neben der thematischen Förderung aber auch Unterstützung bei infrastrukturbildenden Maßnahmen in der internationalen Forschungslandschaft unerlässlich. Lesen Sie in diesem Newsletter darüber, wie die SÖF-Forschungspraxis gestärkt werden soll und über das Technologie-Roadmapping zur Unterstützung nachhaltigkeits-orientierter Innovationsprozesse.
Beste Grüße aus Bonn,
Jutta Zimmermann
Den Newsletter abonnieren oder Einstellungen ändern können Sie unter http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/767.php oder http://www.bmbf.de/newsletter/ (hier finden Sie auch weitere Newsletter des BMBF).
Themen:
Wen trifft der im Moment intensiv diskutierte Klimawandel am stärksten? Von "Verlierern" und "Gewinnern" der klimatischen Veränderungen ist die Rede. Häufig wird darauf verwiesen, dass bestimmte Regionen der Erde unter dem Klimawandel am stärksten leiden werden. Dies gelte insbesondere für Entwicklungsländer in den tropischen Zonen, etwa aufgrund der Schwäche der Volkswirtschaften sowie der staatlichen Institutionen. "Die zentrale Frage müsste eigentlich lauten: Welche Personengruppen - und nicht welche Länder - werden von der Entwicklung besonders betroffen sein" sagt Kristina Dietz vom SÖF-Projekt "Global Governance und Klimawandel", die ihre Forschung stärker auf jene Faktoren ausrichtet, welche die Anfälligkeit (Vulnerabilität) der Menschen gegenüber Krisen bestimmen, anstatt - wie gemeinhin üblich - vor allem die nationalen und volkswirtschaftlichen Konsequenzen zu untersuchen. Mehr dazu in der Pressemitteilung oder den SÖF-Mitteilungsseiten in der Zeitschrift "GAIA".
Transdisziplinäre Forschungsteams stehen häufig vor dem Problem mangelnder Kenntnisse über bewährte Methoden, Verfahren und Arbeitsweisen für transdisziplinäre Forschung und deren Qualitätssicherung. Grund hierfür ist zumeist jedoch nicht eine unzureichende Recherche im bearbeiteten Forschungsfeld, sondern das Fehlen einer etablierten Tradition. Darüber hinaus mangelt es an einem Überblick, in dem erprobte Methoden und Verfahren in einer Form zusammengestellt werden, die eine Übertragbarkeit auf verschiedenste transdisziplinäre Anwendungsbereiche ermöglichen. Das neue SÖF-Projekt "Stärkung der transdisziplinären Forschungspraxis" aus der Infrastrukturförderung zielt daher mit der Erarbeitung einer umfassenden Übersicht über Theorien, Konzepte, Methoden und Verfahren auf die Unterstützung beim Konzipieren, Durchführen und der Qualitätssicherung von inter- und transdisziplinären Forschungsansätzen. Mehr
Das Handlungsfeld Landwirtschaft und Ernährung steht vor großen Herausforderungen, wenn es um seine zukunftsfähige Gestaltung geht. Gesunde Lebensmittel für alle Bevölkerungsgruppen, eine umwelt- und sozial gerechte Erzeugung von Nahrung und die Entwicklung einer entsprechenden Esskultur - diese Themen werden in Wissenschaft und Gesellschaft intensiv diskutiert. Sechs Projekte der Sozial-ökologischen Forschung widmen sich diesen Fragestellungen in inter- und transdisziplinären Forschungsvorhaben. Im Sammelband "Vom Acker auf den Teller - Impulse der Agrar- und Ernährungsforschung für eine nachhaltige Entwicklung" präsentieren sie im Rahmen der SÖF-Buchreihe Ergebnisse und Lösungsansätze aus verschiedenen Perspektiven: Welche Rolle kommt den Unternehmen in Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel für eine nachhaltige Lebensmittelerzeugung zu? Wie können Konsument/-innen bei der Gestaltung von nachhaltigen Konsummustern und Ernährungskulturen unterstützt werden? Was tragen Politik und öffentliche Diskurse zu diesen Herausforderungen bei? Die Potenziale Sozial-ökologischer Agrar- und Ernährungsforschung werden außerdem aus Sicht der Praxis kommentiert und in der wissenschaftlichen Landschaft verortet. Mehr
Warum ist es so schwer, die Entwicklung von Regionen nachhaltig zu gestalten? Was blockiert die vielen Bemühungen? Inwiefern sind diese Blockaden auf dichotome Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster zurückzuführen, die von Hierarchien durchzogen sind? Und wie lassen sich diese Blockaden überwinden? Zu diesen Fragen hat der Forschungsverbund »Blockierter Wandel?« in der Region Mulde-Mündung in Ostdeutschland Antworten erarbeitet, die im Band 7 der SÖF-Buchreihe vorgestellt werden. In der Zusammenarbeit der Forscherinnen mit zahlreichen Menschen der Region wurden in den Praxisfeldern Arbeit, Wasserver- und -entsorgung, Bildung, Landschaftsnutzung sowie im Hochwasserschutz Potenziale für Nachhaltigkeit ausgemacht, die sich zwischen bestehenden dichotomen Strukturen entfalten. In diesen Zwischenräumen werden Ziele und Prozesse einer sozial-ökologischen Transformation im gemeinsamen Lernen entworfen und gestaltet. Nachhaltige Regionalentwicklung, so die Ergebnisse der kritischen Analyse und konstruktiven Perspektive des Forschungsverbundes, erfolgt über die Ermöglichung, Sicherung und Stabilisierung solcher Zwischenräume. Mehr
Roadmapping ist ein bewährtes und zunehmend verbreitetes Instrument der Technologiefrüherkennung. Als Ergebnis werden jedoch häufig Technikbilder produziert, die aufgrund der fehlenden sozio-ökonomischen bzw. sozial-ökologischen Einbettung autistisch wirken und sich allein am technisch Machbaren orientieren. Zur Behebung dieses Defizits haben Siegfried Behrendt und Lorenz Erdmann vom Forschungsprojekt "Innovationspfade für eine nachhaltige Informationsgesellschaft" die Methode weiterentwickelt - zur "Integrated Roadmap". Letztere zielt darauf ab, gesellschaftliche Bedarfe und Kundenbedürfnisse sowie Nebenfolgen und Risiken frühzeitig in Innovationsprozesse einzubeziehen. Bestelladresse: e.thiede(at)izt.de. Kostenloser Download der Studie
Die "Stiftung der deutschen Städte, Gemeinden und Kreise zur Förderung der Kommunalwissenschaften" prämiert jährlich acht Arbeiten, die wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse für die Praxis der kommunalen Selbstverwaltung vermitteln. Die eingereichten Arbeiten werden durch Expertinnen und Experten des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), Berlin, begutachtet. Sybille Bauriedl aus der Nachwuchsgruppe NEDS (www.neds-projekt.de) wurde am 26.01.2007 für ihre Forschungsarbeit "Spielräume nachhaltiger Entwicklung. Eine Diskursanalyse Hamburger Stadtentwicklungspolitik" ausgezeichnet. Die Promotion wird in Kürze im Oekom-Verlag publiziert. Difu-Presseinfo vom 22. 11.06
Wander-Ausstellung "Wohlstand hat viele Gesichter"
Das Forschungsprojekt "Regionaler Wohlstand neu betrachtet" präsentiert anhand vieler Beispiele aus der Praxis die gewonnenen Forschungsergebnisse auf leicht verständliche und ansprechende Weise. Die nächsten Termine finden am 01.05.2007 auf dem Maifest des Ökohofs Kuhhorst in Brandenburg und am 9.- 10. 06.2007 auf dem Hoffest der Gronenfelder Werkstätten gGmbH im Rahmen der Landpartie 2007 statt. Eine Terminübersicht sowie weitere Informationen zur Ausstellung und der gleichnamigen Broschüre sind erhältlich über http://www.regionalerwohlstand.de/ausstellung. Die Wander-Austellung kann auch gebucht werden. Kontakt: Prof. Dr. Dr. M. Schäfer, schäfer(at)ztg.tu-berlin.de oder V. Hilbermann, hilbermann(at)ztg.tu-berlin.de
Second Open Workshop on "Communicating Chemical Risks: The role of risk perception and communication for characterizing and managing Cumulative Stressors", 12.-13.04.2007, Stuttgart
This workshop focuses on good practice in risk communication and "What determines success in risk communication?". Various case studies examining the perception and management of risks, from the chemical as well as from other sectors, will give insights of the wide range of how risks could be handled and communicated.
4. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit "Nachbarschaft für Nachhaltigkeit - mit Forschung von Lissabon nach Leipzig", 08.-10.05.2007, Leipzig
Die Konferenz hat zum Ziel, Nachhaltigkeitsforschung als Motor für die Wettbewerbsfähigkeit Europas in der Lissabon Agenda zu positionieren. Sie wird gemeinsam von Politik und Wissenschaft organisiert und bietet ein Forum für Diskussionen über den aktuellen Forschungsstand, über die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Forschung sowie über zukünftige Forschungsprioritäten, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Mehr
Workshop "Systemische Risiken: Neue Strategien der Risikobewältigung für eine neue Form von Risiken", 14.05.2007, Frankfurt am Main.
Für die SÖF-Risikoforschung ist eine wesentliche Frage: "Was ist das Charakteristische an systemische Risiken und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Strategien der Risikobewältigung?". Der Workshop wird mit Unterstützung des BMBF gemeinsam von den Projekten "Übergewicht und Adipositas bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen als systemisches Risiko" und "Strategien zum Umgang mit Arzneimittelwirkstoffen im Trinkwasser (start)" veranstaltet. Um den Erfahrungen und Entwicklungen aus den SÖF-Projekten möglichst breiten Raum zu geben, richtet sich der Workshop vornehmlich an die beteiligten Forscherinnen und Forscher. Die Veranstaltung ist jedoch grundsätzlich offen für Interessierte aus der sozial-ökologischen Forschung und der Risikoforschung. Anmeldeschluss ist der 15.04.2007.
Abschlusskonferenz der Nachwuchsforschungsgruppe "Gesellschaftliches Lernen und Nachhaltigkeit (GELENA)", 24.05.2007, Berlin
Wesentliche Projektergebnisse sollen vorgestellt und mit Vertreter/-innen aus Wissenschaft und Praxis diskutiert werden. Abschließend wird es eine Podiumsdiskussion zum Thema "Wissen schafft Nachhaltigkeit?" geben. Mehr
7. Österr. TA-Konferenz "Technikfolgenabschätzung zwischen Inter- und Transdisziplinarität", 04.06.2007 Wien
Auf der Konferenz werden insbesondere folgende Fragestellungen diskutiert: Welche Wege werden in der Technikfolgenabschätzung (TA) gegangen, um die Ansprüche von Inter- bzw. Transdisziplinarität zu erfüllen? In welchem Verhältnis stehen Inter- und Transdisziplinarität zueinander? Welchen Stellenwert haben sie in unterschiedlichen Anwendungskontexten? Wie geht die TA mit dem erhöhten Vernetzungsaufwand um, der sich aus inter- und transdisziplinären Arbeitsformen ergibt? Welche Rolle spielen partizipative Verfahren der TA bei der Umsetzung von Transdisziplinarität? Wie steht es um den Anspruch der Wissenschaftlichkeit von TA im Zusammenhang mit Inter- und Transdisziplinarität? Welche Kriterien der Qualitätssicherung gibt es? Mehr
"Integrating Natural and Social Sciences for Sustainability", 7th international conference of The European Society for Ecological Economics (ESEE)
05-08.06.2007, Leipzig
The conference will explore contemporary scientific approaches for putting the concept of Sustainable Development into research and into practice, and it will focus on bridging natural and social sciences. It will address sustainability topics such as human vulnerability to global change and water problems. It is organised by ESEE in co-operation with VÖÖ and VÖW. More
Workshop "Eigenart und Vielfalt der Regionen", 18.-19.06.2007, Kassel
In diesem Workshop stehen Beispiele aus Regionen im Mittelpunkt, die Eigenart und ökonomische Entwicklung ihrer Region miteinander verknüpft haben. Die verschiedenen Akteure und Ziele, Instrumente und Methoden sollen dabei näher beleuchtet und diskutiert werden. Der Workshop steht inhaltlich in der Tradition der Europäischen Sommerschule für Nachhaltige Regionalentwicklung an der Universität Kassel. Er will Praktiker, Wissenschaftler, Politiker und Institutionen, die in regionalen Netzwerken aktiv sind, ansprechen und in einem kreativen Lernprozess zusammen führen. Mehr
International Workshop "Politics and governance in sustainable socio-technical transitions", 20.-21.09.2007, Berlin
Die Tagung "Politics and governance in sustainable socio-technical transitions" wird im Rahmen der Workshopreihe "System Innovations for Sustainable Development" vom SÖF-Projekt "Concise.net" gemeinsam mit internationalen Kooperationspartnern veranstaltet. Die Tagung knüpft an Ideen für neue Governanceformen an, die unter dem Titel "transition management" laufen. Aus der Diskussion sollen Impulse für diese Governanceformen wie auch für die politikwissenschaftliche Forschung hervorgehen. Informationen zum Call for Papers /
Ernährung anders gestalten - Nachhaltige Ernährung in der Region, 24.10.2006, Frankfurt/Main
Die Debatte um nachhaltige Ernährung braucht zweifellos neue Impulse: Akteure aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft, aber auch Bürger/-innen müssen ins Gespräch kommen, um Lösungsansätze ebenso wie Hindernisse und Grenzen einer nachhaltigen Ernährung in den Blick zu nehmen. Ende Oktober 2006 hatte das Institut für Sozial-ökologische Forschung (ISOE) zu einer Podiumsdiskussion geladen, um mit Fachleuten aus verschiedenen Bereichen sowie Bürger/-innen kontrovers zu diesem Thema am Beispiel der Rhein-Main-Region zu diskutieren. Die thematische Einführung in den Abend von Dr. Doris Hayn steht zum Download zur Verfügung.
Workshop "Strom sparen im Haushalt - Mission Impossible?", 27.- 28.11.2006, Berlin
Der Stromverbrauch in deutschen Haushalten steigt. Und das trotz vieler, im einzelnen durchaus erfolgreicher Kampagnen, Projekte und Instrumente. Woran liegt das und was lässt sich dagegen tun? Dazu veranstaltete die SÖF-Nachwuchsgruppe "TIPS - Transformation and Innovation in Power Systems" (http://www.tips-project.de/) am 27. / 28. November 2006 in Berlin einen Workshop mit 62 Expert/-innen aus Wissenschaft, Energieagenturen, Unternehmen und Beratungseinrichtungen. Sie untersuchten in vier Diskussionsforen strukturelle Probleme der Stromeinsparung und entwickelten Ideen, die im Sommer 2007 in einem Sammelband erscheinen.
Tagung "Blind Spots of Global Climate Governance",16.02.2007, Berlin
Die internationale Klimapolitik weist schwere Defizite auf, was soziale Fragen, die Einbindung lokaler Akteure und die Umstellung auf erneuerbare Energien angeht. Dies ist das Fazit der internationalen Tagung "Blind Spots of Global Climate Governance", die vergangene Woche in Berlin stattfand. Vor dem Hintergrund der neusten dramatischen Erkenntnisse zum Klimawandel, wie sie beispielsweise in der aktuellen Studie des zwischenstaatlichen Wissenschaftsgremiums zum Klimawandel (IPCC) veröffentlicht wurden, sei ein tief greifendes Umdenken in der Klimapolitik notwendig. Die Tagung "Blind Spots of Global Climate Governance" wurde veranstaltet von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Forschungsprojekt "Global Governance und Klimawandel". Mehr und zur Pressemitteilung
In den letzten Monaten sind die folgenden Veröffentlichungen aus dem Förderschwerpunkt SÖF erschienen:
Komplette bibilographische Angaben können der Seite Neuerscheinungen oder Gesamtliste entnommen werden.
Der Beitrag "Die Zukünfte der Abfallwirtschaft" ist der am häufigsten aufgerufene Artikel des Jahres 2006 der Internetplattform "Acess to Sustainable Knowledge", der dort zum kostenpflichtigen Download zur Verfügung steht. Der Artikel wurde im Rahmen des SÖF-Projektes "KIDA-Kooperation in der Abfallwirtschaft" unter Mitarbeit der beteiligten Partner aus der Abfallwirtschaftspraxis erstellt und anschließend in der Fachzeitschrift "MüllMagazin" veröffentlicht. Der Text erläutert, wie eine Szenarioanalyse auf der Grundlage von Schlüsselfaktoren die Strategie- und Maßnahmenplanung unterstützen kann und präsentiert Ergebnisse der KIDA-Szenarioanalyse. Der Artikel wird derzeit ins Englische und Spanische übersetzt, damit auch internationale Zielgruppen erreicht werden.
Kontakt: Hartmut Schug (schug(at)vdi.de), Zukünftige Technologien Consulting (ZTC) der VDI Technologiezentrum GmbH.
Eine Rezension des zweiten Bandes der SÖF-Buchreihe "Die Neuerfindunge des Ökonomischen" von Adelheid Biesecker und Sabine Hofmeister ist in der Zeitschrift GAIA erschienen. Dr. Martin Held von der Evangelischen Akademie Tutzing, Autor der Rezension, resümiert: "Biesecker und Hofmeister erfinden "das Ökonomische" nicht neu im Sinne einer zweiten Erfindung des Rads. "Vielmehr schlagen sie gut nachvollziehbar eine Erweiterung des Ökonomischen vor, indem sie die produktiven Potentiale der Natur und der nicht-marktvermittelten reproduktiven menschlichen Fähigkeiten erfassen. Ihre analytischen und konzeptionellen Überlegungen dazu sind in den Diskurs der ökologischen Ökonomik einzubringen, um das konzeptionelle Fundament nachhaltiger Entwicklung zu verbreitern.[...]" GAIA 16/1 (2007).
Im Rahmen des neuen BMBF-Förderschwerpunkts "Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit" trafen sich die ausgewählten 15 Forschungsprojekte am 22. und 23. März 2007 zu einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung im Bonner Wissenschaftszentrum. Sie werden für drei Jahre mit 7,4 Mio € gefördert. Die Projekte befassen sich mit ganz unterschiedlichen ökonomischen Ansätzen, um Ziele wie Klimaschutz, Ressourcen- und Energieeffizienz in das Marktgeschehen zu integrieren. Ziel der Forschung ist es, durch bessere Rahmenbedingungen den Übergang zu einer Wirtschaft zu erreichen, in der der sorgsame Umgang mit natürlichen Ressourcen zur Selbstverständlichkeit wird, weil die Spielregeln des Marktes darauf eingestellt sind.
Kontakt: Thomas Schulz (thomas.schulz(at)dlr.de; 0228-3821 584)
Für Wissenschaftler/-innen, die sich mit der Nachhaltigkeits-, Technik- oder Innovationsforschung beschäftigen, gibt es eine neu entwickelte Analysemethode, die sich als interdisziplinäres Brückenkonzept versteht. In dem Handbuch wird die Anwendung der Konstellationsanalyse erklärt. Eine Grundannahme ist, dass in Gegenwartsgesellschaften technische, natürliche und soziale Entwicklungen eng miteinander verflochten sind und nur unter Berücksichtigung dieser Verflechtung analysiert und beeinflusst werden können. Diese Heterogenität ist charakteristisch für viele Probleme, die in der Wissenschaft und der Alltagswelt als drängend wahrgenommen werden. Solche Konstellationen setzen sich aus verschiedenen Elementen (soziale Akteure, natürliche Elemente, technische Elemente, Zeichenelemente) zusammen, die miteinander in Beziehung stehen. Kernpunkte der Konstellationsanalyse sind die Gleichrangigkeit dieser heterogenen Elemente und die Fokussierung auf die Beziehungen zwischen den Elementen. Methodische Prinzipien der Konstellationsanalyse sind eine allgemeinverständliche Sprache, die grafische Veranschaulichung der Konstellationen und der diskursive Charakter der Analyse. Mehr Informationen unter http://www.konstellationsanalyse.de./
Hermann Flau ist ab 01.02.2007 fachlicher Ansprechpartner der SÖF-Projekte im Rahmen der Nachwuchsförderung. Kontakt: hermann.flau(at)dlr.de; Telefon: 0228 - 3821 587.
Dr. Martin W. Schmied ist ab 01.02.2007 fachlicher Ansprechpartner des bereits laufenden SÖF-Themenschwerpunkts "Strategien zum Umgang mit systemischen Risiken" sowie "Vom Wissen zum Handeln - Wege zu nachhaltigem Konsum", der sich zur Zeit in der Vorphase befindet. Kontakt: martin.schmied(at)dlr.de; Telefon: 0228 - 3821 588.